Der Preis für SolarEdge-Wechselrichter könnte in Europa nach Ansicht von Experten noch stärker sinken. / Foto: SolarEdge

  Nachhaltige Aktien, Aktien-Favoriten

Solaraktie SolarEdge: Analysten werden pessimistischer

Eine pessimistische Analysteneinschätzung setzt den israelischen Solarkonzern SolarEdge unter Druck. Die Experten erwarten vor allem, dass die Wechselrichter des Unternehmens noch günstiger werden müssen. Die ECOreporter-Favoriten-Aktie bricht einmal mehr deutlich ein.

Die Investmentbank Jefferies hat am heutigen Dienstag die SolarEdge-Aktie von "Halten" auf "Verkaufen" herabgestuft und das Kursziel von 27,00 auf 17,00 US-Dollar gesenkt. An ihrer US-Heimatbörse Nasdaq schloss die SolarEdge-Aktie am Montag bei 21,95 Dollar.

Druck bleibt besonders in Europa hoch

Während der US-Markt sich erhole, leide das Unternehmen unter der länger als erwartet anhaltenden Schwäche in Europa sowie einem intensiven Wettbewerb, begründen die Analysten ihre Einschätzung. Die Herabstufung ist Jefferies zufolge eine Reaktion auf Gespräche auf der Fachmesse RE+ in den USA, der größten Messe für Erneuerbare Energie in Nordamerika. SolarEdge konnte den Analysten gegenüber demnach nicht die erhoffte Zuversicht beim Geschäftsausblick vermitteln.

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Jefferies prognostiziert für die Jahre 2025 und 2026 deutlich niedrigere durchschnittliche Verkaufspreise für Wechselrichter als bisher vom Markt erwartet. Die Analysten rechnen mit einem Rückgang von 14 Prozent im Jahresvergleich, während die bisherigen Prognosen im Schnitt von einem Rückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich ausgegangen waren.

Im Fokus steht dabei vor allem, dass SolarEdge-Wechselrichter auf dem europäischen Markt deutlich teurer sind als die Produkte der chinesischen Wettbewerber. Zwar könnte die Produktion in den USA die dortigen Verkaufspreise stützen, doch erwartet Jefferies, dass dieser Effekt den Preisverfall in Europa nicht wird ausgleichen können. Zudem ist auch der US-Markt noch immer angeschlagen, weil höhere Zinsen die Finanzierung von Solaranlagen verteuert haben und staatliche Fördergelder gestrichen wurden.

Im zweiten Quartal 2024 entfielen noch 37 Prozent der Solarverkäufe von SolarEdge auf Europa, ein deutlicher Rückgang gegenüber 64 Prozent im gleichen Zeitraum 2023. Jefferies geht davon aus, dass der europäische Anteil auf etwa 30 Prozent sinken, aber weiterhin ein bedeutender Teil des Geschäfts bleiben wird.

Wetten auf weiter sinkende Kurse

Nachdem die SolarEdge-Aktie sich in der vergangenen Woche etwas erholen konnte, notiert sie im Tradegate-Handel aktuell wieder 4,8 Prozent im Minus zum Vortag bei 18,77 Euro (Stand: 17.9.2024, 11:21 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 24,6 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 85,3 Prozent an Wert eingebüßt.

Für die SolarEdge-Aktie geht es seit Mitte letzten Jahres abwärts, die Geschäfte laufen schlecht. Konzernchef Zvi Lando ist mittlerweile zurückgetreten. Sogenannte Shortseller, auch Leerverkäufer genannt, wetten auf noch weiter sinkende Kurse. Der Konzern hat einen drastischen Sparplan aufgelegt und streicht in großem Stil Stellen.

SolarEdge erwartet nach aktuellem Stand ab der ersten Jahreshälfte 2025 mehr Aufträge und höhere Einnahmen. Ob die Rückkehr in die Gewinnzone gelingen kann, ist aber noch unsicher. Zwar sieht ECOreporter weiterhin Potenzial bei SolarEdge, rät derzeit aber zur Vorsicht bei der Aktie.

SolarEdge ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie der Kategorie Nachhaltige Mittelklasse. Ein Unternehmensporträt finden Sie hier.

Einen Überblick zum Solarsektor bieten die ECOreporter-Dossiers Der ECOreporter-Solaraktien-Überblick: Maschinen, Module und Wechselrichter (Teil 1) und Der ECOreporter-Solaraktien-Überblick: Projektierer und Betreiber von Solaranlagen (Teil 2)

SolarEdge Technologies Ltd.: ISIN US83417M1045 / WKN A14QVM

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