Neue Märkte für Pfandsysteme sollen das Geschäft von Tomra ankurbeln. / Foto: Pixabay

  Nachhaltige Aktien

Tomra mit "verhaltenem Quartal" – Aktie bricht ein

Der norwegische Sortiermaschinenbauer Tomra hat im dritten Quartal 2025 unter der Schwäche im Recyclingsegment gelitten. Dafür soll das Pfandautomaten-Geschäft in den kommenden Monaten kräftig wachsen. Für die Aktie geht es zweistellig abwärts.

Von Juli bis September erzielte Tomra einen Umsatz von 306 Millionen Euro, was einem Rückgang von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. In allen drei Geschäftsbereichen, "Collection", "Food" und "Recycling", gingen die Erlöse zurück.

Recycling-Geschäft läuft schwach

Am drastischsten traf es das "Recycling"-Segment, in dem Tomra Abfall-Sortiersysteme und Anlagen zur Materialaufbereitung anbietet. Der Umsatz in der Sparte sank um 30 Prozent. Die Recycling-Erlöse blieben damit auch hinter Tomras eigener Prognose zurück.

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Auch bei den Bestellungen hielten sich Kunden in der Recyclingsparte weiter zurück, der Auftragseingang stagnierte auf dem Niveau des zweiten Quartals. In den Sparten "Food", in der Tomra Sortiermaschinen für Lebensmittel anbietet, und "Collection", dem Geschäft mit Pfandautomaten, verzeichnete Tomra hingegen höhere Bestellungen.

Das um Sonderposten bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBITA) belief sich im letzten Quartal auf 30 Millionen Euro, nach 44 Millionen Euro im Vorjahr. Die bereinigte EBITA-Marge sank von 13 auf 10 Prozent. Der Nettogewinn sank um 23 Prozent auf 17 Millionen Euro.

Trotz der verhaltenen Ergebnisse seien es "spannende Zeiten bei Tomra", wie Konzernchefin Tove Andersen erklärte. Während die Marktstimmung im Recyclingbereich weiter schwach sei, hätten die anderen beiden Sparten ein solides Quartal geliefert.

Anlass zum Optimismus gibt laut Andersen besonders das Pfandgeschäft. Am 1. Oktober hat Polen ein Pfandrückgabesystem eingeführt, nach Einschätzung der Managerin wird das Land zum zweitgrößten Pfandmarkt des Konzerns werden. In den kommenden Monaten werde Tomra "eine große Anzahl von Maschinen installieren".

"Wir freuen uns darauf, Polen bei der Verwirklichung seiner Recyclingziele zu unterstützen und im nächsten Jahr weitere Märkte – wie beispielsweise Portugal – zu erschließen", so Andersen.

Aktie sackt um 13 Prozent ab

An der Börse überwiegt allerdings der Pessimismus. Nach Veröffentlichung des Quartalsberichts ist die Tomra-Aktie im Tradegate-Handel aktuell 13,3 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 10,33 Euro (Stand: 17.10.2025, 9:35 Uhr). Im Monatsvergleich hat die Aktie 23 Prozent an Wert verloren, auf Jahressicht gab der Kurs um 17 Prozent nach.

Die Tomra-Aktie läuft schon länger nicht gut, seit Mitte 2024 hat sie sich auf niedrigem Niveau vor allem seitwärts bewegt. Zwar sieht ECOreporter Potenzial bei Tomra, doch es bleibt abzuwarten, ob sich das Pfandgeschäft so positiv wie erhofft entwickelt – und ob es dem Börsenkurs neue Impulse verleihen kann.

Investoren brauchen also Geduld bei der Aktie – und das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis ist mit 32 für 2025 hoch. Defensiven Anlegerinnen und Anlegern rät ECOreporter aktuell eher nicht zum Einstieg.

Tomra Systems ASA:  ISIN NO0012470089 / WKN A3DHA0

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