Kann die Orsted-Aktie ihren Erholungskurs fortsetzen? / Foto: Orsted

  Nachhaltige Aktien

Orsted zahlt 125 Millionen Dollar Strafe für gestoppte Windparkprojekte

Der dänische Energiekonzern Ørsted hat in den USA einen Rechtsstreit wegen nicht gebauter Offshore-Windparks beigelegt. Wie attraktiv ist aktuell die Ørsted-Aktie?

Nach Angaben von Vertretern des US-Bundesstaates New Jersey wird Ørsted 125 Millionen Dollar zahlen, weil der Konzern im letzten Jahr seine Windkraftprojekte Ocean Wind 1 und 2 gestoppt hatte. Ørsted sagte die Bauvorhaben ab, weil die zu erwartenden Kosten stark gestiegen waren und die Einnahmen aus der Stromproduktion nicht ausgereicht hätten, um die Parks vor der Küste New Jerseys rentabel zu betreiben (ECOreporter berichtete hier). Ørsted war wegen Abschreibungen auf die Projekte im letzten Jahr tief in die roten Zahlen gerutscht.

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Die Ørsted-Aktie ist heute mit einem Plus von 0,2 Prozent und einem Kurs von 55,52 Euro in den Tradegate-Handel gestartet (Stand 29.5.2024, 8:42 Uhr). Die Aktie erholt sich seit November von ihren hohen Verlusten in den Jahren 2021 bis 2023. Auf drei Monate gesehen notiert sie 12 Prozent im Plus, im Jahresvergleich hat sie 33 Prozent eingebüßt. Auf fünf Jahre gesehen beträgt der Wertverlust 25 Prozent.

Ørsted konnte im letzten Quartal trotz gesunkener Strompreise den Vorsteuergewinn steigern. Das Management geht weiterhin davon aus, seine Ergebnisziele für 2024 zu erreichen. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) soll ohne Berücksichtigung von neuen Partnerschaften und den Strafzahlungen in New Jersey zwischen 23 und 26 Milliarden Dänischen Kronen liegen. 2023 erzielte Ørsted ein EBITDA von 24 Milliarden Kronen (3,2 Milliarden Euro).

Ørsted setzt auch auf Solarparks und grünes Methanol

Um rentabler zu werden, hat Ørsted den Abbau von Arbeitsplätzen angekündigt und will für die Geschäftsjahre 2023 bis 2025 keine Dividende zahlen. Zudem verkauft der Konzern sein Frankreich-Geschäft an das Pariser Energieunternehmen Engie, um sich auf aussichtsreichere Märkte zu konzentrieren.

Ørsted leidet nicht nur in den USA unter gestiegenen Kosten im Windparkprojektgeschäft. Die erwarteten Einnahmen aus langfristigen Stromverträgen, die bereits vor Fertigstellung der Parks abgeschlossen werden, reichen bei steigenden Entwicklungskosten teilweise nicht mehr aus, um die Projekte rentabel zu machen  ECOreporter sieht dennoch solide Perspektiven bei den Konzern.

Ørsted kann seinen Anlagenbestand weltweit weiter ausbauen, und das operative Geschäft läuft weitestgehend robust. Zudem weitet das Unternehmen seine Aktivitäten in zukunftsträchtigen Bereichen wie Solarenergie, Stromspeicher, CO2-Lagerung (Carbon Capture & Storage, CCS) und grünes Methanol stetig aus.

Nach den hohen Börsenverlusten der letzten Jahre ergeben sich nach Einschätzung der Redaktion bei der Aktie Kaufchancen für risikoaffine Anlegerinnen und Anleger mit langem Atem. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2024 fällt mit 20 vertretbar aus, für 2025 liegt es bei moderaten 13.

Lesen Sie auch: Die besten Windaktien - wo sich jetzt der Einstieg lohnt

Ørsted A/S: ISIN DK0060094928 / WKN A0NBLH

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