Nvidia kauft nur noch grünen Strom. / Foto: Nvidia

  Nachhaltige Aktien

Nvidia erreicht 100-Prozent-Ziel bei Erneuerbarer Energie

Der US-Chipentwickler Nvidia bezieht mittlerweile nach eigenen Angaben seine gesamte Energie aus erneuerbaren Quellen. Das heißt allerdings nicht, dass das Unternehmen keine Emissionen mehr verursacht – im Gegenteil.

Nvidia hat im Geschäftsjahr 2024/2025 (Februar 2024 bis Januar 2025) nach eigenen Angaben ausschließlich grünen Strom verbraucht. Das bezieht sich sowohl auf Strom aus eigenen Anlagen als auch auf eingekaufte Energie. Damit erreicht der Konzern sein 2023 gesetztes Ziel, bis 2025 zu 100 Prozent Erneuerbare Energien zu nutzen.

Nur noch grüner Strom – trotzdem steigen die Emissionen

Laut Nvidia belief sich der Energieverbrauch im Geschäftsjahr 2024/2025 auf insgesamt 821.200 Megawattstunden (MWh), was einem Anstieg um mehr als 200.000 MWh gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der reine Stromverbrauch in diesem Zeitraum lag bei rund 780.000 MWh, davon wurden 779.316 MWh eingekauft und 818 MWh mit Solarenergie vor Ort erzeugt.

Die Entwicklung bei Nvidia ging vergleichsweise schnell: Im Geschäftsjahr 2023/2024 hatte der Grünstromanteil noch bei 76 Prozent gelegen. Im Jahr zuvor hatte er sogar nur 44 Prozent betragen.

Das heißt aber nicht, dass Nvidia keine Emissionen mehr erzeugt. So bezieht der Konzern immer noch etwa Gas zum Heizen oder Benzin für Fahrzeuge. Und die Produkte des Chipentwicklers sind ein besonders schwieriges Thema.

Während die Emissionen aus eingekaufter Energie (Scope 2) von 40.555 Tonnen CO₂ auf null sanken, stiegen die direkten Emissionen des Unternehmens (Scope 1) sogar leicht an, von 11.896 auf 12.952 Tonnen. Und die Scope-3-Emissionen, die über die gesamte Wertschöpfungskette entstehen, verdoppelten sich fast von 3,5 auf 6,9 Millionen Tonnen.

Scope 3 umfasst unter anderem Emissionen in der Lieferkette, bei Nvidia der deutlich größte Faktor. Auch Emissionen, die verkaufte Produkte verursachen, spielen eine Rolle, etwa wenn Chips in Rechenzentren verwendet werden, die Strom aus fossiler Energie beziehen.

Unter dem Strich hat Nvidia also indirekt deutlich mehr neue Emissionen verursacht als direkt eingespart. Ein Netto-Null-Ziel, insbesondere in Bezug auf seine Scope-3-Emissionen, hat das Unternehmen zudem nicht festgelegt. Das Management erklärte lediglich, das Ziel erreicht zu haben, dass 80 Prozent der Lieferanten eine Klimastrategie verfolgen, die mit einer Erderwärmung von maximal 1,5 Grad kompatibel ist.

Wertvollstes Unternehmen der Welt

Die Nvidia-Aktie war am Mittwochnachmittag rund 1 Prozent im Minus zum Vortag und notierte bei 145,64 Euro (Stand: 16.7.2024, 17:22 Uhr). Auf Monatssicht hat die Aktie 15,4 Prozent zugelegt, im Jahresvergleich stieg der Kurs um 25,8 Prozent.

Nvidia ist der wertvollste Konzern der Welt, die Aktie hat zuletzt eine Reihe von Allzeithoch verzeichnet. Nachdem die Euphorie in Bezug auf Künstliche Intelligenz (KI) zurückgekehrt ist, beflügelte eine Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China den Kurs zusätzlich. Wie ECOreporter die Aktie aktuell einschätzt, erfahren Sie hier.

Lesen Sie auch die ECOreporter-Dossiers zu nachhaltigen Chip-Aktien und zu nachhaltigen KI-Aktien.

Nvidia Corp.:  ISIN US67066G1040 / WKN 918422

(Aktuelle Kursdaten zu der Aktie erhalten Sie, wenn Sie auf das Symbol hinter der WKN klicken.)

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