Veganz hat sein Produktportfolio umgebaut. / Foto: Veganz

  Nachhaltige Aktien, Anleihen / AIF

Veganz reduziert Verlust - wie läuft die Aktie?

Der vegane Lebensmittelhersteller Veganz hat seinen Verlust 2024 deutlich reduzieren können. Weil das Berliner Unternehmen seine Strategie umbaut und sich auf weniger Produkte konzentriert, ging allerdings auch der Umsatz stark zurück. Veganz will seine Kosten weiter senken.

Als Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verbuchte Veganz einen Verlust von 2,3 Millionen Euro und konnte damit das Minus gegenüber den 6,2 Millionen Euro im Vorjahr deutlich reduzieren. Nettozahlen teilte das Unternehmen zunächst nicht mit.

Bestellungen können teils nicht bedient werden

Veganz baut seit 2023 sein Geschäft um. Nachdem man die eigenen Filialen aufgegeben hat, verkleinert das Unternehmen auch sein Sortiment, um sich auf margenstärkere Artikel zu konzentrieren. Im Mittelpunkt stehen dabei der Milchersatz Milik und der Fleischersatz Peas on Earth.

Wie ECOreporter die Veganz-Aktie aktuell einschätzt, erfahren Sie im Premium-Bereich. Lesen Sie auch unser Dossier Vegane Aktien: Welche tierfreien Investments sich jetzt lohnen können.

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

Bei Milik und Peas on Earth investiert Veganz kräftig in den Auf- und Ausbau der neuen Produktionsanlagen. Aktuell kann der Konzern die Nachfrage noch nicht vollständig bedienen, 2024 musste das Unternehmen deshalb Aufträge im Wert von 7 Millionen Euro canceln. Der Umsatz sank daher im Jahresvergleich um 34 Prozent auf 10,8 Millionen Euro.

Zum "schnellen Erreichen der Gewinnschwelle" hat Veganz nun "ein weiteres Programm zur signifikanten Kostenreduktion" beschlossen. Das Unternehmen will seine Kosten damit sukzessive um 30 Prozent reduzieren, gleichzeitig aber auch neue Mitarbeitende in den Bereichen Produktion sowie Forschung und Entwicklung einstellen.

Veganz teilte außerdem mit, dass eine Kapitalerhöhung aus 2023 in Höhe von 6,26 Millionen Euro aktiviert wurde. Das Unternehmen will nun "alle rechtlichen Maßnahmen zur Einzahlung der Summe auf den Weg bringen".

Die Veganz-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 0,7 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 8,00 Euro (Stand: 2.4.2025, 10:37 Uhr). Im Monatsvergleich ist die Aktie 2,3 Prozent im Minus, auf Jahressicht hat sie 55,3 Prozent ihres Werts eingebüßt.

Bei Veganz gibt es weiter deutliche Unsicherheiten. Ob die neue Strategie aufgeht und das Unternehmen tatsächlich in Reichweite der Gewinnschwelle liegt, ist schwer zu beurteilen. Hinzu kommt der hohe Konkurrenzdruck: Große Lebensmittelkonzerne drängen in den Markt für tierfreie Lebensmittel, sind dabei finanziell stärker aufgestellt als Veganz und verfügen über bessere Margen. Den Produkten des kleinen Herstellers fehlen teils auch die Alleinstellungsmerkmale. Wenn aktuell Bestellungen nicht bedient werden können, sind diese Aufträge möglicherweise nur schwer zurückzugewinnen.

ECOreporter rät vom Einstieg in die Veganz-Aktie ab. Ende 2024 hat die Redaktion Anlegerinnen und Anlegern nahegelegt, über einen Verkauf der Aktie nachzudenken. Auch die Anleihe des Unternehmens ist aus Sicht der Redaktion nicht empfehlenswert. An der Börse Stuttgart notiert sie derzeit nur bei 26,50 Prozent ihres Nennwertes (Stand 2.4.2025, 11:00 Uhr).

Veganz Group AG Aktie:  ISIN DE000A3E5ED2 / WKN A3E5ED

Veganz Anleihe 2020/2025: ISIN DE000A254NF5 / WKN A254NF

(Aktuelle Kursdaten zu der Aktie erhalten Sie, wenn Sie auf das Symbol hinter der WKN klicken.)

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