Die DHL Group stoppt vorerst Pakete an Geschäftskunden in den USA über den normalen Postweg. / Foto: DHL Group

  Nachhaltige Aktien, Aktien-Favoriten

US-Zollregeln: DHL Group stoppt teilweise Warenversand in die USA

Ab dem heutigen Freitag stoppt der Bonner Logistiker DHL Group vorerst über zwei Dienste den Warenversand für Geschäftskunden in die USA. Auch für Privatkunden schränkt der ECOreporter-Aktien-Favorit den Service ein.

Hintergrund ist laut DHL die von US-Präsident Donald Trump erlassene Executive Order "Suspending Duty-Free De Minimis Treatment for all Countries". Diese sieht grundlegende Änderungen im zollrechtlichen Verfahren vor und schafft insbesondere die bisherige Zollfreigrenze für Waren mit einem geringen Wert ("De Minimis") ab.

Wesentliche Fragen sind ungeklärt

Besonders betroffen sind Geschäftskunden: Mit Ablauf des 22. August werden "Deutsche Post und DHL Paket übergangsweise die Annahme und den Transport von Geschäftskunden-Paketen sowie Warenpost über den Postweg in die USA aussetzen", teilte die DHL Group mit. Der Warenversand über den Geschäftskunden-Service DHL Express sei weiter möglich.

Die DHL Group ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Kategorie Nachhaltige Dividendenkönige.

Wie die Redaktion die Aktie aktuell einschätzt, lesen Sie im folgenden Premium-Bereich.

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

Auch Sendungen von Privatpersonen mit einem Warenwert über 100 US-Dollar (etwa 92 Euro) sind von der Einschränkung betroffen. Weiter verschickt werden können Pakete von Privatpersonen an Privatpersonen mit einem Warenwert bis 100 US-Dollar, die als "Geschenk" beziehungsweise auf Englisch "gift" deklariert sind.

Solche Sendungen werden als einzige auch künftig weiter zollfrei verschickt werden können. Allerdings werden sie laut DHL noch stärker als bisher kontrolliert, weil die USA einen Missbrauch privater Geschenksendungen zum Versand kommerzieller Waren unterbinden wollen.

Die Änderungen betreffen alle Post- und Paketdienstleister weltweit. Auch andere Unternehmen haben bereits Versandunterbrechungen angekündigt, zuletzt etwa die Österreichische Post. Die DHL Group betonte, eng mit US-Behörden und Partnerunternehmen zusammenzuarbeiten, um den postalischen Warenversand schnellstmöglich wieder zu ermöglichen.

Der Grund für den Versandstopp ist, dass wesentliche Fragen zu den neuen US-Bestimmungen noch ungeklärt sind. Dabei geht es etwa darum, wie die Erhebung der Zollgebühren organisiert wird, welche zusätzlichen Daten für die Zollabwicklung erforderlich sind und wie diese an die US-Behörden übermittelt werden sollen.

Fest steht: Zum 29. August werden alle Importe – außer rein private Sendungen mit Geschenken im Wert von unter 100 Dollar – zollpflichtig. Für Waren aus Deutschland beziehungsweise der Europäischen Union beträgt der Zollsatz voraussichtlich 15 Prozent des Warenwertes – einige Warengruppen können aber auch höheren Zöllen unterliegen. Die Regelungen gelten für die USA und Puerto Rico.

Die DHL-Aktie ist im Xetra-Handel aktuell 0,8 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 40,24 Euro (Stand: 22.8.2025, 12:39 Uhr). Im Monatsvergleich ist die Aktie 0,2 Prozent im Minus, auf Jahressicht stieg der Kurs um 6,5 Prozent.

Langfristig gute Aussichten

Der Versandstopp ist die Folge einer typischen Trump-Aktion. Mit seiner Executive-Order hat der Präsident die bisherigen Regelungen über den Haufen geworfen, ohne dass klar ist, wie die Regelungen nun aussehen sollen. Das Problem wird Post-Unternehmen weltweit betreffen und auch Unternehmen, wenn diese Waren in die USA schicken wollen. Welchen Einfluss die neue Regelungen auf das DHL-Geschäft haben können, ist aber noch unklar. Der Warentransport im industriellen Maßstab bleibt vorerst unberührt.

Im ersten Halbjahr 2025 konnte die DHL Group dank Einsparungen profitabler werden. Seit April und den ersten Zeichen der Entspannung im Handelsstreit zwischen Donald Trump und dem Rest der Welt hat auch der Börsenkurs deutlich zugelegt, zuletzt schwankte die Aktie. Die unsicheren Aussichten für die US-Zollpolitik und den Welthandel schaffen weiterhin Risiken.

Langfristig bleibt die DHL-Aktie nach Einschätzung der Redaktion eine solide Option. Bei Investitionen in den Logistiksektor sind zwar aktuell gute Nerven gefragt. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie für 2025 ist derzeit mit 14 aber eher niedrig, auch im Vergleich zu Konkurrenten in der Branche. Die erwartete Dividendenrendite für 2025 beträgt attraktive 4,5 Prozent. Für Anlegerinnen und Anleger, die eine lange Haltedauer einplanen, gibt es nach Einschätzung von ECOreporter Einstiegschancen.

Lesen Sie auch unser Dossier Nachhaltige Dividendenkönige: Bei diesen großen Favoriten-Aktien kann sich der Einstieg jetzt lohnen

Deutsche Post AG (DHL):  ISIN DE0005552004 / WKN 555200

(Aktuelle Kursdaten zur Aktie erhalten Sie, wenn Sie auf das Symbol hinter der WKN klicken.)

Verwandte Artikel

05.08.25
 >
18.07.25
 >
04.07.25
 >
30.06.25
 >
29.05.26
 >
Aktuell, seriös und kostenlos: Der ECOreporter-Newsletter. Seit 1999.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x