Umicore hat in Nordamerika einen umfangreichen Liefervertrag für Batterie-Materialien erhalten. / Foto: imago images

  Nachhaltige Aktien

Umicore beliefert BMW und verbessert Ausblick – Aktie legt zweistellig zu

Das belgische Recycling- und Rohstoffunternehmen Umicore wird in Nordamerika Zulieferer der Batteriefertigung des Münchner Autobauers BMW. Die Belgier werden aus einem neuen Werk in Ontario in Kanada kathodenaktive Batteriematerialien an den BMW-Batteriezelllieferanten AESC in den USA liefern, wie der Autobauer am Montag mitteilte.

Aktive Kathodenmaterialien sind der wichtigste technische Hebel für die Batterieleistung. Sie haben den größten Anteil an den Gesamtkosten der Batterie und bestimmen auch deren Umweltbilanz. Bei der in Elektroautos aktuell üblicherweise verbauten Lithium-Ionen-Batterie besteht die Aktivmasse der Kathode etwa aus einem lithiumlegierten Material wie Kobalt, Nickel und Mangan.

Langfristiger Ausblick angehoben

Der Batteriehersteller AESC baut aktuell im US-Bundesstaat South Carolina nahe der BMW-Autofabrik Spartanburg eine Batteriezellfertigung auf. BMW will nach eigener Aussage Bauteile und Batteriezellen dort kaufen, wo die Autos hergestellt werden. Auch die Lieferkette für Vormaterialien soll schrittweise lokalisiert werden.

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Umicore hatte zuletzt eine Kooperation mit dem Wolfsburger Autobauer Volkswagen verkündet. Das Batterie-Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture) Ionway wird ein Werk für Batteriekathoden in Polen bauen. Ziel ist laut den Unternehmen eine günstigere Produktion, die Elektroautos erschwinglicher machen soll.

Am Dienstag teilte Umicore mit, aufgrund von Investitionen von VW und wegen staatlicher Zuschüsse selbst weniger Geld für das Erreichen seiner Ziele bis 2026 aufbringen zu müssen. Für die Erweiterung einer Produktionsanlage in Nordamerika und den Bau einer neuen Fabrik in Kanada plant der Konzern nun nur noch mit Investitionen von 3,8 statt 5 Milliarden Euro. Zudem erklärte das Unternehmen, dass die Gewinnspanne vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA-Marge) ab 2026 bei über 25 Prozent liegen soll.

Die Umicore-Aktie ist als Reaktion auf die Nachrichten im Tradegate-Handel aktuell 15,3 Prozent im Plus zum Vortag und notiert bei 25,59 Euro (Stand: 17.10.2023, 9:47 Uhr). Auf Monatssicht hat die Aktie 11,4 Prozent an Wert gewonnen, im Jahresvergleich ist sie 19 Prozent im Minus.

Der Verkauf von Kathodenmaterial soll künftig für den Konzern deutlich wichtiger werden. Kerngeschäft ist aktuell allerdings der Handel mit recycelten Rohstoffen, was Umicore stark abhängig von den schwankenden Rohstoffpreisen macht.

Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13 für 2023 ist die Aktie angesichts der deutlichen Kursschwankungen in den vergangenen Jahren nicht günstig. Auf fünf Jahre gesehen ist der Kurs 42 Prozent im Minus. ECOreporter rät aktuell von einem Einstieg eher ab. Welche Chancen für Umicore im Batteriegeschäft liegen, wird sich trotz aktuell optimistischer Nachrichten und Prognosen erst noch zeigen müssen.

Lesen Sie auch das ECOreporter-Dossier Batterien für Elektroautos: Welche Aktien sind jetzt attraktiv?

Umicore S.A.: ISIN BE0974320526 / WKN A2H5A3

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