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Siltronic erreicht Jahresziele – was macht die Aktie?
Der Münchner Halbleiter-Zulieferer Siltronic hat seine geschäftlichen Prognosen für 2023 erfüllt. Allerdings waren die Erwartungen nicht hoch, Umsatz und Gewinn gingen deutlich zurück. Mittelfristig rechnet der Wafer-Hersteller wieder mit starkem Wachstum.
Nach vorläufigen Zahlen setzte Siltronic im letzten Jahr 1,5 Milliarden Euro um. 2022 waren es 1,8 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) halbierte sich auf 231 Millionen Euro. Die Nettofinanzverschuldung lag Ende 2023 bei 356 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte der Konzern noch ein Nettofinanzvermögen von 374 Millionen Euro ausgewiesen.
Siltronic ist der größte europäische Lieferant von Wafern für die Halbleiterindustrie. Wafer sind die hauchdünnen Siliziumscheiben, aus denen etwa Smartphone- und PC-Chips herausgesägt werden. 1962 stellte Siltronic den weltweit ersten Siliziumwafer her.
2023 litt das MDAX-Unternehmen unter der schwachen Nachfrage aus der Halbleiterbranche. Der Absatz von Smartphones und Computern stockte, hinzu kamen hohe Lagerbestände aus den Corona-Jahren. Für 2024 gehen Marktbeobachter von spürbarem Wachstum aus.
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Ende November hatte Siltronic auf seinem Kapitalmarkttag in London mitgeteilt, man rechne im ersten Halbjahr 2024 noch mit einer gedämpften Nachfrage. Bei der Veranstaltung präsentierte das Management auch neue mittelfristige Wachstumsziele: Für das Geschäftsjahr 2028 kalkuliert Siltronic mit einem Umsatz von 2,2 Milliarden Euro. Die Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA-Marge) soll von derzeit 29 Prozent „auf einen hohen 30-Prozent-Wert“ steigen.
Siltronic sieht vor allem bei Halbleitern für die Bereiche Künstliche Intelligenz (KI), Digitalisierung und Elektromobilität erhebliches Wachstumspotenzial. So sei beispielsweise die für die Herstellung eines KI-geeigneten Servers benötigte Waferfläche um bis zu acht Mal größer als die eines herkömmlichen Servers. Bei Elektrofahrzeugen liege die benötigte Waferfläche um 60 bis 100 Prozent höher als bei Verbrennerfahrzeugen.
Siltronic rechnet bis 2028 mit einem jährlichen Wachstum der Wafernachfrage von 4 bis 5 Prozent. Der Konzern hat eine neue Fabrik in Singapur gebaut, deren Produktion in diesem Jahr hochgefahren werden soll. Für das Werk kalkuliert die Konzernleitung mit EBITDA-Margen von mehr als 50 Prozent. Die hohen Investitionen – alleine 2023 waren es nach vorläufigen Zahlen 1,3 Milliarden Euro – dürften aber zumindest 2024 noch die Gewinnmargen belasten. Eine konkrete Prognose für 2024 wird am 12. März erwartet, wenn Siltronic seinen Geschäftsbericht 2023 veröffentlicht.
Der Börsenkurs schwankt deutlich
In die Siltronic-Aktie sind die schwachen Jahreszahlen bereits seit längerer Zeit eingepreist. Heute notiert sie im Tradegate-Handel 0,3 Prozent im Plus zum Vortag bei 89,30 Euro (Stand 2.2.2024, 8:00 Uhr). Nach hohen Verlusten 2022 befindet sich die Aktie seit Oktober 2022 wieder auf Erholungskurs, schwankt dabei aber stark. Im Jahresvergleich hat sie 12 Prozent gewonnen, auf drei Jahre gesehen 37 Prozent verloren. In den letzten fünf Jahren ist der Börsenwert um 2 Prozent gestiegen.
ECOreporter schätzt die mittelfristigen Aussichten von Siltronic weiterhin als solide ein. Das Unternehmen erzielt auch in der aktuellen Flautephase ordentliche Gewinne. Zieht die Nachfrage nach Halbleitern und damit auch Wafern wieder an, dürfte sich die Siltronic-Aktie weiter positiv entwickeln.
Die Aktie ist derzeit mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2024 von 40 hoch bewertet. Für 2025, wenn höhere Gewinne erwartet werden, liegt das KGV bei deutlich moderateren 24. Dazu kommt eine gute erwartete Dividendenrendite für die nächsten beiden Geschäftsjahre von 2,9 Prozent. Ein interessantes Investment für geduldige Anlegerinnen und Anleger.
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Siltronic AG: ISIN DE000WAF3001 / WKN WAF300