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Nachhaltige Aktien, Aktien-Favoriten
Milliardengeschäft: Intel angeblich in führender Position bei Chipfabrik für US-Militär
Der US-Chiphersteller Intel soll in einer führenden Position für den Bau von Mikrochip-Fabriken für das Verteidigungsministerium und die Geheimdienste der Vereinigten Staaten sein. Das Projekt würde vermutlich eine milliardenschwere staatliche Förderung bedeuten. Das berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.
Details zu den Plänen, die unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen umgesetzt werden sollen, sind laut der Quelle noch nicht bekannt. Die USA wollen auch im Militärsektor ihre Abhängigkeit von Chips aus Asien, vor allem aus Taiwan, reduzieren. Der de facto unabhängige, wenn auch nur von wenigen Ländern offiziell anerkannte Inselstaat wird von China als abtrünnige Provinz betrachtet. Die Gefahr einer Invasion durch die Volksrepublik hat sich nach Ansicht von Sicherheitsexperten mit Beginn des Ukraine-Kriegs noch einmal erhöht.
Intel profitiert bereits massiv von staatlicher Förderung
Finanziell unterstützt werden soll das Projekt durch den im vergangenen Jahr verabschiedeten CHIPS and Science Act der US-Regierung, der rund 53 Milliarden Dollar für die Förderung der inländischen Halbleiterherstellung vorsieht. Angesiedelt werden könnte eine entsprechende Produktion teilweise innerhalb des bestehenden Intel-Fabrikkomplexes in Arizona, so die Quelle des "Wall Street Journal".
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Das CHIPS Program Office des US-Handelsministeriums soll demnächst Zuschüsse für die Herstellung von Halbleitern bekannt geben. Bislang haben demnach 500 Unternehmen ihr Interesse bekundet, mehr als 130 haben Anträge oder Voranträge auf Finanzierung eingereicht.
Intel steht schon heute als einer der Hauptprofiteure des Programms fest und wird vermutlich Milliarden an Zuschüssen für neue Fertigungsanlagen erhalten, die der Konzern in Bundesstaaten wie Ohio und Arizona errichtet. Wie hoch Mittel für eine mögliche sicherheitsrelevante Chipproduktion sein könnten, ist noch unklar. Die Quellen des "Wall Street Journal" gehen von 3 bis 4 Milliarden Dollar aus.
Intel selbst äußerte sich nicht zu dem Thema, wie die Zeitung erklärte. Das Verteidigungsministerium teilte mit, eine entsprechende Anfrage an das Handelsministeriums weitergeleitet zu haben. Dieses lehnte eine Stellungnahme ab.
Intel investiert aktuell Milliarden in den Ausbau und die Modernisierung seiner Produktion. Gleichzeitig spart der Konzern, wo er kann. So soll das Management eine geplante Investition in Vietnam auf Eis gelegt haben, die den dortigen Betrieb des Chipherstellers fast verdoppelt hätte, wie die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag ebenfalls unter Berufung auf Insider mitteilte.
Die Intel-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 0,6 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 35,61 Euro (Stand: 7.11.2023, 10:25 Uhr). Auf Monatssicht hat sie 4,4 Prozent an Wert gewonnen, im Jahresvergleich notiert sie 25,6 Prozent im Plus.
Politischer Rückenwind
ECOreporter traut es Intel grundsätzlich zu, nach einigen schwächeren Quartalen wieder in die Erfolgsspur zurückzufinden. Der Konzern ist in vielen Chip-Bereichen immer noch Weltmarktführer und besitzt im Gegensatz zu einigen anderen Schwergewichten der Branche eigene Produktionsstätten - in Zeiten zunehmender globaler Spannungen kann das ein strategischer Vorteil sein. Ein wichtiger Faktor bleibt außerdem die staatliche Unterstützung, gerade beim Ausbau der Produktion in den USA. Ein Auftrag aus dem Verteidigungssektor würde die Position des Konzerns hier zusätzlich stärken – Militäraufträge können unter nachhaltigen Gesichtspunkten allerdings kritisch gesehen werden.
Aufgrund der hohen Investitionen und auch wegen schwacher Geschäfte im PC-Markt erwartet Intel allerdings, im aktuellen Geschäftsjahr rote Zahlen zu schreiben. In der ersten Jahreshälfte fielen die Margen schwach aus. Insbesondere wegen Problemen bei der Fertigung hat Intel in den letzten Jahren am Chipmarkt an Boden verloren.
Anlegerinnen und Anleger, die einen Kauf der Aktie in Erwägung ziehen, sollten ihre Investition daher langfristig planen. Für 2024, wenn der Konzern wieder Gewinne erzielen will, liegt das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie derzeit bei hohen 43. Die erwartete Dividendenrendite für das aktuelle Geschäftsjahr beträgt 2,0 Prozent.
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Intel Corp.: ISIN US4581401001 / WKN 855681