Aktuell bietet Polestar drei Fahrzeugmodelle an, darunter den SUV Polestar 3. / Foto: Unternehmen

  Nachhaltige Aktien

Polestar erhält fast 1 Milliarde Dollar frisches Kapital, Aktie gewinnt 19 %

Polestar hat von einem Bankenkonsortium Kreditzusagen über insgesamt 950 Millionen US-Dollar bekommen. Wie attraktiv ist die Aktie des schwedischen Elektroautobauers?

Die Darlehen kommen von zwölf großen internationalen Banken, darunter HSBC und BNP Paribas, und haben eine Laufzeit von drei Jahren. Zu den Zinssätzen macht Polestar keine Angaben. Mit dem neuen Geld kann der Konzern eigenen Angaben zufolge den Großteil seines mittelfristigen Finanzierungsbedarfs decken.

Polestar wächst langsamer als erhofft

Im letzten Jahr lieferte das Unternehmen 54.600 Elektroautos aus – die Jahresprognose hatte anfangs bei 80.000 gelegen. Polestar leidet unter der Rabattschlacht zwischen den Weltmarktführern Tesla und BYD.

Mit knapp 470 Millionen Dollar fiel der Nettoverlust in den ersten drei Quartalen 2023 mehr als doppelt so hoch aus wie im gleichen Zeitraum 2022. Der Umsatz verbesserte sich von 1,5 auf 1,8 Milliarden Dollar. Der Einstieg in neue Märkte und der Start mehrerer Serienfertigungen kostet derzeit noch viel Geld, die Gewinnzone und positive Cashflows will Polestar 2025 erreichen. Branchenbeobachter rechnen damit, dass das Unternehmen weitere Finanzspritzen seiner Hauptaktionärin Geely brauchen wird. Polestar selbst geht für die nächsten Jahre von einem Kapitalbedarf von 1,3 Milliarden Dollar aus.

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

Die Polestar-Aktie hat gestern nach Bekanntgabe der Kreditzusagen 19 Prozent an Wert gewonnen. Im Tradegate-Handel kostet sie derzeit 1,975 Euro (Stand 1.3.2024, 8:04 Uhr). Die beim Börsenstart im Sommer 2022 viel zu teure Aktie ist nach einem Kursverlust von 62 Prozent auf Jahressicht nicht mehr überbewertet. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt derzeit bei etwa 2 ein vertretbarer Wert.

Verkäufe sollen sich verdreifachen

Polestar war einst die Tuning-Sparte von Volvo. Seitdem Volvo zu Geely gehört, wird Polestar als Luxus-E-Marke aufgebaut. Aktuell bietet das schwedische Unternehmen den Polestar 2 (Listenpreis ab 51.000 Euro) und den SUV Polestar 3 (ab 89.000 Euro) an. Der etwas günstigere SUV Polestar 4 wird seit Ende 2023 in China ausgeliefert. In diesem Jahr will der Konzern seine US-Serienproduktion in einem Volvo-Werk in South Carolina hochfahren, 2025 soll eine neue Fabrik in Südkorea folgen. Bislang fertigt Polestar ausschließlich in China. 2025 möchte das Unternehmen 155.000 Fahrzeuge verkaufen.

Ob Polestar im aktuell schwierigen Marktumfeld wie erhofft wachsen wird, ist ungewiss - seine letzten Prognosen konnte der Konzern nicht einhalten. ECOreporter sieht bei Polestar aber geringere Anlagerisiken als bei den meisten anderen jungen Elektroautobauern, auch aufgrund der engen Anbindung an Volvo und Geely. Ein Investment-Thema für mutige Investoren, die viel Geduld mitbringen.

Lesen Sie auch das ECOreporter-Dossier Tesla, BYD, Rivian, Polestar: 10 Elektroauto-Aktien im Crash-Test.

Polestar Automotive Holding Plc. ADR: ISIN US7311052010 / WKN A3DP4R

Verwandte Artikel

26.09.25
 >
27.08.25
 >
27.02.24
 >
06.02.24
 >
29.02.24
 >
Aktuell, seriös und kostenlos: Der ECOreporter-Newsletter. Seit 1999.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x