Einfach E-Mail-Adresse eintragen und auf "Abschicken" klicken - willkommen!

Nachhaltige Aktien, Aktien-Favoriten
Tarifstreit: DHL sperrt Mitarbeitende in Kanada aus
Der Bonner Logistiker DHL Group hat in einem Tarifstreit die Mitarbeitenden seines Geschäftsbereichs DHL Express in Kanada ausgesperrt. Der ECOreporter-Aktien-Favorit setzt nun auf Ersatzarbeitskräfte – und wird dafür scharf kritisiert.
DHL Express Canada hat am Sonntag 2.100 Zusteller, Lagerarbeiter und Kundendienstmitarbeiter ausgesperrt, nachdem keine Fortschritte bei den Tarifverhandlungen erzielt werden konnten. Kunden haben laut dem Konzern aber keine ernsthaften Verzögerungen zu erwarten.
DHL stellt Ersatzarbeitskräfte ein
DHL Express Canada übernimmt in dem nordamerikanischen Land internationale und nationale Expresszustellungen und Kurierdienste, dazu gehören auch zeitkritische Lieferungen. Zu den Kunden zählen etwa die chinesischen E-Commerce-Anbieter Temu und Shein sowie die kanadische Tochter des ECOreporter-Aktien-Favoriten Siemens.
Im Mittelpunkt des Tarifstreits zwischen DHL und der Gewerkschaft Unifor steht offenbar das Vergütungsmodell für selbstständige Fahrer. Laut der Gewerkschaft fordert der Konzern Zugeständnisse, die sich negativ auf die Bezahlung und Arbeitsbedingungen der Fahrer auswirken würden. Die DHL erklärte, die Fahrer würden weiterhin eine wettbewerbsfähige Vergütung erhalten.
Die DHL Group ist ein ECOreporter-Aktien-Favorit aus der Kategorie Nachhaltige Dividendenkönige. Lesen Sie auch das ECOreporter-Dossier Nachhaltige Dividendenkönige: Bei diesen Aktien kann sich der Einstieg jetzt lohnen.
Wie die Redaktion die DHL-Aktie aktuell einschätzt, erfahren Sie im folgenden Premium-Bereich.
Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.
Die DHL-Beschäftigten hatten Unifor im vergangenen Monat ermächtigt, am 8. Juni einen Streik auszurufen, nachdem in den bisherigen Verhandlungsrunden keine Einigung erzielt werden konnte. DHL Express Canada hat der Gewerkschaft am Donnerstag eine Aussperrungsmitteilung zugestellt. Unifor erklärte, seine Beschäftigten hätten die Streikpläne umgesetzt, nachdem sie am Sonntag um Mitternacht ausgesperrt worden waren.
Wie DHL Express mitteilte, hat der Konzern nun vorübergehend Ersatzkräfte eingestellt, um den Betrieb normal aufrechtzuerhalten. Am 20. Juni tritt in Kanada ein Gesetz in Kraft, das diese Praxis verbietet – Unternehmen unter Bundesaufsicht dürfen dann keine Ersatzkräfte mehr einstellen, um die Arbeit streikender Gewerkschaftsmitglieder zu übernehmen.
„Es ist verwerflich, dass dieses Unternehmen glaubt, es könne das Recht unserer Mitglieder auf faire und freie Tarifverhandlungen durch den Einsatz von Streikbrechern untergraben“, erklärte Lana Payne, nationale Präsidentin von Unifor, in einer Pressemitteilung. Die DHL versuche, "die bevorstehenden Gesetzesänderungen zu untergraben".
Der Konzern wies die Vorwürfe zurück. Man sei "weiterhin entschlossen, mit Unifor zusammenzuarbeiten, um eine Einigung zu erzielen und den regulären Betrieb wieder aufzunehmen". Das Unternehmen müsse aber eine Vereinbarung anstreben, die nicht nur fair für die Mitarbeitenden sei, sondern auch die "aktuelle Wirtschaftslage realistisch widerspiegelt".
In Deutschland hatten die DHL-Beschäftigten des Post-Geschäfts im Arbeitskampf Anfang des Jahres einen neuen Tarifvertrag durchgesetzt. Unmittelbar danach hatte der Konzern den Abbau von 8.000 Stellen verkündet.
Aufwärtstrend an der Börse
Die DHL-Aktie ist im Xetra-Handel aktuell 0,8 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 41,02 Euro (Stand: 10.6.2025, 9:39 Uhr). Auf Monatssicht hat die Aktie 4,9 Prozent zugelegt, im Jahresvergleich stieg der Kurs um 4,6 Prozent.
Das erste Quartal 2025 der DHL war eigenen Angaben zufolge "durch die US-Zoll- und -Handelspolitik und eine allgemeine wirtschaftliche Zurückhaltung geprägt". Aktuell scheinen die Börsen Zeichen der Entspannung im Handelskrieg zu sehen, seit Anfang April geht es für die DHL-Aktie deutlich aufwärts. Zuletzt profitierte der Kurs von einer Kaufempfehlung der Citigroup.
Langfristig bleibt die Aktie nach Einschätzung der Redaktion eine solide Option. Allerdings sind bei Investitionen in den internationalen Logistiksektor aktuell gute Nerven gefragt, da Donald Trumps Handelspolitik unberechenbar bleibt.
Anlegerinnen und Anleger sollten deshalb eine lange Haltedauer einplanen und mögliche Kursrücksetzer aushalten können. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis der DHL-Aktie für 2025 ist derzeit mit 12 niedrig, auch im Vergleich zu Konkurrenten in der Branche. Die erwartete Dividendenrendite für 2025 beträgt attraktive 5,1 Prozent.
Deutsche Post AG: ISIN DE0005552004 / WKN 555200
(Aktuelle Kursdaten zur Aktie erhalten Sie, wenn Sie auf das Symbol hinter der WKN klicken.)