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Nicht nachhaltig genug: Dow Jones Sustainability World Indizes heißen jetzt Dow Jones Best-in-Class
Eine der ältesten Familien von nachhaltigen Aktien-Indizes hat einen neuen Namen: Der US-Finanzkonzern S&P Global führt die Dow Jones Sustainability Indizes künftig unter dem Namen Dow Jones Best-in-Class. Die Änderung ist laut Unternehmen eine Reaktion auf europäische Vorschriften – die Indizes sind für den bisherigen Namen nicht nachhaltig genug.
Der Dow Jones Sustainability Index World wurde 1999 vom US-Verlagshaus Dow Jones zusammen mit der Schweizer Ratingagentur SAM Sustainable Asset Management aufgelegt und zählt zu den ersten Nachhaltigkeitsindizes mit Fokus auf weltweite Aktien. Seit Ende 2019 sind die Indizes wie auch das Nachhaltigkeits-Research im Besitz von S&P Global. Mittlerweile gibt es eine ganze Familie nachhaltiger Dow Jones-Indizes.
Alter Name für Europa nicht geeignet
Am 10. Februar hat S&P den Namen nun nach mehr als 20 Jahren geändert. Der Schritt ist dem Konzern zufolge eine "Reaktion auf die ESMA-Leitlinien zu Fondsnamen mit ESG- oder nachhaltigkeitsbezogenen Begriffen". Die ESMA ist die europäische Finanzaufsicht.
Gemeint ist damit: Die Methode zur Zusammenstellung der Indizes genügt nicht den Ansprüchen der ESMA-Richtlinien, damit die Indizes den Begriff "Sustainability" also "Nachhaltigkeit" im Namen führen dürfen. Die Änderung betrifft nicht nur die bekannte Dow Jones-Familie. Insgesamt haben laut S&P etwa 255 größere Indizes ihre Namen geändert.
Die neue Bezeichnung Best-in-Class Index bezieht sich auf die Methode, nach der die Indizes zusammengestellt werden. Dabei wählt S&P jährlich aus dem S&P Global Broad Market Index, der mehr als 2.500 Aktien enthält, die rund 10 Prozent der nachhaltigkeitsbesten Unternehmen ihrer Branche aus.
Allerdings gelangen dabei auch die nach Nachhaltigkeitsnote besten Aktiengesellschaften aus nicht-nachhaltigen Branchen in die Indizes. So sind im Dow Jones Best-in-Class World Index aktuell etwa die Ölkonzerne Schlumberger und Woodrow Petroleum, der Flugzeughersteller und Rüstungskonzern Airbus sowie der Spirituosenkonzern Diageo vertreten.
Die ESMA hatte die neuen Leitlinien im August 2024 beschlossen. Sie will verhindern, dass Anlegerinnen und Anleger durch nachhaltigkeitsbezogene Begriffe in den Namen von Finanzprodukten irregeführt werden. Ab dem 21. Mai 2025, also insgesamt neun Monate nach der Veröffentlichung der Leitlinien in allen offiziellen EU-Landessprachen auf der Internetseite der ESMA, müssen alle Fonds, ETFs und Indizes die neuen Leitlinien bei ihren Namen beachten.
Die Änderung von Index-Namen wird vermutlich auch noch weitere Anbieter betreffen. Zudem können sich auch die Namen von ETFs ändern, wenn diese sich auf Index-Namen beziehen. Inhaltlich muss das keine Folgen haben – auch Methodik und Inhalte der S&P-Indizes haben sich durch die Umbenennung nicht verändert.
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20.02.25
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