Bei SAP nimmt das zukunftsträchtige Geschäft mit Cloudangeboten wieder deutlich an Fahrt auf. / Foto: Unternehmen

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SAP wächst stärker im Cloudgeschäft, bestätigt Prognose

Der Walldorfer Softwareanbieter SAP hat im dritten Quartal 2023 deutliche Zuwächse im Cloudgeschäft verzeichnet – auch wenn die Erwartungen leicht verfehlt wurden. Der ECOreporter-Aktien-Favorit rechnet für das Gesamtjahr trotz schwieriger wirtschaftlicher Bedingungen und zunehmender geopolitischer Spannungen mit einem Umsatzplus und einem deutlichen Anstieg des operativen Gewinns.

In den drei Monaten bis Ende September stieg der Umsatz laut Mitteilung um 4 Prozent auf etwas mehr als 7,7 Milliarden Euro – währungsbereinigt ein Plus von 9 Prozent. Die Clouderlöse legten bereinigt um 23 Prozent auf 3,47 Milliarden Euro zu. Damit blieb SAP zwar etwas hinter den Erwartungen am Markt zurück, konnte aber das Wachstum im Vergleich zum zweiten Quartal deutlich beschleunigen.

Auch die Margen verbessern sich wieder

Das operative Ergebnis stieg um 11 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro und übertraf damit die Prognosen der Analysten. Unter dem Strich konnte SAP den Gewinn für das Quartal auf 1,3 Milliarden Euro mehr als verdoppeln.

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Im gesamten Geschäftsjahr 2023 soll das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) währungsbereinigt im Vergleich zum Vorjahr um 8 bis 12 Prozent auf 8,65 bis 8,95 Milliarden Euro zulegen. Bei den Cloud- und Softwareumsätzen peilt der Konzern einen bereinigten Wert zwischen 27,0 und 27,4 Milliarden Euro an – das wäre ohne Berücksichtigung von Währungseffekten eine Wachstumsrate von 6 bis 8 Prozent.

Die Clouderlöse sollen isoliert betrachtet noch ein deutlich höheres Plus erreichen und in einer Spanne zwischen 14,0 und 14,2 Milliarden Euro liegen. Das wären 23 bis 24 Prozent mehr als 2022. Nachdem SAP die Cloud-Prognose im Sommer gesenkt hatte, wurde sie diesmal bestätigt.

Cloudangebote sind das erklärte Zukunftsgeschäft der Walldorfer. Kunden, die SAP-Software cloudbasiert nutzen, zahlen einen geringeren Betrag über eine Laufzeit von in der Regel drei Jahren – bleiben aber dann oft länger Kunde, weil sie ohne Vertrag die Software nicht mehr nutzen können. Der Umsatz ist für SAP somit besser planbar als im Lizenzgeschäft, wo die Software für eine hohe Einmalzahlung verkauft wird.

Das Geschäft mit Softwarelizenzen gegen hohe Einmalzahlungen fährt SAP dagegen Stück für Stück zurück. Die Umsätze aus Cloudabos und dem Wartungsgeschäft für Lizenzsoftware sollen dieses Jahr 82 Prozent der Gesamterlöse ausmachen, ein Plus von rund 3 Prozent.

Für die Neuausrichtung des Konzerns nahm SAP in den letzten Jahren geringere Margen in Kauf. Das soll sich nun ändern: Für das Gesamtjahr 2023 erwartet der Konzern, dass der operative Gewinn stärker als der Umsatz zulegt. Damit würden sich die Konsolidierung der eigenen Datencenter und die Verbesserungen bei der Profitabilität des Cloudgeschäfts auszahlen.

"Unsere Ergebnisse für das dritte Quartal sind ein erneuter Beleg dafür, dass wir in die nächste Phase unserer Transformation eingetreten sind", erklärte SAP-Chef Christian Klein. "Wir haben das Cloudwachstum in unserem gesamten Portfolio beschleunigt."

Auch KI-Hype soll sich auszahlen

Neben dem Fokus auf die Cloud steht auch der Hype um Künstliche Intelligenz (KI) im Vordergrund. SAP hat jüngst weitere Investitionen angekündigt und seinen KI-Assistenten Joule vorgestellt. Für die mit KI ausgestatteten Programme könnte SAP dem "Handelsblatt" zufolge Preisaufschläge von bis zu 30 Prozent verlangen.

Die SAP-Aktie kann von den neuen Zahlen deutlich profitieren, im Xetra-Handel ist sie aktuell 7,0 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 129,46 Euro (Stand: 19.10.2023, 9:27 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 3,4 Prozent im Plus, im Jahresvergleich hat sie 44,7 Prozent an Wert gewonnen.

ECOreporter sieht SAP unabhängig von den KI-Plänen als langfristig gutes Investment. Die Redaktion bleibt bei ihrer Einschätzung, dass eine langfristig orientierte Ausrichtung des Konzerns es wert ist, zwischenzeitlich niedrigere Margen in Kauf zu nehmen.

Seitdem auch Profi-Investoren wieder zufriedener mit den Ergebnissen sind, hat die SAP-Aktie deutlich an Wert gewonnen. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2023 von 39 ist sie daher derzeit teuer. Für 2024 wird das KGV bei moderateren 30 erwartet. Wer jetzt einsteigt, muss Geduld mitbringen, defensivere Anlegerinnen und Anleger sollten auf Kursrücksetzer warten.

SAP ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Kategorie Dividendenkönige. Zum ausführlichen Unternehmensporträt gelangen Sie hier.

Lesen Sie auch den ECOreporter-Überblick über die Entwicklung der nachhaltigen Dividendenkönige und das Dossier In Künstliche Intelligenz investieren: die nachhaltigsten KI-Aktien.

SAP SE: ISIN DE0007164600 / WKN 716460

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