Der Energiekonzern RWE will einem Bericht zufolge mit der Übernahme von Ørsted einen europäischen Windchampion schaffen. / Foto: Ørsted

  Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie

RWE soll Interesse an Orsted-Übernahme haben

Der Essener Energiekonzern RWE prüft angeblich eine Übernahme des dänischen Windpark-Riesen Ørsted. Das berichtete das "Manager Magazin" am Mittwoch. RWE wolle damit sein Geschäft mit grünem Strom weiter ausbauen.

Dem Magazin zufolge sind erste Gespräche allerdings gescheitert. Die dänische Regierung, mit 50,1 Prozent der Anteile Mehrheitseigner von Ørsted, hält einen Zusammenschluss mit RWE aktuell demnach nicht für attraktiv. Ørsted wollte die Angaben gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) nicht kommentieren, bei RWE war laut der Nachrichtenagentur niemand erreichbar.

RWE-Chef möchte Ørsted-Kurssturz nutzen

RWE-Chef Markus Krebber sieht die Absage laut "Manager Magazin" allerdings nicht als dauerhaft an. Er möchte die hohen Kursverluste bei Ørsted demnach nutzen, um einen europäischen Windchampion zu schaffen. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 21 Milliarden Euro liegen die Dänen aktuell auf einem ähnlichen Niveau wie RWE mit einer Bewertung von 28 Milliarden Euro. Anfang 2021 war Ørsted noch fast viermal so viel wert.

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Ørsted befindet sich seit einigen Monaten in einer schwierigen Situation. Ende Oktober 2023 musste der Weltmarktführer für Offshore-Windparks den Bau zweier großer Projekte in den USA stoppen, da die Kosten aus dem Ruder liefen. Das Unternehmen trennte sich von zwei Vorständen und schrieb umgerechnet fast vier Milliarden Euro ab. ECOreporter hat ausführlich über den Fall berichtet, zuletzt etwa hier.

Die Ørsted-Aktie büßte im gestrigen Handel 2,2 Prozent ein, aktuell ist sie auf Erholungskurs und im Xetra-Handel bei einem Preis von 51,64 Euro rund 3 Prozent im Plus zum Vortag (Stand: 18.1.2024, 10:02 Uhr). Auf Monatssicht hat die Aktie 5,1 Prozent zugelegt, im Jahresvergleich ist sie 44 Prozent im Minus.

Eine Ørsted-Übernahme durch RWE wäre eine schlechte Nachricht für nachhaltige Anlegerinnen und Anleger, da RWE nach wie vor viel Geld mit fossilen Energien verdient. Aktuell scheint eine Fusion aber nicht wahrscheinlich zu sein.

ECOreporter sieht Ørsted derzeit trotz der Schwierigkeiten gut aufgestellt. Das operative Geschäft läuft solide, zuletzt traf der Konzern Investitionsentscheidungen für mehrere Großprojekte. Neben der Weltmarktführerschaft bei Offshore-Windparks weitet Ørsted auch seine Aktivitäten in anderen Bereichen wie Solarenergie, Stromspeichern, CO2-Lagerung (Carbon Capture & Storage, CCS) und grünem Methanol stetig weiter aus.

Nach den hohen Kursverlusten bieten sich bei der Aktie Kaufchancen. Wer jetzt einsteigt, sollte allerdings einen langen Investitionshorizont mitbringen und unruhige Kursverläufe aushalten können. ECOreporter hatte Anfang November darauf hingewiesen, dass sich ein Investment auszahlen kann – seitdem ist der Kurs um 41 Prozent gestiegen.

Lesen Sie auch das ECOreporter-Dossier Die besten Windaktien – wo sich jetzt der Einstieg lohnt.

Ørsted A/S:  ISIN DK0060094928 / WKN A0NBLH

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