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Varta: Aktionäre vor Totalverlust, Porsche steigt ein
Der Batteriekonzern Varta hat sich mit Gläubigern und Investoren auf ein Sanierungskonzept geeinigt. Aktionäre dürften ihr Kapital vollständig verlieren. Zudem soll das Unternehmen aus dem schwäbischen Ellwangen von der Börse gehen.
Wie bereits im Juli in Aussicht gestellt, will Varta im Rahmen eines vorinsolvenzlichen Sanierungsverfahrens sein Grundkapital auf null Euro herabsetzen und danach über eine Kapitalerhöhung frisches Geld von Investoren erhalten und von der Börse gehen. Die bisherigen Aktionäre würden dadurch ohne Entschädigung aus dem Unternehmen gedrängt. Vermutlich würde es Schadenersatzklagen gegen Varta geben.
Über die Kapitalerhöhung und ein Investorendarlehen möchte der Konzern 120 Millionen Euro einnehmen. Zudem sollen mit einem Schuldenschnitt die Finanzverbindlichkeiten von derzeit 485 auf 200 Millionen Euro sinken.
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Mit der Kapitalerhöhung beteiligen sich der bisherige Großaktionär Michael Tojner sowie der Autobauer Porsche mit je 32 Prozent an Varta. Die übrigen 36 Prozent der Anteile gehen an Kreditgeber. Das Sanierungskonzept muss noch vom Bundeskartellamt genehmigt werden.
„Die heutige wirtschaftliche Einigung stellt einen entscheidenden Wendepunkt für die Zukunft der Varta AG dar“, sagte Michael Tojner, der auch Aufsichtsratsvorsitzender des Konzerns ist, am Samstag. „Trotz der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen bietet das Unternehmen großes Potenzial, um Europas Batteriezellforschung und -produktion unabhängiger von asiatischen Lieferanten zu gestalten. Gemeinsam mit Porsche wollen wir einen Beitrag dazu leisten. Mit der heutigen Einigung ist uns zusammen ein erster wichtiger Schritt gelungen, der die Stabilität der Varta AG sichert und den Weg für einen Neustart ebnet.“
Porsche will sich einen Batterielieferanten sichern
Porsche hatte zuvor bereits mitgeteilt, V4Drive Battery übernehmen zu wollen. In dem Unternehmen bündelt Varta sein Geschäft mit großen Lithium-Ionen-Akkus, die im Hybrid-Antrieb des Porsche 911 Carrera GTS verbaut werden.
Der Misserfolg von V4Drive Battery ist ein wesentlicher Grund für die finanzielle Schieflage von Varta. Investitionen aus den Jahren 2021 und 2022 in große Lithium-Ionen-Batterien haben sich nicht ausgezahlt. Die erhofften Aufträge blieben aus, das Unternehmen legte den Bau einer Fabrik auf Eis.
Die Varta-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell mehr als 63 Prozent im Minus zum Freitag und notiert bei 1,425 Euro (Stand: 19.8.2024, 9:31 Uhr). Weitere Verluste im Tagesverlauf wären keine Überraschung. Anlegerinnen und Anleger werden mutmaßlich versuchen, die absehbar wertlose Aktie loszuwerden. Innerhalb der letzten zwölf Monate hat das Papier 93 Prozent eingebüßt.
ECOreporter warnt schon länger vor einem Einstieg in die Varta-Aktie. Anlegerinnen und Anleger sollten angesichts des drohenden Totalverlusts nun erst recht einen Bogen um das Papier machen. Zudem sind die Aktien mittlerweile Spekulationsobjekte mit heftigen Kursschwankungen – auch weil professionelle Leerverkäufer bei Varta auf sinkende Kurse wetten.
Varta AG:
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05.03.26
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