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Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie
Meyer Burger verschiebt Veröffentlichung von Halbjahreszahlen
Der Schweizer Solarmodulhersteller Meyer Burger hat die Veröffentlichung seiner Halbjahreszahlen in den September verschoben. Grund sind laut Unternehmen "strategische Prioritäten".
Die Bilanz für die ersten sechs Monate 2024 will das Unternehmen nun am 16. September vorlegen, wie Meyer Burger in einer Mitteilung erklärte. Bislang war die Veröffentlichung für den morgigen Mittwoch geplant gewesen.
US-Steuergutschriften im Fokus?
Meyer Burger arbeitet eigenen Angaben zufolge "derzeit intensiv am Abschluss einer weiteren Finanzierung und einer Vereinbarung über eine strategische Zusammenarbeit mit einem namhaften Technologiepartner". Die Verschiebung des Finanzberichts erfolge "vor dem Hintergrund dieser strategischen Prioritäten".
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Nähere Angaben zu der "weiteren Finanzierung" machte Meyer Burger nicht. Es dürfte sich dabei um US-Steuergutschriften in Höhe von bis zu 300 Millionen US-Dollar und mit einer Laufzeit von fünf bis sechs Jahren handeln, die das Unternehmen in seinem Geschäftsbericht 2023 in Aussicht gestellt hatte. Damals sprach das Management davon, dass dieser Kredit "ab dem Ende des zweiten Quartals 2024 bereitgestellt werden soll". Bedingungen waren demnach eine umfangreiche Unternehmensprüfung (Due Diligence-Prüfung) und der Abschluss der erforderlichen Vereinbarung.
Meyer Burger arbeitet aktuell an der Verlagerung seines Kerngeschäfts in die USA, wo sich das Unternehmen mehr Unterstützung durch Subventionen und einen besseren Schutz vor der chinesischen Konkurrenz durch Strafzölle erhofft. Im Juni meldete der Konzern den Start seiner Modulproduktion im US-Bundesstaat Arizona. Gegen Ende des Jahres soll auch die Herstellung der für die Module benötigten Zellen in Colorado Springs anlaufen.
Für seine US-Pläne braucht das Unternehmen allerdings frisches Geld, Ende vergangenen Jahres sprach Meyer Burger von einer Finanzierungslücke von rund 450 Millionen Schweizer Franken. Der Konzern hat bereits eine Kapitalerhöhung über rund 200 Millionen Franken durchgeführt und von der deutschen Regierung eine Exportkreditgarantie in Höhe von 95 Millionen Euro erhalten. Hinzu kommen die erhofften US-Steuergutschriften, außerdem spekuliert Meyer Burger auf ein Darlehen in Höhe von 200 bis 250 Millionen Dollar vom US-Energieministerium (DOE).
Die Meyer Burger-Aktie ist am Handelsplatz der Baader Bank aktuell 2,1 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 4,93 Euro (Stand: 13.8.2024, 9:37 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 8,9 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 96,5 Prozent an Wert eingebüßt. Als Schweizer Wertpapier ist die Aktie in Deutschland nur eingeschränkt handelbar (mehr dazu erfahren Sie hier).
Aktie bleibt hochriskant
Meyer Burger hat Ende Juni einen sogenannten "umgekehrten Aktiensplit" durchgeführt. Dabei haben Anlegerinnen und Anleger für 750 alte eine neue Aktie erhalten. Nachdem die Aktie zuvor ein im Cent-Bereich gehandelter sogenannter Pennystock war, soll der höhere Kurs das spekulative Handeln mit großen Volumina erschweren. Die Aktie hat seit der Zusammenlegung aber weiter kontinuierlich an Wert verloren.
Ob Meyer Burgers Geschäfte dank eines stärkeren Fokus auf die USA deutlich besser laufen werden, ist offen. Das Unternehmen schreibt hohe Verluste und ist auf externe Finanzierung angewiesen. ECOreporter sieht die Meyer Burger-Aktie weiterhin als hochriskantes Investment und rät von einem Einstieg ab.
Einen Überblick über den Solarsektor erhalten Sie mit den ECOreporter-Dossiers Der ECOreporter-Solaraktien-Überblick: Maschinen, Module und Wechselrichter (Teil 1) und Der ECOreporter-Solaraktien-Überblick: Projektierer und Betreiber von Solaranlagen (Teil 2)
Meyer Burger Technology AG: ISIN / WKN