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Nvidia plant offenbar China-Version von aktuellem KI-Chip
Der US-Chipentwickler Nvidia arbeitet offenbar an einer speziellen Version seines aktuellen KI-Chips für den chinesischen Markt. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Technologie-Exporte aus den USA nach China unterliegen strengen Beschränkungen.
Der Prozessor wird von Nvidia Reuters zufolge in Zusammenarbeit mit dem chinesischen Vertriebspartner Inspur entwickelt und soll im zweiten Quartal 2025 auf den Markt kommen. Nvidia wollte sich zu dem Thema laut der Nachrichtenagentur nicht äußern.
Chip im Einklang mit US-Exportbeschränkungen
Nvidia hatte im Frühjahr die neuste Generation seiner KI-Prozessoren vorgestellt. Der Chip mit dem Namen "B200 Blackwell" soll in den kommenden Monaten in die Massenproduktion gehen. Den Angaben zufolge arbeitet der B200 30mal schneller als sein Vorgänger.
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Für China plant Nvidia demnach eine abgespeckte Version "B20". Damit will Nvidia auch die chinesische Konkurrenz auf Abstand halten, die dem US-Konzern in der Volksrepublik Marktanteile abjagen wollen. Vor allem die chinesischen Konzerne Huawei und Tencent könnten hier laut Reuters Kunden gewinnen. Nvidia kontrolliert nach Ansicht von Marktbeobachtern rund 80 Prozent des weltweiten Markts für KI-Chips.
China nimmt allerdings eine Sonderstellung ein. Die USA wollen mit strengen Beschränkungen verhindern, dass die chinesische Regierung Chips der neusten Generation erhält, um diese etwa für militärische Forschung zu nutzen. Die Volksrepublik kann diese Chips selbst nicht herstellen.
Nvidia hat in den vergangenen Jahren für den chinesischen Markt drei Prozessoren für Künstliche Intelligenz (KI) entwickelt, die zunächst den US-Exportbestimmungen gerecht wurden. Mittlerweile haben die Vereinigten Staaten die Regeln aber wiederholt verschärft, so dass auch diese Chips teilweise nicht mehr in die Volksrepublik geliefert werden dürfen.
Experten gehen davon aus, dass auch die aktuellen Bestimmungen weiter verschärft werden dürften. Aktuell üben die USA etwa auch diplomatischen Druck auf die Niederlande aus, damit diese die Geschäfte des Halbleitermaschinen-Herstellers ASML mit China weiter einschränken.
Der Anteil der China-Einnahmen am Konzernumsatz von Nvidia hatte sich aufgrund der Einschränkungen im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022/23 (Februar bis Januar) von 26 Prozent auf 17 Prozent reduziert. Aktuell ist Nvidias Spitzenmodell für den chinesischen Markt ein Prozessor mit der Bezeichnung "H20". Experten erwarten, dass sich das Umsatzvolumen mit diesen Prozessoren im aktuellen Geschäftsjahr 2024/25 auf etwa 12 Milliarden Dollar belaufen wird.
Die Aktie von Nvidia schloss am Montag im Tradegate-Handel 4,7 Prozent im Plus und kostete 113,52 Euro (Stand: 22.7.2024, 22:26 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 5,8 Prozent im Plus, auf Jahressicht hat sie 181,7 Prozent an Wert gewonnen.
Möglicher Ärger mit Kartellbehörden
Der KI-Boom hat den Börsenkurs von Nvidia in den letzten anderthalb Jahren immer weiter steigen lassen – im Juni war der Konzern erstmals das wertvollste Börsenunternehmen der Welt. Allerdings rät ECOreporter auf dem aktuellen Kursniveau zur Vorsicht bei der Aktie. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Aktie für 2024 ist mit 99 sehr hoch.
Gleichzeitig steigt der bislang kaum vorhandene Wettbewerbsdruck, weil Konkurrenten wie AMD und Intel ebenfalls KI-Chips auf den Markt bringen und wichtige Nvidia-Kunden wie Amazon und die Google-Mutter Alphabet zunehmend eigene KI-Halbleiter entwickeln. Hinzu kommen womöglich Probleme mit Kartellbehörden: in Frankreich hat die Wettbewerbsaufsicht Autorité de la Concurrence ein Ermittlungsverfahren gegen Nvidia eingeleitet. ECOreporter berichtete hier.
Das derzeit größte Risiko für Nvidia ist allerdings die hohe Abhängigkeit vom taiwanesischen Chipfertiger TSMC. Falls China wie angedroht in Taiwan einmarschiert, würde Nvidias Lieferkette vermutlich zusammenbrechen, da der Konzern selbst keine Chips herstellt und seine leistungsstärksten KI-Halbleiter ausschließlich von TSMC bezieht.
Anlegerinnen und Anleger, die neu bei Nvidia einsteigen möchten, sollten abwarten, bis sich die aktuelle Börseneuphorie gelegt hat. Wer bereits investiert ist, kann überlegen, einen Teil seiner Aktien zu verkaufen, um Buchgewinne zu realisieren.
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Nvidia Corp.: ISIN US67066G1040 / WKN 918422