Tesla hat im ersten Quartal 2024 erstmals seit vier Jahren im Jahresvergleich weniger Autos verkauft. / Foto: Pixabay

  Nachhaltige Aktien

Tesla-Verkäufe brechen deutlich stärker ein als erwartet

Der US-Elektroautobauer Tesla hat mit seinen Auslieferungszahlen für das erste Quartal 2024 enttäuscht. Das Unternehmen baute und verkaufte deutlich weniger Fahrzeuge als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Aktie gibt spürbar nach.

Zwischen Januar und März 2024 baute Tesla 433.371 Elektroautos und lieferte 386.810 aus. Damit verfehlte der Konzern die Erwartungen am Markt klar: Von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragte Analysten hatten im Schnitt mit 445.407 verkauften Fahrzeugen gerechnet.

Weniger Autos im Jahresvergleich

Schon diese Schätzung war von einem schwachen ersten Jahresviertel und einem Rückgang zum vorherigen Quartal ausgegangen: Im vierten Quartal 2023 hatte Tesla noch 484.507 Autos verkauft und 494.989 Stück produziert. Auch im Jahresvergleich schnitt Tesla schwächer ab. Zwischen Januar und März 2023 hatte der Konzern 422.875 Auslieferungen und produzierte 440.808 Fahrzeuge. Damit muss Tesla den ersten Rückgang im Jahresvergleich seit 2020 hinnehmen.

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Tesla führt den Rückgang zum Teil auf den Produktionshochlauf seiner neuen Version des Model 3 im US-Werk in Kalifornien zurück. Zudem hatten die Umleitungen von Schiffen aus China aufgrund der Krise im Roten Meer und der mutmaßliche Brandanschlag in Grünheide zu Werksschließungen geführt.

Weit wichtiger dürfte aber sein, dass der Konkurrenzdruck auf den Konzern weiter steigt. Im vierten Quartal 2023 hatte Tesla den Titel des weltgrößten Herstellers von Elektrofahrzeugen zwischenzeitlich an den chinesischen Konkurrenten BYD abgeben müssen. Zudem bringen vor allem große herkömmliche Autobauer immer mehr Elektromodelle auf den Markt. Außerdem ist die Nachfrage nach Elektroautos aktuell weltweit niedrig.

Die Tesla-Aktie reagierte deutlich auf die neuen Zahlen, am Dienstagnachmittag notierte sie im Tradegate-Handel 5,8 Prozent im Minus bei 153,14 Euro (Stand: 2.4.2024, 16:53 Uhr). Im Monatsvergleich hat die Aktie 8,2 Prozent an Wert eingebüßt, im Jahresvergleich ist sie 14,3 Prozent im Minus.

Fahrassistenzsystem wird umbenannt

Tesla hat seinen rasanten Aufstieg an der Börse in den letzten Jahren auch der Tatsache zu verdanken, dass das Unternehmen von Analysten eher als Technologie-Konzern denn als Autobauer behandelt wird. ECOreporter sieht diese Einschätzung kritisch. Und die aktuelle Reaktion auf die Zahlen zu Fahrzeugbau und -auslieferung zeigt, dass das Hauptgeschäft des Konzerns eben doch der Bau und die Auslieferung von Autos ist.

Und auch bei der Technologie muss der Konzern einen Rückschlag einstecken: Tesla benennt sein Fahrassistenzsystem um. Statt von "Full Self Driving (Beta)" – übersetzt etwa "vollständig selbst fahrend (Betaversion)" – spricht das Unternehmen künftig von "Full Self Driving (Supervised)" – etwa "vollständig selbst fahrend (unter Aufsicht)".

Der Name des Fahrassistenten steht seit Jahren in der Kritik, weil der  Begriff "vollständig selbst fahrend" suggeriert, das System sei zu autonomem Fahren fähig. Immer wieder soll es zu teils tödlichen Unfällen gekommen sein, weil sich Fahrerinnen und Fahrer zu sehr auf den Assistenten verlassen haben. Tesla ist bei Technologie zum autonomen Fahren nicht weiter fortgeschritten als andere Hersteller.

ECOreporter rät derzeit vom Einstieg in die Tesla-Aktie ab. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2024 ist mit 65 trotz der Kursrücksetzer in den letzten Monaten hoch, für 2025 liegt es bei ebenfalls hohen 46. Erschwerend hinzu kommt das aus nachhaltiger Sicht oft fragwürdige Verhalten von Konzernchef Elon Musk.

Lesen Sie auch das ECOreporter-Dossier Tesla, BYD, Nio, Polestar: 10 Elektroauto-Aktien im Crash-Test

Tesla Inc.: ISIN US88160R1014 / WKN A1CX3T

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