Orsted kann einen großen Windpark in den USA bauen. / Foto: Unternehmen

  Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie

Orsted: USA genehmigen größten Offshore-Windpark des Landes

Der dänische Energieversorger und Offshore-Windkraftriese Ørsted hat in den USA die Genehmigung für den Bau seines Windparks Sunrise Wind erhalten. Zuvor wurden offenbar wesentliche Bedingungen des Unternehmens erfüllt, um die Rentabilität des Projekts zu sichern.

Sunrise Wind vor der Küste des US-Bundesstaats New York soll voraussichtlich 2026 den Betrieb aufnehmen und eine Kapazität von 924 Megawatt haben. Bei Fertigstellung wird der Windpark nach aktuellem Stand der größte in den Vereinigten Staaten sein. Nach Angaben von Ørsted wird er 320.000 Haushalte mit Strom versorgen können.

Neuer Stromvertrag und Chancen auf Steuerboni

Im Februar war für Sunrise Wind ein neuer Vertrag zur Stromversorgung von New York abgeschlossen worden, der laut Ørsted die höheren Entwicklungskosten widerspiegelt. In der letzten Woche gab das US-Finanzministerium zudem Leitlinien heraus, wie Offshore-Windprojekte weitere Steuergutschriften erhalten können. Damit wurde eine wichtige Forderung von Ørsted und weiteren Entwicklern erfüllt.

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Noch vor wenigen Monaten hatte Ørsted gewarnt, dass ein neuer Stromvertrag und weitere Schritte nötig seien, um die rasant steigenden Kosten für Ausrüstung und Finanzierung abzudecken. Andernfalls drohe das Projekt zu scheitern. Ørsted hatte im vergangenen Jahr einen großen finanziellen Verlust bei seinem US-Offshore-Windportfolio erlitten und die Entwicklung von zwei Parks in New Jersey abgebrochen (ECOreporter berichtete hier). Mitte März verkaufte das Unternehmen vier US-Windparks.

"Jetzt, da der Bundesbeschluss vorliegt und unsere endgültige Investitionsentscheidung getroffen wurde, können wir weiterhin Hunderte von Arbeitsplätzen in den lokalen Gewerkschaften schaffen und eine dynamische Lieferkette aufbauen", sagte David Hardy, Leiter des Geschäftsbereichs Americas von Ørsted.

Ørsted verhandelt derzeit die endgültigen Bedingungen für den 25-Jahres-Vertrag des Projekts. Das Unternehmen plant, auch den 50-prozentigen Anteil seines US-Partners Eversource Energy an Sunrise Wind zu übernehmen.

Die Ørsted-Aktie kostet im Tradegate-Handel aktuell zum Vortag unverändert 50,28 Euro (Stand: 27.3.2024, 10:58 Uhr). Auf Monatssicht hat die Aktie 0,5 Prozent eingebüßt, im Jahresvergleich ist sie 33,5 Prozent im Minus.

Nach dem schwachen Geschäftsjahr 2023 hatte Ørsted Stellen und seine Dividende gestrichen (ECOreporter berichtete hier). In den nächsten Jahren will Ørsted stärker auf Windparks an Land setzen und weniger auf finanziell riskante neue Offshore-Projekte. Bis 2030 möchte das Unternehmen für ungefähr 115 Milliarden Kronen (15,4 Milliarden Euro) Vermögenswerte verkaufen – wahrscheinlich in erster Linie große Windparks. Auch 2024 dürfte kein einfaches Jahr für den Konzern werden, weitere Kursrücksetzer sind möglich.

Welche Aussichten hat die Aktie?

Dennoch ist Ørsted nach Einschätzung von ECOreporter robust aufgestellt. Das operative Geschäft läuft weitestgehend solide, hier werden auch weiterhin Gewinne erzielt. Zudem weitet Ørsted seine Aktivitäten in zukunftsträchtigen Bereichen wie Solarenergie, Stromspeichern, CO2-Lagerung (Carbon Capture & Storage, CCS) und grünem Methanol stetig aus.

Nach den hohen Börsenverlusten der letzten Jahre ergeben sich nach Einschätzung der Redaktion bei der Ørsted-Aktie Kaufchancen für risikoaffine Anlegerinnen und Anleger. Wer jetzt einsteigt, sollte allerdings einen langen Investitionshorizont mitbringen und unruhige Kursverläufe aushalten können. Die Redaktion hatte Anfang November 2023 darauf hingewiesen, dass sich ein Investment auszahlen kann – seitdem ist der Aktienkurs um 40 Prozent gestiegen.

Lesen Sie auch das ECOreporter-Dossier Die besten Windaktien – wo sich jetzt der Einstieg lohnt.

Ørsted A/S: ISIN DK0060094928 / WKN A0NBLH

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