Pennon merkt beim Ergebnis die Folgen eines Wasserskandals. / Foto: Pixabay

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Pennon Group: Kosten nach Wasserskandal sorgen für Verlust

Der britische Versorger Pennon Group hat im Geschäftsjahr 2024/2025 (April bis März) seinen Umsatz deutlich gesteigert, musste aber einen erheblichen Verlust hinnehmen. Grund dafür waren die Kosten durch einen Parasitenskandal in der Wasserversorgung.

Der Konzern verzeichnete für das Jahr einen Nettoverlust von knapp 57 Millionen Britischen Pfund (67,5 Millionen Euro), was laut Unternehmensangaben den Erwartungen des Managements entsprach. Auch im Vorjahr hatte Pennon rote Zahlen geschrieben, der Verlust war mit 8,5 Millionen Pfund aber deutlich niedriger ausgefallen.

Parasitenbefall in Brixham

Grund für das schlechte Ergebnis waren die Kosten durch einen Wasserskandal: Im vergangenen Jahr war festgestellt worden, dass die Wasserversorgung der britischen Kleinstadt Brixham mit sogenannten Kryptosporidien, Darmparasiten, verseucht war. Der Skandal führte im Mai 2024 laut britischen Medien zu mehr als 100 bestätigten Fällen von Durchfallerkrankungen.

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Pennon entstanden durch den Brixham-Skandal etwa 38 Millionen Pfund (45 Millionen Euro) an direkten Kosten. Davon entfielen etwa 21 Millionen Pfund auf Maßnahmen zur Wiederherstellung einer sicheren und qualitativ einwandfreien Wasserversorgung und knapp 17 Millionen Pfund auf Restrukturierungsmaßnahmen, die infolge des Vorfalls notwendig wurden. Mitglieder der Unternehmensführung, darunter Konzernchefin Susan Davy, verzichteten wegen des Vorfalls auf ihre jährlichen Boni.

Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um gut 15 Prozent auf knapp 1 Milliarde Pfund (1,2 Milliarden Euro). Die britische Wasseraufsicht Ofwat erlaubte dem Konzern mehrere Preiserhöhungen. Zudem profitierte das Unternehmen von einem stärlkeren Wasserverbrauch und der Übernahme des britischen Wasserversorgers SES Water.

Für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 erwartet Pennon, wieder profitabel zu werden. Durch höhere Einnahmen und geringere Kosten soll das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) voraussichtlich um zwei Drittel steigen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte Pennon ein um Sondereffekte bereinigtes EBITDA von knapp 336 Millionen Pfund (398 Millionen Euro) verbucht.

Pennon will bis 2030 insgesamt 3,2 Milliarden Pfund (3,8 Milliarden Euro) investieren. Das Geld soll etwa in die Verbesserung der Wasserqualität fließen, in die Reduktion von Überläufen, eine neue Speicherinfrastruktur sowie Maßnahmen, um dem Klimawandel, etwa in Form von Starkwetterereignissen, besser begegnen zu können.

Neben dem Brixham-Skandal waren britische Wasserversorger in den vergangenen Jahren in mehrere weitere Umweltskandale verwickelt. So hatten sie etwa zu viel Schmutzwasser in öffentliche Gewässer abgeleitet, weil die veraltete Infrastruktur mit heftigen Regenfällen überfordert war. Pennon musste 2023 deshalb 2 Millionen Pfund Strafe zahlen. Mittlerweile gibt es Diskussionen um eine mögliche Verstaatlichung von Versorgungskonzernen.

Neue Dividendenpolitik

Aufgrund der hohen Investitionen hat Pennon seine Dividendenpolitik umgestellt. Künftig soll die Dividende – wie beim Wettbewerber United Utilities – im Einklang mit dem britischen Verbraucherpreisindex (CPIH) steigen. Bislang verfolgte Pennon die Strategie, seine Ausschüttungen immer um 2 Prozent stärker als die Inflationsrate anzuheben. Für das Geschäftsjahr 2024/25 plant das Unternehmen die Ausschüttung von knapp 0,32 Pfund pro Aktie. Beim aktuellen Kurs ergibt sich damit eine Dividendenrendite von hohen 6,3 Prozent.

Die Pennon-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 2,7 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 5,90 Euro (Stand: 3.6.2025, 10:49 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 2,2 Prozent im Minus, im Jahresvergleich legte sie 3,8 Prozent zu.

Insgesamt ging es für den Pennon-Kurs in den letzten vier Jahren deutlich abwärts, seit 2021 büßte die Aktie rund 50 Prozent ihres Werts ein. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie für 2025/26 ist vor diesem Hintergrund mit 20 nicht niedrig. Ein Pluspunkt sind die verlässlichen Dividendenzahlungen. 

Defensive Anlegerinnen und Anleger sollten abwarten, ob Pennon seine Probleme in den Griff bekommt – das Image des Konzerns hat erheblich gelitten. ECOreporter rät nicht zum Einstieg.

Pennon Group PLC: ISIN GB00BNNTLN49 / WKN A3CR01

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