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Verbio: Aussicht auf Steuererleichterungen treibt den Kurs
Die Aussicht auf Steuererleichterungen für Biokraftstoffe hat der Aktie des Leipziger Biodieselherstellers Verbio Aufwind gegeben. Ist ein Einstieg in das Unternehmen eine gute Idee?
In der vergangenen Woche hatten Aussagen von Bundesagrarminister Alois Rainer (CSU) für gute Stimmung an der Börse gesorgt. "Mein Ziel ist es, Maßnahmen zur Steigerung des Biokraftstoffeinsatzes in der Landwirtschaft noch in dieser Wahlperiode anzugehen", sagte Rainer dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Er stehe dazu bereits im Kontakt mit Finanzminister Lars Klingbeil (SPD).
Verbio-Aktie legt zweistellig zu
Die Bundesregierung plant demnach, ab 2026 wieder die volle Steuerrückerstattung beim Agrardiesel einzuführen. Die alternativen Kraftstoffe werden laut Rainer helfen, fossile Energieträger zu ersetzen. Die Pläne sollen vor allem Bauern finanziell entlasten – könnten aber auch den Biodiesel-Absatz spürbar ankurbeln.
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Infolge der Neuigkeit gewann die Verbio-Aktie am Donnerstag mehr als 12 Prozent an Wert. Nachdem es zum Wochenauftakt zu Gewinnmitnahmen gekommen war, ist die Aktie im Tradegate-Handel aktuell 0,3 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 12,42 Euro (Stand: 1.7.2025, 9:05 Uhr). Die Aktie ist seit April auf Erholungskurs, im Monatsvergleich gewann sie 31,8 Prozent an Wert. Auf Jahressicht hingegen ging es für den Kurs 30,1 Prozent abwärts.
Verbio war bei seinem Geschäftsausblick zuletzt pessimistischer geworden. Eine wichtige Rolle in der Strategie des Konzerns ist eine neue Anlage in den USA. Nachdem technische Probleme deren Start verzögert hatten, soll der Hochlauf im Laufe des Sommers erfolgen.
Eine wichtige Rolle spielen für Verbio die Preise für sogenannte Treibhausgaszertifikate (THG-Quoten). Die THG-Quoten sind schon länger niedrig – das bedeutet, es lohnt sich für Anbieter konventioneller Kraftstoffe eher, Zertifikate zu kaufen, um einen Teil ihrer CO2-Emissionen auf dem Papier auszugleichen. Bei hohen THG-Quoten rentiert es sich für sie eher, Biokraftstoffe zu kaufen und für eine bessere Klimabilanz ihrem Treibstoff beizumischen.
Verbios Geschäft ist also trotz der Hoffnungen im deutschen Agrarsektor mit vielen Unsicherheiten behaftet. Auch im laufenden Geschäftsjahr wird das Unternehmen vermutlich rote Zahlen schreiben. Hinzu kommen die starken Schwankungen und die langfristig schwache Entwicklung des Börsenkurses. ECOreporter rät defensiven Anlegerinnen und Anlegern aktuell vom Kauf der Aktie ab.
Verbio Vereinigte BioEnergie AG: ISIN DE000A0JL9W6 / WKN A0JL9W
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