Auch Sto spürt die Krise im deutschen Baugewerbe. / Foto: Sto

  Nachhaltige Aktien

Dämmstoff-Aktie: Sto hält trotz schlechten Wetters an Gewinnprognose fest

Der Dämmstoff- und Farbenkonzern Sto muss in diesem Jahr Umsatzrückgänge hinnehmen, rechnet aber weiter mit soliden Margen. Wie attraktiv ist die Aktie des Unternehmens aus dem baden-württembergischen Stühlingen?

In den ersten drei Quartalen 2023 sank der Umsatz um 4,1 Prozent zum Vorjahr auf 1,33 Milliarden Euro. Ohne Berücksichtigung von negativen Währungseffekten lag das Minus bei 3,2 Prozent. Auch der Oktober ist laut Sto hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Das Unternehmen führt den Rückgang unter anderem auf ungünstige Witterungsbedingungen zurück. Nach teilweise sehr niedrigen Temperaturen und häufigen Niederschlägen in der ersten Jahreshälfte habe es im dritten Quartal in mehreren Märkten ausgeprägte Hitzeperioden gegeben. Diese hätten die Verarbeitung der im Außenbereich verwendeten Sto-Produkte behindert.

Dass der Umsatz in Deutschland überdurchschnittlich stark um 5,6 Prozent zurückging, liegt Unternehmensangaben zufolge auch an „einer stark zunehmenden Verunsicherung und daraus resultierend einer steigenden Zurückhaltung der Investoren in Deutschland, da die für Bauherren wesentlichen politischen Beschlüsse bisher nicht gefasst wurden“.

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Seine Rohertragsmarge konnte Sto in den ersten drei Quartalen dank Preiserhöhungen von 50,0 auf 53,3 Prozent steigern. Da die Materialkosten in den letzten Jahren stark gestiegen sind, bewegt sich die Marge aber weiterhin unter dem Niveau von 2021. Sto nennt keine konkreten Gewinnzahlen, der diesjährige Vorsteuergewinn lag Ende September Unternehmensangaben zufolge jedoch unter dem Vorjahreswert und auch unter den eigenen Erwartungen.

Seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr hat Sto leicht gesenkt. Das Management rechnet jetzt nur noch mit einem Umsatz von 1,71 Milliarden Euro. Bislang waren 1,76 Milliarden Euro erwartet worden. Den Vorsteuergewinn sieht Sto weiterhin in einer Spanne von 117 bis 142 Millionen Euro. 2022 waren es 128 Millionen Euro.

Der Aktienkurs hat sich halbiert

In den Börsenkurs von Sto sind die derzeit durchwachsenen Zahlen bereits eingepreist. Die Aktie kostet heute im Tradegate-Handel 132,20 Euro und damit 1,1 Prozent mehr als gestern (Stand 21.11.2023, 8:27 Uhr).

Nach einem Allzeithoch von 258 Euro Anfang 2022 hatte die Sto-Aktie mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren, von Juni bis Oktober 2023 folgte ein weiterer Einbruch. Im Jahresvergleich liegt die Aktie derzeit 7 Prozent im Minus, auf fünf Jahre gesehen hat sie 44 Prozent zugelegt.

Sto bleibt nach Einschätzung von ECOreporter ein interessantes Investment-Thema für risikoaffine Anlegerinnen und Anleger, die einen langen Atem mitbringen. Das Unternehmen erzielt auch in schwierigen Zeiten solide Gewinne und ist robust finanziert: Ende September lag die Eigenkapitalquote bei guten 61,5 Prozent. Nach den Kursverlusten der letzten Jahre ist die Aktie nicht zu teuer, das Kurs-Umsatz-Verhältnis für 2023 wird bei sehr niedrigen 0,2 erwartet. Für einen Einstieg spricht auch die attraktive erwartete Dividendenrendite von 4,1 Prozent.

Lesen Sie auch unser Dossier Nachhaltige Dämmstoff-Aktien – hier kann sich ein Einstieg lohnen.

Sto SE & Co. KGaA: ISIN DE0007274136 / WKN 727413

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