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Nvidia: Kritik an US-Exportkontrollen und Kooperation mit Infineon
Der US-Chipentwickler Nvidia hat die Exportkontrollen für Chips aus dem Bereich Künstliche Intelligenz (KI) nach China als Fehlschlag bezeichnet. Außerdem kündigten der US-Konzern und der deutsche Chiphersteller Infineon eine Kooperation an.
Laut Nvidia-Chef Jensen Huang halten die US-Exporthürden China nicht davon ab, KI-Systeme zu entwickeln. Stattdessen entsteht nach Ansicht des Managers eine isolierte KI-Industrie, die mit der amerikanischen konkurrieren wird. Im Januar hatte das chinesische Start-up DeepSeek einen KI-Assistenten vorgestellt, der offenbar mit westlichen Systemen mithalten kann, dabei aber weniger leistungsstarke Chips verwendet.
Milliardenbelastung für Nvidia
Die USA versuchen schon länger zu verhindern, dass China an fortschrittliche KI-Chips gelangt, um diese etwa für militärische Zwecke zu verwenden. Die Volksrepublik versucht deshalb, die Entwicklung eigener Halbleiter zu fördern.
Eine aktuelle ECOreporter-Einschätzung der Aktien von Nvidia und Infineon finden Sie im Premium-Bereich. Lesen Sie auch unser Dossier Nachhaltige Chip-Aktien: Hier kann sich ein Einstieg aktuell lohnen.
Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.
Nvidia setzen die Exportbeschränkungen auch geschäftlich zu. Der Marktanteil des Konzerns in China ist laut Huang von 95 Prozent zu Beginn der Amtszeit des ehemaligen US-Präsidenten Joe Biden auf 50 Prozent gefallen. Das Unternehmen hat vor Abschreibungen in Höhe von 5,5 Milliarden US-Dollar im Zusammenhang mit den Beschränkungen gewarnt. Das durch die Handelshürden entgangene Geschäft beziffert der Chipkonzern für 2025 auf 15 Milliarden Dollar.
Nvidia hat in der Vergangenheit immer wieder verschiedene spezielle Varianten seiner KI-Chips für den chinesischen Markt entwickelt. Nach jeder Verschärfung der US-Bestimmungen mussten die Produkte allerdings erneut angepasst werden. Laut Medienberichten will Nvidia im Juni erneut eine gedrosselte Version seines aktuell modernsten Chips Blackwell präsentieren.
KI-Chips werden derzeit wieder stärker zu einem Streitpunkt zwischen den USA und China. Die USA wollen Drittstaaten davon abhalten, fortschrittliche KI-Chips des chinesischen Tech-Konzerns Huawei zu kaufen. Die Trump-Regierung hatte gewarnt, dass die Verwendung von entsprechenden Halbleitern in den USA gegen Exportvorschriften verstoßen könnte.
Das chinesische Handelsministerium bezeichnete die Richtlinie als "einseitiges Mobbing und Protektionismus". Man behalte sich "entschlossene Maßnahmen" gegen Organisationen oder Einzelpersonen vor, die diese US-Maßnahmen umsetzen.
Zuletzt hatte sich die Beziehung zwischen den USA und China etwas entspannt. Die Vereinigten Staaten erreichten eine vorübergehende Einigung zur Reduzierung von Zöllen im laufenden Handelskrieg. Weltweit hatten Börsen regelrecht euphorisch reagiert – ECOreporter rät aber weiter zur Vorsicht. Mehr dazu können Sie hier lesen.
Nvidia kooperiert mit Infineon
Neuigkeiten zu Nvidia gibt es auch aus Deutschland – der Konzern kündigte gemeinsam mit dem Chiphersteller Infineon aus Neubiberg bei München eine Kooperation zur Entwicklung von Chips für die Stromversorgung in KI-Rechenzentren an.
Eine neue Architektur mit zentralem Hochspannungsgleichstrom soll demnach eine "schnellere, effizientere und skalierbarere KI-Rechenleistung" ermöglichen. Derzeit werden Rechenzentren den Angaben zufolge hauptsächlich durch dezentralen Wechselstrom versorgt. Dieser wird von Netzteilen in den Servern in den benötigten Gleichstrom umgewandelt. Dabei kommt es zu Leistungsverlusten.
Aktien mit Einstiegschancen?
Die Infineon-Aktie gewann am Dienstag 5,3 Prozent an Wert, aktuell ist sie zum Vortag 0,8 Prozent im Plus und notiert bei 34,14 Euro (Stand: 21.5.2025, 11:32 Uhr). Auf Monatssicht hat die Aktie 22,8 Prozent an Wert gewonnen, im Jahresvergleich ist sie 6,1 Prozent im Minus.
Infineon litt zuletzt vor allem unter der Flaute im Automobilsektor, mittlerweile scheint die Auftragslage sich langsam zu erholen. Ein Risiko bleibt die Abhängigkeit Infineons vom chinesischen Markt – gerade weil China einheimische Unternehmen dazu drängt, vor allem Halbleiter aus chinesischer Produktion zu kaufen.
ECOreporter sieht weiter Potenzial für die Aktie. Infineon erreicht trotz seiner aktuellen Probleme weiter solide Margen. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 18 für das Geschäftsjahr 2024/25 ist die Aktie vertretbar bewertet. Risikofreudigere Investoren mit langem Anlagehorizont können nach wie vor mit einer kleinen Position einsteigen.
Die Nvidia-Aktie notiert im Tradegate-Handel aktuell 1,5 Prozent im Minus zum Vortag bei 117,36 Euro (Stand: 21.5.2025, 11:51 Uhr). Im Monatsvergleich legte die Aktie 28,7 Prozent, auf Jahressicht stieg der Kurs um 33,7 Prozent.
In diesem Jahr schwankte die Nvidia-Aktie nach dem DeepSeek-Schock im Januar und unter dem Eindruck von Donald Trumps Handelskrieg bisher deutlich. Zuletzt profitierte der Kurs von der allgemeinen Börsenerholung. Das erwartete KGV der Aktie ist mit 34 für 2025 weiterhin hoch. Auch wegen der anhaltenden Unsicherheiten im nervösen KI-Sektor rät ECOreporter aktuell vom Einstieg ab.
Nvidia Corp.: ISIN US67066G1040 / WKN 918422
Infineon Technologies AG: ISIN DE0006231004 / WKN 623100
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