Elon Musk erhält das größte Bonuspaket für einen CEO in der US-Geschichte. / Foto: imago images, Paul Hennessy

  Nachhaltige Aktien

Tesla: Aktionäre genehmigen Musks Milliarden-Vergütung

Wie im Vorfeld bereits angekündigt, haben die Aktionäre des US-Autobauers Tesla einem 56 Milliarden US-Dollar schweren Vergütungspaket für Konzernchef Elon Musk ihr Okay gegeben. Es ist der größte CEO-Bonus in der US-Geschichte – doch noch immer ist nicht ganz klar, ob Musk die Bezahlung wirklich erhält.

Das Vergütungspaket war bereits 2018 geschnürt worden, eine Gerichtsentscheidung hatte es jedoch Anfang dieses Jahres gestoppt. Die zuständige Richterin hatte befunden, dass Musk bei der Vereinbarung des Plans für Aktienzuteilungen zu viel Einfluss im Hintergrund gehabt habe. Es sei deshalb kein faires Verfahren gewesen.

Musk führt neben Tesla noch sechs weitere Firmen

Die erneute Zustimmung zu Musks umstrittener Vergütung wurde im Vorfeld als eine Art Vertrauensfrage der Anlegerinnen und Anleger zu Musks Führungsstil betrachtet. Mehrere große institutionelle Anleger hatten sich gegen die Vergütung ausgesprochen und empfohlen, dagegen zu stimmen.

Tesla wiederum hatte im Vorfeld der Abstimmung massiv für die Zustimmung geworben. Der gewaltige Bonus soll Musk laut Konzern auch dafür motivieren, sich mehr auf Tesla und weniger auf andere Unternehmungen wie X oder die Weltraumfirma Space X zu konzentrieren. Insgesamt leitet Musk neben Tesla noch sechs weitere Firmen. Der Milliardär hatte wiederum öffentlich erklärt, sich weniger um Tesla kümmern zu wollen, sollte er die Milliardenzahlung nicht erhalten.

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Teslas Verwaltungsrat begründet den Umfang des Milliardenpakets damit, dass Musk den Börsenwert des Autobauers enorm gesteigert und bestimmte Ziele erreicht habe.

Gleichzeitig läuft gegen Musk aktuell auch eine Klage wegen Insider-Handels. Er soll interne Informationen genutzt haben, um Tesla-Aktien zu überhöhten Preisen zu verkaufen – unter anderem, um damit den Kurznachrichtendienst Twitter, heute X, zu kaufen. Derzeit läuft zudem eine behördliche Untersuchung gegen Musk. Es wird geprüft, ob er beim Kauf von Twitter-Aktien im Jahr 2022 gegen US-Wertpapiergesetze verstoßen hat.

Der Rechtsstreit um das Gehaltspaket ist mit der erfolgreichen Abstimmung aber noch nicht zwingend beendet. Es ist lediglich ein weiteres Argument, das der Autobauer ins Feld führen kann. Dass das Aktienpaket zuvor kassiert wurde, lag unter anderem daran, dass Teslas Anlegerinnen und Anleger nach Meinung des Gerichts nicht genug über Abhängigkeiten beim Entscheidungsprozess aufgeklärt waren. Durch das Urteil war dies aus Sicht von Tesla vor der zweiten Abstimmung nun der Fall. Das Gericht hat sich bislang noch nicht dazu geäußert, wie es den Vorgang bewertet.

Eine Mehrheit stimmte auf der Hauptversammlung auch für Teslas Umzug von Delaware nach Texas als neuen Rechtssitz des Konzerns. Die Absicht des Umzugs hatte Musk unmittelbar verkündet, nachdem das Gericht in Delaware die Milliarden-Vergütung gestoppt hatte.

Musk macht Tesla-Investment zur Gewissensfrage

Die Tesla-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 1,6 Prozent im Plus zum Vortag und notiert bei 172,74 Euro (Stand: 14.6.2024, 12:54 Uhr). Die Aktie hatte bereits deutlich gewonnen, nachdem zunächst der US-Nachrichtendienst Reuters und dann Musk selbst den Erfolg der Abstimmung schon vor der Hauptversammlung verkündet hatten. Auf Monatssicht ist die Aktie 7,7 Prozent im Plus, im Jahresvergleich hat sie 27,5 Prozent an Wert eingebüßt.

Elon Musk ist nach Einschätzung von ECOreporter die größte Belastung für Tesla als nachhaltiges Investment. Mit seinen öffentlichen Äußerungen macht der Milliardär die Tesla-Aktie bereits seit längerer Zeit zur Gewissensfrage. Zudem sorgen die Arbeitsbedingungen bei Tesla regelmäßig für Kritik.

Auch wirtschaftlich lief es zuletzt schlechter bei dem Konzern: Im ersten Quartal 2024 ist die Zahl der ausgelieferten Fahrzeuge erstmals seit vier Jahren zurückgegangen. Um Überkapazitäten abzubauen, will das Management weltweit zehn Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entlassen, auch in Deutschland.

Der zuvor stark gestiegene Tesla-Kurs schwankt seit Ende 2021 stark und hat immer wieder deutlich nachgegeben. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Aktie für 2024 ist mit 80 trotz dieser Kursrücksetzer in den letzten Monaten hoch, für 2025 liegt es bei ebenfalls hohen 58. ECOreporter rät vorsichtigen Anlegerinnen und Anlegern weiterhin vom Kauf der Tesla-Aktie ab.

Lesen Sie auch das ECOreporter-Dossier Tesla, BYD, Nio, Polestar: 10 Elektroauto-Aktien im Crash-Test

Tesla Inc.: ISIN US88160R1014 / WKN A1CX3T

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