Verbio hat unter anderem mit Verzögerungen in den USA zu kämpfen. / Foto: Verbio

  Nachhaltige Aktien

Verbio wird pessimistischer

Der Leipziger Biokraftstoffhersteller Verbio erwartet nach dem dritten Quartal, sein Geschäftsjahr 2024/2025 nur noch am unteren Ende seiner Prognosespanne abzuschließen. Große Hoffnungen liegen weiterhin auf dem US-Geschäft.

In den Monaten Januar bis März ging der Umsatz von Verbio um 3,5 Prozent auf rund 395 Millionen Euro zurück. Sowohl im Segment Biodiesel als auch bei Bioethanol/Biomethan sanken die Erlöse. Das Unternehmen kämpft hier noch immer mit der Konkurrenz aus China, der der Konzern Fälschung von Zertifikaten vorwirft.

Steigender Verlust

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verbesserte sich um rund 12 Prozent auf 8,2 Millionen Euro. Unter dem Strich stieg der Nettoverlust von knapp 11 Millionen Euro auf 14 Millionen Euro. Für die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres stand ein Minus von 41 Millionen Euro zu Buche, im Vorjahr war im gleichen Zeitraum noch ein Nettogewinn von rund 12 Millionen Euro verzeichnet worden.

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Laut Verbio waren für die roten Zahlen gestiegene Kosten sowie vor allem höhere Abschreibungen verantwortlich. Grundsätzlich bleibt das wirtschaftliche Umfeld für Biokraftstoffe schwierig, die  Preise für sogenannte Treibhausgaszertifikate (THG) sind weiter niedrig.

Anbieter konventioneller Kraftstoffe können Treibhausgaszertifikate erwerben, um einen Teil ihrer CO2-Emissionen zu neutralisieren. Alternativ können sie Biokraftstoffe kaufen und für eine bessere Klimabilanz ihrem Treibstoff beimischen. Sinken die Preise für die Zertifikate (THG-Quote), werden diese attraktiver und die Nachfrage nach den Kraftstoffen etwa von Verbio geht zurück.

Für das Gesamtjahr erwartet Verbio nun ein EBITDA "im mittleren zweistelligen Millionenbereich", während zuvor eine Spanne zwischen 120 und 160 Millionen Euro prognostiziert wurde. Die THG-Quoten sollen sich im Laufe des Jahres zwar erholen, allerdings nicht stark genug, um die bisherigen Ziele zu erreichen.

Zentraler Meilenstein für die Wachstumsstrategie bleibt laut Verbio der Hochlauf der Produktion im US-Bundesstaat Nevada. Diese soll im Laufe des Sommers erfolgen, nachdem technische Probleme den Start verzögert hatten. Auch diese Schwierigkeiten sind ein Grund für die gesenkte Prognose.

Aussichten unsicher

Die Verbio-Aktie war am Dienstag infolge der Mitteilung deutlich im Minus. Am Nachmittag notierte sie im Xetra-Handel 7,6 Prozent im Minus zum Vortag und kostete 9,69 Euro (Stand: 13.5.2025, 15:28 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 6,4 Prozent im Plus, im Jahresvergleich gab der Kurs um 60 Prozent nach.

Für den Börsenkurs von Verbio geht es seit Ende 2022 fast ununterbrochen abwärts, auf drei Jahre betrachtet ist die Aktie 81 Prozent im Minus. Die Aussichten für das Unternehmen sind gerade im Hinblick auf die Entwicklung der THG-Quoten unsicher. Auch im Gesamtjahr dürfte der Konzern einen Nettoverlust verbuchen. ECOreporter rät defensiven Anlegerinnen und Anlegern aktuell vom Kauf der Aktie ab.

Verbio Vereinigte BioEnergie AG:  ISIN DE000A0JL9W6 / WKN A0JL9W

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