Nvidia und die Deutsche Telekom planen, ein Hochleistungsrechenzentrum für KI in Deutschland zu errichten. / Foto: Pixabay

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Nvidia und Deutsche Telekom wollen KI-Cloud für Europa bauen

Der US-Chipentwickler Nvidia und die Deutsche Telekom wollen in Deutschland ein Hochleistungsrechenzentrum für Künstliche Intelligenz (KI) aufbauen. So soll eine KI-Cloud für die europäische Industrie entstehen. Die Telekom stellt die Infrastruktur, Nvidia die Prozessoren.

Das Projekt soll bereits in den kommenden Monaten Gestalt annehmen und bis spätestens 2026 abgeschlossen sein. Nvidia wird dabei nach eigenen Angaben 10.000 seiner modernsten Blackwell-Chips für KI-Anwendungen sowie die Entwicklersoftware Cuda liefern. Das Unternehmen ist Marktführer bei KI-Technologie und beherrscht schätzungsweise 80 Prozent des Marktes.

Unterstützung von der Bundesregierung

Die Telekom steuert für das Cloudnetzwerk ihre Infrastruktur bei und übernimmt Verantwortung für Rechenzentren, Betrieb, Vertrieb sowie Sicherheitsaspekte. Dabei steht besonders die Aufsicht über europäische Datenschutzstandards im Vordergrund.

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"Mit dem Bau der ersten industriellen KI-Infrastruktur Europas ermöglichen wir den führenden Industrieunternehmen der Region, simulationsorientierte, KI-gesteuerte Fertigung voranzutreiben", erklärte Nvidia-Chef Jensen Huang. Der Manager traf sich am Freitag mit Bundeskanzler Friedrich Merz.

Die Bundesregierung will die Pläne in einer Doppelfunktion unterstützen. Einerseits sollen Fördermittel für Rechenzentren das Projekt im Rahmen der nationalen KI-Strategie unterstützen. Andererseits will der deutsche Staat Ankerkunde für die Leistungen der KI-Cloud werden und für mehr Planungssicherheit sorgen.

Angaben zur Investitionssumme machten die Unternehmen nicht. Auch der Standort des geplanten Rechenzentrums ist noch unklar. Nvidia sieht das Projekt nach eigener Aussage als ersten Schritt auf dem Weg zu einer EU-Großfabrik ("Gigafactory"). In dieser könnten dann bis zu 100.000 Chips zum Einsatz kommen.

SAP und Siemens möchten sich am Bau beteiligen

Laut "Handelsblatt" verhandeln aktuell mehrere deutsche Unternehmen, darunter neben der Telekom unter anderem auch die ECOreporter-Aktien-Favoriten SAP und Siemens, über eine gemeinsame Bewerbung für das Projekt. In anderen EU-Mitgliedstaaten seien die Planungen aber bereits weiter als in Deutschland.

Die Nvidia-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 0,6 Prozent im Plus zum Freitag und kostet 123,52 Euro (Stand: 16.6.2025, 10:51 Uhr). Im Monatsvergleich hat die Aktie 5,8 Prozent an Wert gewonnen, auf Jahressicht ist der Kurs 1,2 Prozent im Plus.

Nvidia steht derzeit wirtschaftlich exzellent da. Probleme in China, die unberechenbare Wirtschaftspolitik von Donald Trump und auch die steigende Zahl von Mitbewerbern in den USA könnten in absehbarer Zeit aber zu deutlich weniger Wachstum und entsprechenden Rücksetzern bei der überhitzten Aktie führen. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis für das laufende Geschäftsjahr liegt bei hohen 48.

Aktuell ist ein Einstieg in die Nvidia-Aktie nach Ansicht der Redaktion mit deutlichen Risiken verbunden. Zuletzt war der Kurs zwischen Januar und April um rund 37 Prozent eingebrochen, von diesen Rücksetzern hat sich die Aktie fast vollständig erholt. Die Stimmung im KI-Markt bleibt aber nervös. Wer bereits investiert ist, kann überlegen, einen Teil seiner Aktien zu verkaufen, um Buchgewinne zu realisieren.

Nvidia Corp.:  ISIN US67066G1040 / WKN 918422

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