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Milliardeninvestment: BYD will Autofabrik in der Türkei bauen
Der chinesische Elektrofahrzeughersteller BYD will in der Türkei für rund eine Milliarde US-Dollar eine Fabrik für Elektroautos bauen. Der Konzern unterzeichnete ein entsprechendes Abkommen mit der türkischen Regierung. Von dem Werk aus könnte BYD den europäischen Markt beliefern.
Die neue Fabrik soll jährlich 150.000 Elektro- und Hybridautos produzieren. Der Start der Fertigung wird für Ende 2026 anvisiert. Außerdem ist der Bau eines Forschungs- und Entwicklungszentrums geplant.
EU-Strafzölle drohen
Für BYD könnte die Fabrik eine Möglichkeit sein, den europäischen Markt besser zu erreichen. Die Türkei ist zwar kein Mitglied der Europäischen Union, hat aber ein Zollabkommen mit der EU, das den Export von Autos erleichtern könnte. Anfang Juli hatte die EU vorläufige Strafzölle auf Elektroautos aus China verhängt. ECOreporter berichtete hier.
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Für BYD wurde ein vorläufiger Strafzoll von 17,4 Prozent festgelegt. Dieser gilt zusätzlich zu dem bereits bestehenden Zoll von 10 Prozent. Zwar muss das Geld vorerst nicht gezahlt, sondern nur hinterlegt werden. Sollte es jedoch zu keiner politischen Einigung zwischen der EU und China kommen, könnten die neuen Zölle im Herbst endgültig in Kraft treten.
Auch die Türkei hat die Zölle auf aus China importierte Autos erhöht. Seit dem 7. Juli gilt ein Aufschlag von 40 Prozent oder mindestens 7.000 Dollar pro Auto.
BYD hatte in der Vergangenheit immer wieder betont, dass Europa ein wichtiger Markt für den Konzern werden soll. Aktuell versucht BYD seine Bekanntheit etwa als offizieller Partner der Fußball-Europameisterschaft in Deutschland zu steigern. Zudem baut das Unternehmen aktuell für rund 30 Millionen Dollar in der Nähe von Budapest in Ungarn eine Fabrik für Batteriepacks, die im kommenden Jahr die Produktion aufnehmen soll.
Die BYD-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 1,4 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 27,92 Euro (Stand: 9.7.2023, 9:21 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 3,5 Prozent im Plus, im Jahresvergleich hat sie 7,7 Prozent an Wert verloren.
Aktie mit politischen Risiken
Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Aktie für 2024 ist mit 17 moderat. BYD hat große Wachstumschancen, Anlegerinnen und Anleger sollten aber die politischen Risiken nicht aus den Augen verlieren: Wie alle chinesischen Firmen ist BYD abhängig von Entscheidungen der Regierung in Peking. Trotz der ehrgeizigen Expansionspläne macht der Konzern den wesentlichen Teil seines Geschäfts zudem weiterhin in China, wo BYD mittlerweile der meistverkaufte Hersteller ist – nicht nur für Elektroautos, sondern insgesamt.
Die möglichen Strafzölle in Europa könnten nun zum Problem für die internationalen Pläne des Unternehmens werden. Ohnehin machen es der Handelskrieg zwischen China und den USA und der schwelende Taiwan-Konflikt schwierig, in Teilen der westlichen Welt zu expandieren – in den USA etwa ist ein Marktstart bis auf weiteres ausgeschlossen. Die BYD-Aktie ist nach Einschätzung von ECOreporter kein Investment für defensive Anlegerinnen und Anleger.
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BYD Company Limited: ISIN CNE100000296 / WKN A0M4W9