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Finanzdienstleister, Fonds / ETF
Studie: Die größten Vermögensverwalter erreichen Klima-Verpflichtungen bei weitem nicht
Die weltgrößten Vermögensverwalter sind weit davon entfernt, ihre eigenen Netto-Null-Verpflichtungen für 2050 zu erfüllen. Das geht aus einer von der Denkfabrik FinanceMap veröffentlichten Studie hervor. Die Analyse zeigt, dass große Vermögensverwalter ihre Klimabilanz in den letzten zwei Jahren nicht verbessert haben und in einigen Fällen sogar positive Trends umkehren, obwohl die meisten von ihnen sich durch Initiativen wie die Net Zero Asset Managers (NZAM) Netto-Null-Klimaziele bis 2050 gesetzt haben.
Der FinanceMap-Bericht "Asset Managers and Climate Change 2023" bewertet 45 der größten Vermögensverwaltungsgesellschaften anhand von drei Kriterien: Analyse des Aktienportfolios, Steuerung der Unternehmen, in die investiert wird, und Engagement für eine nachhaltige Finanzpolitik.
Alle in dieser Arbeit analysierten Vermögensverwaltungsgesellschaften wurden vor der Veröffentlichung zu ihren Ergebnissen befragt. Die vollständigen Ergebnisse sind auf FinanceMap.org verfügbar.
Große Reden, wenig Taten
"Die Daten zeigen, dass die meisten Vermögensverwalter zwar große Reden schwingen, aber nicht in die Tat umsetzen, wenn es darum geht, ihren Einfluss zu nutzen, um echte Veränderungen in den Unternehmen voranzutreiben, in die sie investieren", so FinanceMap-Programmmanager Daan Van Acker.
Die Ergebnisse für die zehn größten Vermögensverwalter der Welt sehen wie folgt aus:

Abbildung: FinanceMap
* Der Portfolio Paris Alignment Score, der auf dem PACTA-Tool basiert, zeigt, inwieweit das Aktienportfolio eines Vermögensverwalters in Unternehmen investiert ist, die den Übergang zum IEA-Net-Zero-Szenario bis 2050 in Schlüsselsektoren vollziehen. Portfolio Paris Alignment Scores können von -100% bis +100% reichen, wobei ein Score von 0% bedeutet, dass das Portfolio exakt auf IEA Net Zero ausgerichtet ist. Negative Werte zeigen an, dass das Portfolio zu stark in Unternehmen investiert ist, die umweltschädliche Technologien ausbauen, und zu wenig in Firmen, die umweltfreundlicher produzieren.
"Seit dem FinanceMap-Bericht 2021 sind die Portfolios der Vermögensverwalter immer noch nicht mit den Netto-Null-Zielen in Einklang, die Bemühungen um die Umwelt stagnieren, und die Vermögensverwalter unterstützen keine wirksame nachhaltige Finanzpolitik", so das Fazit von Van Acker.
Weitere Ergebnisse des diesjährigen Berichts:
* Die Portfolios der 45 weltweit größten Vermögensverwalter, die zusammen 72 Billionen US-Dollar verwalten, sind nach wie vor in hohem Maße nicht mit den Zielen des Pariser Abkommens vereinbar. Von den untersuchten Aktienfondsportfolios sind 95 Prozent nicht mit dem IEA-Szenario "Netto-Null-Emissionen bis 2050" vereinbar.
* Insgesamt halten die Vermögensverwalter in der untersuchten Stichprobe 2,8 Mal mehr Aktienwerte in Unternehmen, die fossile Brennstoffe produzieren, als in grünen Investitionen.
* Die Zahl der Vermögensverwalter, die auf der Stewardship-A-Liste stehen, d. h. die wirklich ehrgeizige Klimaschutzvorgaben haben, ist seit 2021 um 45 Prozent zurückgegangen.
* Während die US-Vermögensverwalter schon immer hinter ihren europäischen Konkurrenten zurückblieben, scheinen sie in diesem Jahr ihre Ambitionen in Bezug auf ihre Klimabotschaften, ihr Engagement in den Unternehmen und ihre Beschlussfassung noch weiter zurückgeschraubt zu haben. Diese Verschiebung erfolgte inmitten eines "Anti-ESG"-Trends in mehr als 15 US-Bundesstaaten.
* Europäische Vermögensverwalter führen die Rangliste an, wenn es um die Zusammenarbeit mit Unternehmen geht, in die sie investieren. Legal & General Investment Management (A+) und die Vermögensverwaltungssparten von BNP Paribas (A) und UBS (A) erreichten die Note A. Die europäischen Vermögensverwalter Natixis und Schroders erhielten die höchsten Portfolio-Paris-Alignment-Bewertungen, während BNP Paribas Asset Management ein 2,7-mal höheres Engagement in grünen Investitionen aufweist als der durchschnittliche Vermögensverwalter.
* In den USA verzeichnete der Weltmarktführer BlackRock einen Rückgang seiner Stewardship-Bewertung (C, gegenüber B im Jahr 2021). Damit liegt das Unternehmen im Mittelfeld seiner schlecht bewerteten US-Konkurrenten Vanguard (D+), Fidelity Investments (E+) und State Street Global Advisors (C+).
* Die Unterstützung für klimapositive Aktionärsanträge ging 2022 deutlich zurück: Der durchschnittliche Vermögensverwalter unterstützte nur 50 Prozent solcher Anträge, verglichen mit 61 Prozent im Jahr 2021. Insbesondere die in den USA ansässigen Vermögensverwalter stimmten im vergangenen Jahr gegen einen Großteil der klimabezogenen Beschlüsse, wobei der durchschnittliche US-Vermögensverwalter nur 36 Prozent der Klimabeschlüsse unterstützte, verglichen mit 50 Prozent im Jahr 2021.
* Obwohl die Vermögensverwalter die Bedeutung einer nachhaltigen Finanzpolitik in den Vordergrund stellen, nutzen sie ihren politischen Einfluss nicht, um ambitionierte politische Prozesse in Europa und den USA zu unterstützen. Eine Reihe von Vermögensverwaltern, darunter BlackRock, Vanguard und J.P. Morgan Asset Management, lehnten beispielsweise die Offenlegung von Scope-3-Emissionen im Rahmen der US-Klimaoffenlegungsvorschriften der Aufsichtsbehörde SEC ab.
* 86 Prozent der in diesem Bericht untersuchten Vermögensverwalter sind Mitglied in mindestens einer Branchenvereinigung, die sich gegen eine nachhaltigere Finanzpolitik ausspricht. Zu diesen Vereinigungen zählen etwa das Investment Company Institute (ICI) und die Securities Industry and Financial Markets Association (SIFMA) in den USA sowie die European Fund and Asset Management Association (EFAMA) in der EU.

Die Klima-Scores der 45 größten Vermögensverwalter. / Abbildung: FinanceMap