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Varta schneidet besser ab als erwartet – aber viele Risiken bleiben
Der kriselnde Batteriekonzern Varta sieht sich auf einem guten Weg, seine gesenkten Jahresziele zu erreichen. Für das dritte Quartal 2023 meldete das Unternehmen aus Ellwangen bessere Zahlen als erwartet. Doch viele Probleme bleiben.
Von Juli bis September erzielte das Unternehmen vorläufigen Zahlen zufolge einen Umsatz von rund 215 Millionen Euro, knapp ein Zehntel mehr als im schwachen Vorjahreszeitraum. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag bei 29,4 Millionen Euro. Im Jahr zuvor hatte Varta operativ rote Zahlen geschrieben. Dem Unternehmen zufolge lagen die Ergebnisse über den Markterwartungen. Ein Nettoergebnis veröffentlichte Varta noch nicht.
Gewinnwarnungen und schwächelndes Geschäft
Auf neun Monate betrachtet stehen bei Varta 554 Millionen Euro Umsatz und ein EBITDA von 22,6 Millionen Euro zu Buche. Die im Juli gesenkte Jahresprognose bestätigte das Management. Im Gesamtjahr soll ein Umsatz von rund 820 Millionen Euro erzielt werden, das EBITDA erwartet das Unternehmen zwischen 40 und 60 Millionen Euro.
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Vartas Geschäft war in den vergangenen Jahren besonders von wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Knopfzellen für Unterhaltungselektronik wie beispielsweise kabellose Kopfhörer abhängig gewesen. Eine wegbrechende Nachfrage, der steigende Konkurrenzdruck und hohe Energie- und Rohstoffkosten sorgten für eine Krise bei dem Unternehmen.
Varta musste in der Folge mehrere Gewinnwarnungen veröffentlichen, der Konzern schreibt seit geraumer Zeit rote Zahlen. Das Geschäft mit Haushaltsbatterien und Heimspeichern reichte nicht aus, um die Einbußen aufzufangen.
Zudem scheiterte das Unternehmen mit engagierten Plänen für Elektroauto-Batterien – Pläne für den Neubau einer Fabrik wurden mangels Abnahmezusagen gestoppt. Bislang gibt es nur eine kleine Fertigung von Rundzellen.
Neben einer Kapitalerhöhung einigte sich Varta mit seinen Banken schließlich auf ein Restrukturierungskonzept. Hunderte Stellen werden gestrichen, der Konzernumbau soll bis ins kommende Jahr andauern.
Aktie weiterhin kein Kauf
Nach Veröffentlichung der neuen Zahlen am Freitag konnte sich die Varta-Aktie etwas erholen, am Montagabend war sie im Xetra-Handel 1,3 Prozent im Plus zum Vortag und kostete 22,01 Euro (Stand: 13.11.2023, 17:38 Uhr). Auf Monatssicht hat die Aktie 20,5 Prozent an Wert gewonnen, im Jahresvergleich ist sie 32,4 Prozent im Minus.
Vor der Trendwende und einem langen Absturz seit 2021 war die Varta-Aktie auf ein Allzeithoch von fast 150 Euro gestiegen. Seitdem hat der Kurs 85 Prozent eingebüßt.
ECOreporter sieht bei Varta weiter erhebliche Risiken und rät von einem Einstieg in die Aktie klar ab. Das kleine aktuelle Kurshoch ist womöglich nur ein Strohfeuer, die langfristigen Probleme des Unternehmens bleiben. Profi-Investoren wetten zudem auf weitere Kursverluste, was für zusätzlichen Druck sorgen kann.
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05.03.26
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