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Recycler Carbios will 40 Prozent der Stellen streichen
Der französische Plastik-Recycler Carbios steckt offenbar in finanziellen Schwierigkeiten. Das Unternehmen muss sparen und kündigt Entlassungen an. Den Bau seiner ersten PET-Biorecyclinganlage hat das Unternehmen wegen Problemen bei der Finanzierung verschoben.
Carbios kündigte einen umfassenden Sparplan an, zu dem auch der Abbau von 40 Prozent der Arbeitsplätze gehören soll. Aktuell beschäftigt das Unternehmen nach eigenen Angaben rund 170 Mitarbeitende.
Bau von Recyclinganlage wird verschoben
Mithilfe des Plans will Carbios "die Betriebskosten senken und die Liquiditätslage des Konzerns verbessern", wie das Management erklärte. Details zu Inhalt und Zeitplan nannte Carbios nicht. Gleichzeitig betonte das Unternehmen, das es erwartet, im ersten Halbjahr 2025 die ersten kommerziellen Abnahmeverträge für sein Recycling-Plastik abzuschließen.
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Carbios hat das sogenannte PET-Biorecycling entwickelt. Dabei sollen Enzyme Plastikmüll mittels eines chemischen Verfahrens effektiver zersetzen, als es mit aktuellen Recyclingmethoden möglich ist.
Allerdings teilte das Unternehmen im Dezember mit, dass es den Bau seiner ersten PET-Biorecyclinganlage im französischen Longlaville um sechs bis neun Monate verschieben muss. Grund dafür ist Carbios zufolge die "verzögerte Bereitstellung zusätzlicher Finanzmittel zu angemessenen Konditionen".
Man arbeite "nun mit Nachdruck darauf hin, diese Finanzierungsmaßnahmen ohne Verwässerung so schnell wie möglich abzuschließen, um den Marktbedarf ab 2027 zu decken". Das Bauprojekt werde "insgesamt unangefochten weitergeführt".
Wie Carbios gemeinsam mit der Mitteilung zur Verschiebung des Baus bekannt gab, verfügte das Unternehmen Ende 2024 über Barmittel in Höhe von 92,8 Millionen Euro "sowie 19,6 Millionen Euro an Termineinlagen, die als Finanzanlagen klassifiziert sind".
Carbios sei damit "gut positioniert, um seinen Finanzmittelbedarf über die nächsten zwölf Monate hinaus zu decken". Die aktuelle Ankündigung eines harten Sparkurses spricht allerdings dafür, dass die finanziellen Schwierigkeiten doch größer sein könnten.
Eine Aktie als Wette
Die Carbios-Aktie ist schon länger im Sinkflug, im Dezember brach sie nach der Nachricht über den verschobenen Fabrikbau noch einmal ein. Aktuell ist sie im Tradegate-Handel zum Freitag weitere 6,9 Prozent im Minus und kostet 6,33 Euro (Stand: 10.2.2025, 11:03 Uhr). Im Monatsvergleich hat die Aktie 2,8 eingebüßt, auf Jahressicht ging es für den Kurs 71,6 Prozent abwärts.
ECOreporter hat stets davor gewarnt, dass es sich bei Carbios um ein hochspekulatives Investment handelt. Die Aktie eignet sich nur für Anlegerinnen und Anleger, die eine Wette eingehen möchten und auf das eingesetzte Geld verzichten können. Das Unternehmen hat seine eigentliche Geschäftstätigkeit noch gar nicht aufgenommen, und wie hoch die Nachfrage für Carbios' Recyclingplastik ist, lässt sich derzeit nicht einschätzen.
Aus nachhaltiger Sicht ist außerdem zu bedenken: Neue und innovative Recyclingmöglichkeiten für Plastik sind begrüßenswert. Eine wirklich effektive Bekämpfung des Plastikmüllproblems lässt sich aber nur durch stärkere Regulierung und durch eine konsequente Vermeidung erreichen – eine Lösung, die sich zudem deutlich schneller umsetzen ließe als der Bau von Biorecycling-Fabriken.
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Carbios S.A.: ISIN FR0011648716 / WKN A1XA4J
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