Eine Nachricht über Probleme in den USA hat die Ørsted-Aktie hart getroffen. / Foto: Ørsted

  Nachhaltige Aktien

Orsted: Wertminderungen und Lieferschwierigkeiten – Aktie verliert zweistellig

Der dänische Energiekonzern Ørsted erwartet eine deutliche Wertminderung für seine US-Projekte. Es bestehe ein zunehmendes Risiko, dass Zulieferer ihre Verpflichtungen nicht einhalten könnten, erklärte der Konzern in einer Mitteilung. Die Ørsted-Aktie ist in der Folge aktuell fast 20 Prozent im Minus. Lohnt sich jetzt ein Einstieg?

Konkret betroffen seien die im Bau befindlichen Windkraft-Projekte Ocean Wind 1, Sunrise Wind und Revolution Wind, teilte Ørsted am heutigen Mittwoch mit. Die Wertminderungen sollen sich auf bis zu 16 Milliarden Dänische Kronen (2,1 Milliarden Euro) belaufen. Die Berechnung erfolgt laut Unternehmen anhand der Bewertung der gesamten negativen Auswirkungen in Bezug auf die Lieferkette, das Fehlen von  Steuergutschriften und die gestiegenen Zinssätze in den USA.

Aktie stürzt ab

Die Genehmigung für das 1,1-Gigawatt-Projekt Ocean Wind 1 hatte Ørsted erst im Juli erhalten. Es soll ein wichtiger Baustein bei den Plänen der US-Regierung sein, bis 2030 an jeder Küste 30 Gigawatt Offshore-Windkraft zu entwickeln. Das Projekt befindet sich mittlerweile zu 100 Prozent im Besitz von Ørsted, nachdem der Konzern Anfang des Jahres dem US-Energieversorger Public Service Enterprise Group (PSEG) dessen 25-Prozent-Beteiligung abgekauft hatte.

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Ørsted erwartet durch die Wertminderung keine Auswirkungen auf den prognostizierten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) im laufenden Geschäftsjahr. Dieser soll bei 20 bis 23 Milliarden Kronen liegen. Im EBITDA sind allerdings auch keine Wertminderungen berücksichtigt.

Der Finanzmarkt reagierte geschockt auf die Nachricht. Im Tradegate-Handel ist die Ørsted-Aktie aktuell 19,2 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 60,90 Euro (Stand: 30.8.2023, 10:58 Uhr). Auf Monatssicht notiert die Aktie 19,7 Prozent im Minus, im Jahresvergleich steht ein Wertverlust von 25 Prozent zu Buche.

Im ersten Halbjahr 2023 hat Ørsted wie erwartet weniger Geld verdient und einen geringeren Umsatz erzielt. ECOreporter schätzt die langfristigen Perspektiven von Ørsted aber unverändert als gut ein. Der Konzern ist Weltmarktführer bei Offshore-Windparks und baut zudem seine Aktivitäten bei Solarenergie, Stromspeichern, CO2-Lagerung (Carbon Capture & Storage, CCS) und grünem Methanol weiter aus.

Solide finanziert und mit starker Perspektive

Die Verzögerungen in den USA dürften nur eine Momentaufnahme sein – langfristig scheinen die Projekte zwar verlangsamt, aber keineswegs in Gefahr zu sein. Ørsted ist zudem solide finanziert: Vermögenswerten von mehr als 296 Milliarden Kronen standen Ende Juni 193 Milliarden Kronen an Verbindlichkeiten gegenüber.

Die Aktie ist mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 24 für 2023 auch nach dem heutigen Absturz kein Schnäppchen. Für 2024 liegt das erwartete KGV bei moderateren 17. Wer jetzt einsteigt, sollte einen langen Investitionshorizont mitbringen und unruhige Kursverläufe aushalten können. Die erwartete Dividendenrendite für 2023 liegt bei soliden 2,5 Prozent.

Lesen Sie auch das ECOreporter-Dossier Die besten Windaktien – wo sich jetzt der Einstieg lohnt.

Ørsted A/S:  ISIN DK0060094928 / WKN A0NBLH

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