Einfach E-Mail-Adresse eintragen und auf "Abschicken" klicken - willkommen!

VW und Umicore gründen Joint Venture für Batterie-Rohstoffe
Die Batterie-Sparte PowerCo des Wolfsburger Autobauers Volkswagen und das belgische Material- und Rohstoffunternehmen Umicore werden ein Batterie-Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture) für die industrielle Großproduktion von Kathodenaktivmaterialien (CAM) und ihren Vorstufen (pCAM) in Europa gründen. Das in Brüssel ansässige Unternehmen wird den Namen Ionway tragen.
Beide Muttergesellschaften wollen die Produktionskapazität von Ionway bis zum Ende des Jahrzehnts auf 160 Gigawattstunden (GWh) pro Jahr ausbauen, wie Volkswagen in einer aktuellen Mitteilung erklärte. Das entspricht demnach dem Bedarf von etwa 2,2 Millionen Elektroautos.
Kathodenmaterialien sind der wichtigste Kostenpunkt
Aktive Kathodenmaterialien sind der wichtigste technische Hebel für die Batterieleistung. Sie haben den größten Anteil an den Gesamtkosten der Batterie und bestimmen ihre CO2-Auswirkungen. Bei der Lithium-Ionen-Batterie besteht die Aktivmasse der Kathode etwa aus einem lithiumlegiertem Material wie Kobalt, Nickel und Mangan.
Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.
Die hier verwendeten Einsatzstoffe sind daher essenziell für die Umwelt- aber auch die generelle Nachhaltigkeitsbilanz von Batterien. So ist gerade Kobalt ein umstrittener Rohstoff, der überwiegend in der Demokratischen Republik Kongo gewonnen wird, in illegalen Minen und auch durch Kinderarbeit. Umicore will die wichtigen Stoffe künftig etwa auch durch Recycling gewinnen, was weniger Bergbau mögliche machen soll.
Ionway soll die europäischen Batteriezellfabriken von PowerCo mit wichtigen Batteriematerialien versorgen und einen großen Teil des Bedarfs von PowerCo in der EU decken. Im Gegenzug kann Umicore planbare Bestellungen für Kathodenmaterialien verbuchen.
Das erste Ionway-Werk soll in Polen in der Stadt Nysa gebaut werden. Ziel sei eine günstigere Produktion, die "Elektroautos für jedermann erschwinglich macht", sagte Ionway-Chef Thomas Jansseune laut Mitteilung.
In Nysa betreibt Umicore bereits eine Produktionsstätte. Die Anlage für VW wird nun direkt daneben errichtet. 2025 soll die Produktion anlaufen. Bis 2030 sollen 900 Arbeitsplätze entstehen. Insgesamt werden 1,7 Milliarden Euro investiert.
Abhängig von stark schwankenden Rohstoffpreisen
Die Umicore-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 1,8 Prozent im Minus zum Freitag und kostet 21,51 Euro (Stand: 9.10.2023, 10:32 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 8,9 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 32,7 Prozent eingebüßt.
Das Geschäft mit Kathodenmateial soll künftig für den Konzern deutlich wichtiger werden. Kerngeschäft bleibt jedoch bislang der Handel mit recycelten Rohstoffen, was Umicore stark abhängig von den schwankenden Preisen macht. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 12 für 2023 ist die Aktie angesichts der heftigen Kursausschläge in den vergangenen Jahren nicht günstig. Auf fünf Jahre gesehen ist der Kurs 52 Prozent im Minus. ECOreporter rät aktuell von einem Einstieg eher ab, welche Chancen für Umicore im Batteriegeschäft liegen, wird sich noch zeigen müssen.
Lesen Sie auch das ECOreporter-Dossier Batterien für Elektroautos: Welche Aktien sind jetzt attraktiv?
Umicore S.A.: ISIN BE0974320526 / WKN A2H5A3