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Umfrage: Nachhaltigkeit ist deutschen Anlegerinnen und Anlegern wichtig
Mehr als die Hälfte der deutschen Anlegerinnen und Anleger setzt laut einer aktuellen Umfrage weiter auf Nachhaltigkeit – Tendenz steigend. Allerdings ist Nachhaltigkeit nur selten der wichtigste Faktor bei der Wahl der Geldanlage.
Nach einer aktuellen Forsa-Studie im Auftrag des Versicherers Barmenia Gothaer halten 53 Prozent der Deutschen Nachhaltigkeit in der Geldanlage für wichtig. Damit ist der Wert gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen, 2025 waren es 50 Prozent der Befragten.
Fokus auf sozialer Gerechtigkeit
Nachhaltigkeit heißt dabei für die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Studie soziale Gerechtigkeit. 38 Prozent der Befragten nennen sie als wichtigsten Aspekt. 33 Prozent priorisieren Umwelt- und Klimaschutz, während 25 Prozent eine verantwortungsvolle Unternehmensführung als die wesentliche Facette betrachten. Diese drei Faktoren (Environmental, Social, Governance, kurz: ESG) gelten als die drei Schlüsselbereiche bei Nachhaltigkeitsanalysen.
Rund 18 Prozent der Befragten stehen dem Thema Nachhaltigkeit neutral gegenüber. Für gut 25 Prozent hat Nachhaltigkeit beim Investieren eine geringere oder gar keine Relevanz. Für die Umfrage wurden rund 1.000 Bundesbürgerinnen und -bürger im Alter ab 18 Jahren befragt.
Damit steht die Studie dem Eindruck entgegen, dass Nachhaltigkeit für Menschen in Deutschland beim Investieren keine große Rolle mehr spielt. Eine aktuelle Umfrage des AfW Bundesverband Finanzdienstleistung, des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) und der Universität Kassel ergab etwa, dass Finanzberater davon ausgehen, dass das Interesse ihrer Kunden an nachhaltigen Investments deutlich abgenommen hat.
Andere Studien zeigen den großen Unterschied zwischen den Generationen: So erklärten in einer Umfrage des Vergleichsportals Verivox im vergangenen Jahr 81 Prozent der Befragten unter 30 Jahren ein generelles Interesse an nachhaltigen Geldanlagen. Bei Über-70-Jährigen waren es nur 50 Prozent.
Die aktuelle Forsa-Studie zeigt aber auch, dass Nachhaltigkeit nur selten der wichtigste Faktor bei Investments ist. Lediglich für 8 Prozent der Befragten ist sie der Hauptaspekt bei der Geldanlage. Häufiger werden Sicherheit (47 Prozent), Flexibilität (26 Prozent) und Rendite (13 Prozent) als relevanteste Kriterien genannt.
Missverständnis bei der Rendite
51 Prozent der Befragten geben übrigens an, sie wären bereit, zugunsten nachhaltiger Kriterien auf einen Teil der Rendite zu verzichten. 45 Prozent wären dazu nicht bereit.
Ein typisches Missverständnis: Zahlreiche Tests nachhaltiger Fonds und grüner ETFs zeigen, dass verantwortungsvolles Investieren keinen Verzicht auf Rendite bedeutet, und zudem sind Sicherheit und Flexibilität wesentliche Säulen grüner Geldanlagen.
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