Der Patrizia-ELTIF investiert mittelbar unter anderem in ein Entsorgungsunternehmen. / Foto: Pixabay

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Patrizia Infrastructure Invest ELTIF – welche Risiken bestehen, wie nachhaltig ist der Fonds?

Die Patrizia-Gruppe hat mit dem „Patrizia Infrastructure Invest“ ihren ersten European Long-Term Investment Fund (ELTIF) auf den Markt gebracht. Schwerpunktmäßig sind Investitionen in Infrastrukturen vorgesehen. Geografisch stehen Europa und andere OECD-Märkte im Fokus. Die von Patrizia kommunizierte angestrebte Zielrendite des Fonds beträgt über 8 Prozent pro Jahr. Eine Zeichnung ist ab 100 Euro möglich.

Den ELTIF hat Patrizia in Zusammenarbeit mit Universal Investment aufgelegt. Portfoliomanager des Fonds ist die Patrizia Infrastructure Ltd. aus London und Sub-Portfoliomanager die Patrizia ty Ltd aus Australien.

Was ist der Patrizia Infrastructure Invest?

Bei dem ELTIF „Patrizia Infrastructure Invest“ handelt es sich um eine luxemburgische Kommanditgesellschaft auf Aktien (société en commandite par actions, SCA) in Form einer Investmentgesellschaft mit variablem Kapital (société d'investissement à capital variable, SICAV). Zu regulatorischen Zwecken wurde der ELTIF als alternativer Investmentfonds eingestuft.

Es handelt sich zudem um einen offenen Fonds, bei dem die Anteilsrückgabe nach Ablauf der anfänglichen Sperrfrist unter Einhaltung einer zwölfmonatigen Kündigungsfrist grundsätzlich zum Quartalsende möglich ist, sofern die Liquiditätsmechanismen das ermöglichen.

Der Fonds kann laut Basisinformationsblatt (BIB, vom 1.12.2024) direkt oder indirekt in alle alternativen Anlageklassen investieren, unter anderem in Infrastruktur mit geografischem Schwerpunkt unter anderem in Europa und der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, 38 überwiegend weit entwickelte Länder).

Umfangreiche Erfahrungen von Patrizia im Infrastrukturbereich

Patrizia verwaltet nach eigenen Angaben ein Vermögen von ca. 56 Milliarden Euro und beschäftigt rund 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an 27 Standorten in Europa, dem asiatisch-pazifischen Raum und Nordamerika. Der Infrastruktur-Track-Record von Patrizia umfasst laut Unternehmen mehr als 26 Jahre und über 130 Einzelinvestments. Die getätigten Investments im Bereich Infrastruktur belaufen sich auf knapp 10 Milliarden Euro weltweit. Für private Anlegerinnen und Anleger hat Patrizia bislang 16 Immobilienfonds aufgelegt.

Die Investitionen des Patrizia Infrastructure Invest erfolgen nach Patrizia-Angaben sowohl über Eigenkapitalinvestitionen („Infrastructure Equity“) als auch über Darlehensvergabe („Infrastructure Debt“). Die Investitionen sollen über Direktinvestments und Beteiligungen an Zielfonds erfolgen.

Mehrere bereits erfolgte Investitionen von Zielfonds

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Mögliche Zielfonds, die Patrizia für institutionelle Investorinnen und Investoren aufgelegt hat, haben den Angaben nach bereits erste Vermögenswerte angebunden. Einige der bereits getätigten Investitionen auf Ebene der möglichen Zielfonds sind auf der Patrizia-Internetseite des ELTIF aufgeführt (Abruf: 15.1.2025):

Greenvolt (Debt)

Greenvolt ist ein paneuropäisches Unternehmen für Erneuerbare Energien, das sich auf die dezentrale Stromerzeugung und Entwicklung von Großprojekten konzentriert. Es ist den Angaben nach in den Bereichen Photovoltaik, Wind, Biomasse und Speicherung aktiv, hat 547 Megawatt (MW) Betriebskapazität und eine Projektpipeline von 8,4 Gigawatt (GW).

Cupano (Debt)

Cupano verfügt laut Patrizia über ein diversifiziertes Portfolio digitaler Infrastrukturen über mehrere Sektoren, das aus Betreibern von Rundfunk- und Mobilfunkinfrastrukturen und einem Anbieter von Glasfaserinfrastrukturen besteht. Die Netze umfassen 1.290 Masten und rund 10.000 Kilometer Glasfasernetz.

Greenthesis (Equity)

Greenthesis bietet Kreislaufwirtschaftslösungen für die Abfallbehandlung über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg: Abfallsortierung und -behandlung, Entsorgung, Energie aus Abfällen und konzessionsbasierten Deponien. Greenthesis hat den Angaben nach 20 Standorte in Nord- und Mittelitalien.

Vantage Towers (Debt)

Vantage Towers vermietet passive Telekommunikationsmasten an Mobilfunknetzbetreiber, Bundesbehörden und Kunden aus dem Versorgungs- und Technologiesektor. Das Unternehmen besitzt Patrizia zufolge über 84.000 Anlagen in zehn europäischen Märkten, darunter auch Deutschland.

Risiken

Die wesentlichen Risiken des Fonds Patrizia Infrastructure Invest sind laut Produktinformation (Stand: November 2024) Verzögerungen in der Projektentwicklung, Verzögerungen bei der Kapitaleinwerbung und bei Investitionen, ein allgemeines Risiko hinsichtlich Kostenüberschreitungen, regulatorische Risiken, Währungsrisiken, Zinsrisiken, Marktrisiken, Risiken bei der Investition in Sachwerte bzw. Infrastruktur (wie beispielsweise Untergangsrisiko, Betreiberrisiko und Risiko unsachgemäßer Handhabung und Wartung) und Risiken der Beschränkung und Aussetzung der Anteilsrücknahme. Zudem können sich Ausschüttungen verzögern oder ausbleiben, und Renditen können deutlich geringer ausfallen als prognostiziert.

Nachhaltigkeit

Der Fonds berücksichtigt laut BIB bei der Auswahl geeigneter Anlagen ökologische und/oder soziale Merkmale und ist gemäß Artikel 8 der Verordnung (EU) 2019/2088 (Taxonomie-Verordnung) qualifiziert.

Der Due-Diligence-Prozess für jede neue Direktinvestition umfasst laut Prospekt vier (nicht sonderlich anspruchsvoll erscheinende) Prüfungspunkte, die im Folgenden vereinfacht dargestellt sind:

  1. Ausgeschlossen sind laut Prospektanhang Direktinvestitionen in die Produktbereiche kontroverse Waffen, Tabak, Alkohol, Glücksspiel und Pornografie.
  2. Basierend auf einer internen Bewertungsskala von A bis D muss mindestens ein ESG-Rating „C-“ erreicht werden.
  3. Keine wesentlichen Verstöße gegen den UN Global Compact.
  4. Die Kohlenstoffintensität von neuen Investitionen soll nicht den Net Zero Asset Managers (NZAM)-Verpflichtungen des Fondsmanagers widersprechen. Nicht konforme Investitionen sind laut Prospekt begrenzt.

Gemäß den Angaben im Patrizia-Nachhaltigkeitsbericht 2023 hat der Infrastrukturbereich von Patrizia 2016 ein ESG-Due-Diligence-Rahmenwerk eingeführt, 2021 den UN Global Compact unterzeichnet und 2022 die Net Zero Asset Manager Initiative unterzeichnet.

Die Net Zero Asset Manager Initiative ist insbesondere infolge der politischen Entwicklungen in den USA aktuell unter Druck geraten (ECOreporter berichtete hier).

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