Intel muss eine Milliardenstrafe wegen angeblicher Patentverletzungen nicht zahlen. / Foto: Unternehmen

  Nachhaltige Aktien, Aktien-Favoriten

Patentstreit: Milliardenstrafe gegen Intel aufgehoben

Ein US-Berufungsgericht hat eine 2,18 Milliarden Dollar schwere Patentstrafe gegen den US-Chipriesen Intel aus dem Jahr 2021 aufgehoben. Der ECOreporter-Aktien-Favorit hatte sich bei dem ursprünglichen Urteil als Opfer eines sogenannten "Patent-Trolls" gesehen.

Bei dem Fall handelt es sich um eines der größten Urteile in der Geschichte des US-Patentrechts, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Die Geschworenen hatten 2021 geurteilt, dass die Technologie in den Mikroprozessoren von Intel gegen Patente verstößt, die das US-Unternehmen VLSI vom bankrotten niederländischen Chiphersteller NXP Semiconductors erworben hatte. ECOreporter hatte hier über den Fall berichtet.

Berufungsgericht sieht nicht genug Beweise

VLSI gehört zur ebenfalls in den Vereinigten Staaten ansässigen Investmentgesellschaft Fortress Investment Group, die wiederum eine Tochter des japanischen Finanzkonzerns Softbank ist. Unternehmen wie VLSI werden in den USA als "Patent-Trolle" bezeichnet. Ihr einziger Geschäftszweck ist es, Patente aufzukaufen und auf deren angebliche Verletzung zu klagen.

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

Eine Jury hatte VLSI vor zwei Jahren insgesamt 2,18 Milliarden Dollar Schadenersatz zugesprochen. Die Geschworenen eines Berufungsgerichts in Waco im US-Bundesstaat Texas kamen jetzt aber zu dem Schluss, dass für das ursprüngliche Urteil nicht genug Beweise vorgelegt worden waren.

Dem Gericht in Waco liegt noch ein weiterer Patentstreit zwischen VLSI und Intel zur Entscheidung vor. VLSI hat Intel vor mehreren US-Gerichten verklagt.

Die Intel-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 0,7 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 38,80 Euro (Stand: 5.12.2023, 9:22 Uhr). Auf Monatssicht hat die Aktie 8,7 Prozent an Wert gewonnen, im Jahresvergleich ist sie 39,4 Prozent im Plus.

Bei Intel laufen die Geschäfte seit rund zwei Jahren schlecht, aktuell investiert der Konzern Milliarden in den Ausbau und die Modernisierung seiner Produktion. Zusätzlich belastet die Schwäche am PC-Markt die Ergebnisse. Das Geschäftsjahr 2023 erwartet Intel deshalb in den roten Zahlen abzuschließen.

Aktie mit Risiko

ECOreporter traut es Intel zwar grundsätzlich zu, wieder in die Erfolgsspur zurückzufinden. Der Konzern ist in vielen Chip-Bereichen immer noch Weltmarktführer und besitzt im Gegensatz zu anderen Chip-Entwicklern eigene Produktionsstätten – in Zeiten zunehmender globaler Spannungen kann das ein strategischer Vorteil sein. Hinzu kommt politische Unterstützung, weil die USA und die EU hoffen, mit einer einheimischen Intel-Produktion unabhängiger von asiatischen Fabriken zu werden.

Aktuell ist die Intel-Aktie allerdings ein Investment mit erhöhtem Risiko. Für 2024, wenn der Konzern wieder Gewinne erzielen will, liegt das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie derzeit bei hohen 43. Die erwartete Dividendenrendite für das aktuelle Geschäftsjahr beträgt 2,0 Prozent.

Intel ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Kategorie Dividendenkönige. Lesen Sie hier unser Unternehmensporträt. Welche Dividendenkönige ECOreporter derzeit empfiehlt, erfahren Sie in unserem großen Überblick.

Aussichtsreiche Halbleiter-Aktien finden Sie im Artikel Bei diesen nachhaltigen Chip-Aktien bieten sich Kaufgelegenheiten

Intel Corp.: ISIN US4581401001 / WKN 855681

Verwandte Artikel

29.05.26
 >
23.11.23
 >
30.04.26
 >
07.11.23
 >
06.10.23
 >
Aktuell, seriös und kostenlos: Der ECOreporter-Newsletter. Seit 1999.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x