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Straumann hebt Ziele an, Tochter Dr. Smile wird verkauft
Der Schweizer Zahnimplantatehersteller Straumann hat im ersten Halbjahr 2024 gute Geschäfte gemacht und hebt die Prognose für das Gesamtjahr an. Das deutsche Start-up Dr. Smile soll verkauft werden.
Straumanns Umsatz legte in den ersten sechs Monaten im Vergleich zum Vorjahr um 11,3 Prozent auf 1,3 Milliarden Schweizer Franken (1,4 Milliarden Euro) zu. Organisch, also ohne Firmenzukäufe und Währungseffekte, betrug das Wachstum 16,1 Prozent.
Mehr Umsatz in allen Regionen
Im ersten Quartal hatte sich das Geschäft regional noch sehr unterschiedlich entwickelt. Auf das Halbjahr betrachtet liefen die Geschäfte nach Zuwächsen im zweiten Quartal aber gut. So legten die Umsätze in der wichtigsten Region Europa, Naher Osten & Afrika um 6,9 Prozent zu. In Nordamerika zogen die Einnahmen um 1,1 Prozent an, während Straumann in Asien 41,2 Prozent mehr und in Lateinamerika 8,6 Prozent mehr umsetzte.
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Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg im Zeitraum Januar bis Juni im Vergleich zum Vorjahr um 13 Prozent auf 336,1 Millionen Franken (354 Millionen Euro). Der Nettogewinn lag mit 268 Millionen Franken (283 Millionen Euro) 30 Prozent höher als im ersten Halbjahr 2023.
Straumann hat außerdem angekündigt, sich vom Berliner Zahnschienen-Start-up Dr. Smile zu trennen. Wie das Unternehmen mitteilte, hat es Anfang dieser Woche eine verbindliche Vereinbarung zum Verkauf an die Impress Group aus Bangladesch unterzeichnet.
Für das Gesamtjahr 2024 hob Straumann seinen Ausblick an. Der Konzern strebt nun ein organisches Umsatzwachstum im niedrigen zweistelligen Prozentbereich an, bislang war ein Wachstum im einstelligen Bereich prognostiziert worden. Die Bruttomarge zu konstanten Wechselkursen erwartet Straumann bei 27 bis 28 Prozent, nach bisher 26 Prozent.
Die Straumann-Aktie ist als Schweizer Wertpapier in EU-Ländern nur eingeschränkt handelbar. Mehr dazu erfahren Sie hier. Auf die Aktie gibt es aber auch einen sogenannten American Depositary Receipt (ADR), einen Hinterlegungsschein, der wie eine Aktie an der Börse handelbar und in Europa zugänglich ist.
Im Fall von Straumann entspricht dieser ADR einem Zehntel der regulären Namensaktie, kostet also immer ein Zehntel des aktuellen Aktienpreises. ADRs sind dividendenberechtigt, dementsprechend besteht mit dem Straumann 1/10-ADR ein Anspruch auf ein Zehntel der regulären Dividende. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis und die erwartete Dividendenrendite sind für Aktie und ADR identisch.
Der Straumann-ADR ist im gettex-Handel aktuell 11,2 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 12,90 Euro (Stand: 14.8.2024, 9:13 Uhr). Im Monatsvergleich ist er 7,5 Prozent im Plus, auf Jahressicht hat er 14,6 Prozent eingebüßt.
China als wichtigster Markt
Nach einem schwierigen ersten Quartal zogen die Geschäfte von Straumann an. Sorgenkind bleibt das US-Geschäft, dort konnte nur ein leichter Zuwachs verzeichnet werden. Viele Kunden halten sich aufgrund der angespannten Wirtschaftslage in den Vereinigten Staaten bei den teuren Straumann-Produkten zurück. Gleichzeitig wird der Konzern abhängiger vom chinesischen Markt, was politische Risiken birgt.
Zwar ist Straumann wirtschaftlich robust aufgestellt und dürfte auch weiterhin solide Gewinne erwirtschaften. Aktie und ADR sind nach Einschätzung der Redaktion mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2024 von 38 aber teuer. Für defensive Anlegerinnen und Anleger ist ein Einstieg bei Straumann aktuell eher keine Option. Die erwartete Dividendenrendite ist mit 0,8 Prozent kein Argument für einen Einstieg.
Straumann Holding AG Namensaktie Unsponsored 1/10 ADR: ISIN US86317T1034 / WKN A2QPJX
Straumann Holding AG Namensaktie: ISIN CH1175448666 / WKN A3DHHH