Die Flaute in der Baubranche hat 2023 den Gewinn von Steico um fast zwei Drittel einbrechen lassen. / Foto: Steico

  Nachhaltige Aktien, Aktien-Favoriten

Steico trotz Krise in den schwarzen Zahlen

Beim Dämmstoffhersteller Steico sind Umsatz und Gewinn 2023 erwartungsgemäß deutlich zurückgegangen. Für die Zukunft gibt sich das Unternehmen aus Feldkirchen bei München verhalten optimistisch. Investoren bleiben bei der ECOreporter-Favoriten-Aktie allerdings skeptisch.

Nach vorläufigen Zahlen setzte Steico im letzten Jahr 365,3 Millionen Euro um. Das sind knapp 18 Prozent weniger als 2022. Der Vorsteuergewinn sank um 62,5 Prozent auf 24 Millionen Euro.

Das Unternehmen litt 2023 eigenen Angaben zufolge unter der „europaweit rückläufigen Baukonjunktur“ und sieht sich auch weiterhin in einem „herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld“. Seit Ende letzten Jahres habe man allerdings eine Stabilisierung der Nachfrage festgestellt. Positive Impulse gingen derzeit vom „anhaltenden Holzbautrend“, dem gestiegenen ökologischen Bewusstsein und einer „beginnenden Belebung der Sanierungstätigkeit“ aus. Zudem hätten Händler und Verarbeiter ihre zu hohen Lagerbestände mittlerweile „auf Normalmaß zurückgefahren“.

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Für 2024 rechnet Steico mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau und einer Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern (EBIT-Marge) von 9 bis 11 Prozent. 2023 lag die EBIT-Marge nach vorläufigen Zahlen bei 8,4 Prozent, 2022 bei 14 Prozent. Das Unternehmen geht davon aus, bei einer Belebung der Baukonjunktur wieder spürbar wachsen zu können.

Anlegerinnen und Anleger hatten offenbar mit besseren Zahlen und einer positiveren Prognose gerechnet. Die Steico-Aktie ist heute mit einem Minus von 4 Prozent in den Tradegate-Handel gestartet, aktuell kostet sie 25,55 Euro (Stand 20.2.2024, 8:34 Uhr). Seit August 2021 ist der Kurs stetig gesunken, auf drei Jahre gesehen hat er 64 Prozent eingebüßt. Auf fünf Jahre notiert die Aktie 18 Prozent im Plus.

Steico gehört jetzt mehrheitlich Kingspan

Der irische Konkurrent Kingspan hat im Januar die Übernahme von 51 Prozent der Steico-Aktien abgeschlossen. Ob Kingspan versuchen wird, auch die übrigen Anteile aufzukaufen, ist unklar. Zudem lässt sich bislang schwer abschätzen, welche Marktstrategie der Konzern in den nächsten Jahren mit Steico verfolgen wird. ECOreporter rät daher defensiven Anlegerinnen und Anlegern derzeit von einem Einstieg bei Steico ab. Die Kingspan-Aktie erscheint aktuell robuster.

Das bisherige Geschäftsmodell von Steico schätzt ECOreporter als solide und zukunftsträchtig ein. Das Unternehmen ist ein Marktführer bei ökologischen Dämmstoffen und erzielt bislang auch in schwierigen Zeiten Gewinne. Für risikofreudige Anlegerinnen und Anleger kann die Aktie daher weiterhin eine Option sein. Niedrig bewertet ist sie allerdings trotz der hohen Kursverluste nicht: Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2024 liegt bei vergleichsweise hohen 21, für 2025 bei moderateren 16.

Steico ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Kategorie Grüne Spezialwerte. Ein Unternehmensporträt finden Sie hier.

Lesen Sie auch: Nachhaltige Favoriten-Aktien: Mit Grünen Spezialwerten im Schnitt 110 % Plus in fünf Jahren

Steico SE: ISIN DE000A0LR936 / WKN A0LR93

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