Für welche grünen Kurse geht es 2025 aufwärts? ECOreporter nennt fünf aussichtsreiche Kandidaten. / Foto: Pixabay

  Nachhaltige Aktien, Aktien-Favoriten

Nachhaltig und aussichtsreich: Fünf ECOreporter-Aktientipps für 2025

Krieg in Europa, die Rückkehr von Donald Trump, starke Umfragewerte für Rechtspopulisten vor der Bundestagswahl: Viele Ausblicke auf 2025 zeichnen kein schönes Bild. Grüne Investments bleiben trotzdem eine gute Idee. ECOreporter nennt fünf nachhaltige Aktien, die sich im kommenden Jahr als gute Geldanlage erweisen könnten.

Niemand kann in die Zukunft schauen. Wenn manche Finanzratgeber behaupten, dies aufgrund von angeblich zuverlässiger Chart-Technologie doch zu können, sollten Sie äußerst skeptisch sein. Gleitende Durchschnitte oder Widerstandslinien spielen bei ECOreporter für Empfehlungen jedenfalls keine Rolle. Viel wichtiger ist, wie Aktiengesellschaften wirtschaftlich aufgestellt sind, wie die Umsatz- und Gewinnprognosen aussehen, wie stark die Konkurrenz ist.

Aktien bleiben die lukrativste Geldanlage

Und auch andere Faktoren spielen eine Rolle, politische zum Beispiel. Und die wirken sich nicht immer so aus, wie man es erwarten würde. So war die neuerliche Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten eine schlechte Nachricht für die Nachhaltigkeit. Und etwa Aktien aus dem Erneuerbare-Energie-Sektor verloren als Reaktion tatsächlich an Wert. Insgesamt hat Trumps Rückkehr im letzten Jahresdrittel aber noch mal für einen kräftigen Aufschwung an der Börse gesorgt – wovon paradoxerweise auch viele grüne Investments profitierten.

In dieser Übersicht widmen wir uns Aktien, die 2025 gut laufen können. Aber auch hier gilt: Langfristig denken! Erneuerbare Energien zum Beispiel werden auf lange Sicht erfolgreich sein. Auch in den USA. Denn unabhängig von Trump bauen viele Bundesstaaten, selbst erzkonservative, Wind- und Solarenergie weiter aus. Weil sie günstig sind und mehr Unabhängigkeit von fossilen Rohstoffen bedeuten. Solide aufgestellte Ökostromunternehmen können daher auch in der aktuellen Schwächephase an der Börse Chancen bieten.

Unsicherheiten gibt es immer. Aktien bleiben aber langfristig die für private Anlegerinnen und Anleger lukrativste Geldanlage, das hat sich in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder gezeigt. Am besten investieren Sie direkt in ein ganzes Paket. Lesen Sie zur Orientierung etwa unser Dossier Fonds & ETFs: 6 Basisanlagen fürs nachhaltige Depot. ECOreporter testet auch laufend neue Fonds und ETFs. Zudem hat sich die Redaktion der Frage gewidmet, was Sie bei nachhaltigen Investments jetzt beachten sollten.

Zum Jahreswechsel hat die Redaktion nun fünf Aktien ausgesucht, denen wir 2025 und (noch wichtiger) langfristig eine stabile positive Entwicklung zutrauen. Welche Aktien das sind, lesen Sie im Premium-Bereich.

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

So haben sich die Kurse der Aktien entwickelt (sortiert nach der 5-Jahres-Performance):

UnternehmenISINAktueller Kurs in € (30.12.2024) Kurs-entwicklung 3 Monate (%)Kurs-entwicklung 1 Jahr (%) Kurs-entwicklung 5 Jahre (%) Markt-kapitalisierung in Millionen €
EnergiekontorDE000531350649,15-15,4-40,1126,7686
AflacUS001055102898,400,134,4110,754.660
The Home DepotUS4370761029373,805,320,091,5371.320
Procter & GambleUS7427181091161,984,723,744,0381.470
BechtleDE000515870331,20-21,1-30,0-24,73.930

Daten ohne Gewähr; Stand: 30.12.2024

Aflac: Solider Versicherer mit Ente

Der Kranken- und Lebensversicherer Aflac sitzt in den USA, verdient sein Geld aber vor allem in Japan. Der Aktienkurs des Konzerns mit dem Enten-Maskottchen ist seit dem Corona-Börsencrash im Frühjahr 2020 stetig gestiegen, auch 2024 hat der Kurs zugelegt – obwohl die Erholung von der Pandemie in Japan schleppender läuft als ursprünglich angenommen. Gerade deshalb dürfte das Geschäft des Konzerns auf dem wichtigen japanischen Markt auch 2025 weiter zulegen – und damit auch der Aktienkurs.

Finanziell bleibt Aflac robust aufgestellt, im dritten Quartal 2024 kaufte der Konzern eigene Aktien im Wert von 500 Millionen Dollar zurück. Zudem erhöhte Aflac nach neun Monaten seine Quartalsdividende um 16 Prozent auf 0,58 Dollar (0,55 Euro) je Aktie. Die aktuelle Dividendenrendite liegt damit bei guten 1,9 Prozent.

Bechtle: IT wird wieder gefragter

In diesem Jahr ging es für die Bechtle-Aktie 30 Prozent abwärts. Gerade mittelständische Unternehmen und Behörden halten sich mit Aufträgen zurück, im Oktober musste der Konzern seine Jahresprognose aufgeben.

Dennoch glaubt ECOreporter weiterhin an die Bechtle-Aktie. Die Geschäfte laufen zwar schwächer als im Vorjahr, aber anders als der Kurs nicht schlecht. Das Unternehmen verdient nach wie vor viel Geld, die erwartete Dividendenrendite liegt bei attraktiven 2,3 Prozent. Und Besserung ist in Sicht: 2025 erwartet Bechtle etwa, vom Ende des Windows 10-Supports und damit verbundenen Umrüstungen zu profitieren. Auch im Bereich Cybersicherheit steigen die Anforderungen. Darüber hinaus tätigt Bechtle weitere Zukäufe und stellt sich damit breiter auf, etwa als europaweiter professioneller Anbieter von Apple-Produkten.

Im dritten Quartal 2024 hat das Management bereits einen leichten Aufwärtstrend beim Auftragseingang festgestellt. Dieser soll 2025 weiter an Fahrt gewinnen. Wer die Aktie jetzt kauft, braucht vielleicht etwas Mut – könnte aber von einem möglichen Aufschwung in den kommenden zwölf Monaten profitieren.

Energiekontor: Gewagt, aber womöglich mit Gewinn

Zugegeben, Energiekontor ist wohl die gewagteste Empfehlung in dieser Liste. Dennoch spricht im kommenden Jahr einiges für die Aktie. Zwar musste der Bremer Grünstromkonzern seine Jahresprognose 2024 aufgeben. Das lag aber daran, dass sich mehrere Projektverkäufe ins kommende Jahr verschieben. Der Abschluss der Geschäfte und wieder steigende Gewinne könnten 2025 für gute Stimmung an der Börse sorgen.

Natürlich gibt es Faktoren, die die Erneuerbaren Energien belasten. Neben Trump ist das in Deutschland auch ein möglicher Bundestagswahlsieg der fossil-affinen Union. Doch wenn CDU und CSU zum Regieren am Ende die SPD und womöglich sogar die Grünen brauchen, könnte die Wahl für die Erneuerbaren besser ausgehen, als man aktuell vielleicht befürchtet. Auch bleibt die Projektpipeline von Energiekontor üppig gefüllt, das Unternehmen erhält Zuschläge bei öffentlichen Ausschreibungen und profitiert von schnelleren Genehmigungsverfahren. Grüne Kraftwerke im eigenen Besitz erwirtschaften solide Einnahmen. Und obwohl Deutschland der wichtigste Markt für Energiekontor ist, steht knapp die Hälfte der Anlagen im Ausland, vor allem in Frankreich - für das Auslandsgeschäft ist die deutsche Wahl nicht entscheidend. Für ECOreporter bleibt die Aktie aussichtsreich.

Home Depot: Krisenfeste Baumärkte

Home Depot aus den USA ist die größte Baumarktkette der Welt. Hohe Inflation, schwaches Konsumklima – der Konzern spürt davon wenig. Für das noch bis Ende Januar laufende Geschäftsjahr 2024/25 hob der Konzern seine Prognose an. Die Dividende, die wie bei US-Konzernen üblich vierteljährlich ausgeschüttet wird, steigt seit Jahrzehnten. Für das laufende Geschäftsjahr liegt die erwartete Dividendenrendite bei 2,0 Prozent.

In den letzten fünf Jahren hat sich der Wert der Home Depot-Aktie fast verdoppelt, auch in den letzten zwölf Monaten stieg der Kurs um 20 Prozent. Es gibt wenig Anzeichen, dass dieser Aufwärtstrend gebremst wird, die Trump-Wahl dürfte den Konzern nicht negativ beeinflussen. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie für das laufende Geschäftsjahr liegt bei vertretbaren 26. Ein Kauf kann sich damit nach Einschätzung von ECOreporter weiter lohnen.

Procter & Gamble: Verlässlichkeit als Trumpf

Eine Marktkapitalisierung von mehr als 380 Milliarden Dollar, die Dividende ist 62 Jahre in Folge gestiegen: Der US-Konsumgüterriese Procter & Gamble ist sicher alles andere als ein Geheimtipp. Manche könnten sogar sagen: Procter & Gamble ist langweilig.

Aber ist Aufregung das, was man am Aktienmarkt suchen sollte? ECOreporter findet stetig steigende Kurse nicht langweilig. Sondern verlässlich. Die Produkte von Procter & Gamble werden durch alle Kriege und Krise hindurch gekauft; wer im Weißen Haus sitzt, wird das Geschäft nicht tangieren. Und in unruhigen Zeiten ist unaufgeregte Verlässlichkeit manchmal einfach die bessere Wahl. Bei Procter & Gamble können Anlegerinnen und Anleger weiter einsteigen, das erwartete KGV ist mit 28 noch akzeptabel.

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