Die Solarenergie wächst weltweit im Rekordtempo – Unternehmen aus der Branche haben es dennoch schwer. / Foto: Pixabay

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Solarmodule so günstig wie nie – Experten erwarten Installationsrekord

Der US-Datendienstleister Bloomberg New Energy Finance (BNEF) erwartet, dass die globale Solarindustrie 2024 weltweit neue Solarmodule mit einer Leistungskapazität von 592 Gigawatt (GW) installieren wird. Das wären 33 Prozent mehr als 2023. Getrieben wird die Entwicklung von den niedrigen Modulpreisen.

Zur Einordnung: Mit einem Gigawatt neu installierter Photovoltaik-Leistung können je nach Standort laut Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) pro Jahr rund 900 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom produziert werden. Damit lässt sich rein rechnerisch der durchschnittliche Stromverbrauch von rund 250.000 deutschen Drei-Personen-Haushalten decken. Ein Zubau von 592 GW würde also theoretisch sauberen Strom für 148 Millionen Haushalte bedeuten - mehr, wenn die Solaranlagen vor allem in sonnenreichen Ländern errichtet werden.

Niedrige Preise treiben den Ausbau – und gefährden Hersteller

Die Prognose erwartet damit nicht nur deutlich mehr neue Module als im Vorjahr. BNEF wird sogar noch optimistischer: Bisher hatten die Experten einen Zubau von weltweit 574 GW erwartet.

"Niedrige Preise für Module stimulieren die Nachfrage in neuen Märkten", so BNEF in seinem aktuellen Solarmarkt-Bericht "3Q 2024 Global PV Market Outlook". So entwickle sich etwa der Zubau in Indien und Pakistan stärker als erwartet. Etablierte Märkte wie China, die USA und Europa würden ihren Solarausbau unterdessen kontinuierlich fortsetzen. In Deutschland wurden stand August 2024 bislang mehr als 9 GW neue Solarleistung installiert, bis Jahresende sollen es 13 GW sein.

Allerdings hat die Entwicklung auch eine Schattenseite. Laut BNEF treiben die niedrigen Preise zwar den Solarenergie-Ausbau, "schaden aber den Herstellern, die in einem harten Wettbewerb um Marktanteile stehen". Die Modulpreise seien inzwischen auf 9,6 US-Dollar-Cent (8,6 Euro-Cent) pro Watt gesunken, was dem Bericht zufolge den niedrigsten Stand aller Zeiten darstellt.

"Systemische Überkapazitäten in der Photovoltaik-Lieferkette haben zu einem anhaltenden Preisverfall geführt", so der Bericht. "Die Hersteller sehen sich in allen Segmenten der Lieferkette, vom Polysilizium bis zu den Modulen, mit Verlusten konfrontiert und haben mit Lohnkürzungen, Kostensenkungen, Entlassungen und sogar verzögerten Zahlungen an Zulieferer reagiert, während sie versuchen, die Produktion aufrechtzuerhalten." Viele Modulhersteller werden nach Einschätzung von BNEF in diesem Jahr voraussichtlich Verluste verzeichnen, einige dürften in die Pleite rutschen.

Um ein genaueres Bild zu Problemen, aber auch Chancen in der Solarbranche zu erhalten, lesen Sie die ECOreporter-Dossiers Der ECOreporter-Solaraktien-Überblick: Maschinen, Module und Wechselrichter (Teil 1) und Der ECOreporter-Solaraktien-Überblick: Projektierer und Betreiber von Solaranlagen (Teil 2).

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