Novo Nordisk wird das US-Unternehmen Metsera nicht übernehmen / Foto: Novo Nordisk

  Nachhaltige Aktien, Aktien-Favoriten

Novo Nordisk: Niederlage im Bieterwettstreit mit Pfizer

Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk hat im Bieterwettkampf um das US-Unternehmen Metsera das Nachsehen. Der US-Konkurrent Pfizer kann sich mit einer Verbesserung seines Angebots gegen den ECOreporter-Aktien-Favoriten durchsetzen.

Bei der Übernahme von Metsera geht es in erster Linie um den Zugriff auf Wirkstoffkandidaten für Medikamente gegen krankhaftes Übergewicht (Adipositas). Pfizer konnte sich nun letztlich mit einem Angebot von 10 Milliarden US-Dollar (8,6 Milliarden Euro) durchsetzen.

Übernahmekampf inklusive Klage

Der Übernahmekampf war mit harten Bandagen geführt worden. Pfizer war sich ursprünglich bereits mit Metsera einig gewesen, bevor Novo Nordisk überraschend eine eigene, höhere Offerte abgab. Pfizer hatte gegen das Angebot sogar geklagt, dann seine Offerte aber selbst aufgestockt. Metsera verwies bei seiner Entscheidung für Pfizer nun auch auf Bedenken der US-Kartellwächter gegen den Kauf durch Novo Nordisk.

Die Dänen sehen keine wettbewerbsrechtlichen Probleme. Am Wochenende teilte Novo Nordisk aber mit, das Angebot aus Gründen finanzieller Disziplin nicht aufzustocken.

Metsera entwickelt nach eigenen Angaben aktuell die nächste Generation von Adipositas-Medikamenten. Diese sollen die gleiche Wirksamkeit wie aktuelle Präparate haben, könnten jedoch seltener injiziert werden und weniger Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen verursachen.

Aktuell wird der Markt für Abnehmmittel von Novo Nordisk mit den Medikamenten Wegovy und Ozempic sowie vom US-Konzern Eli Lilly mit dem Präparat Zepbound beherrscht. Eine Übernahme von Metsera hätte Pfizer als Adipositas-Konkurrenten praktisch kaltgestellt und Novo Nordisk möglicherweise im Konkurrenzkampf mit Eli Lilly gestärkt.

Die Novo Nordisk-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 1,2 Prozent im Plus zum Freitag und kostet 40,01 Euro (Stand: 10.11.2025, 9:38 Uhr). Auf Monatssicht büßte die Aktie 19,3 Prozent ein, im Jahresvergleich gab der Kurs um 61,1 Prozent nach.

Aktienkurs unter Druck

Der enorme Erfolg von Ozempic und Wegovy hatte den Novo Nordisk-Kurs von Ende 2020 bis Mitte 2024 um fast 400 Prozent nach oben getrieben; zwischenzeitlich war der Konzern das wertvollste Unternehmen Europas. Steigender Konkurrenzdruck, Sorgen um eine Weiterentwicklung der aktuellen Medikamentengeneration und Debatten um Preise und mögliche Klagen in den USA haben der Aktie aber zugesetzt.

Zwar macht Novo Nordisk noch immer sehr gute Geschäfte mit seinen Adipositas-Mitteln. Zuletzt steigerte der Konzern seinen Gewinn aber weniger stark als am Finanzmarkt erhofft und kassierte seine Prognose. Die den Konzern kontrollierende Novo Nordisk-Stiftung will nun einen Strategiewechsel durchsetzen und gerade in den Vereinigten Staaten eine stärkere Direktvermarktung erreichen.

Mehr zu den aktuellen Geschäftszahlen und wie ECOreporter die Novo Nordisk-Aktie derzeit einschätzt, lesen Sie hier.

Novo Nordisk ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Reihe Nachhaltige Dividendenkönige. Zu unserem Unternehmensporträt gelangen Sie hier.

Novo Nordisk A/S:  ISIN DK0062498333 / WKN A3EU6F

(Aktuelle Kursdaten zur Aktie erhalten Sie, wenn Sie auf das Symbol hinter der WKN klicken.)

Verwandte Artikel

05.11.25
 >
03.11.25
 >
22.10.25
 >
29.05.26
 >
08.05.26
 >
Aktuell, seriös und kostenlos: Der ECOreporter-Newsletter. Seit 1999.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x