Braunkohleabbau in Garzweiler. Wirklich nachhaltige ETFs schließen Geschäfte mit Kohleabbau aus. Doch bei der Strenge solcher Ausschlüsse ist die Bandbreite groß. / Foto: Pixabay

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Keine Waffen, Atomkraft, fossile Energie: Die Ausschlusskriterien der besten nachhaltigen ETFs

ECOreporter hat schon oft die mangelnde Nachhaltigkeit angeblich grüner ETFs kritisiert – ein Grund sind immer wieder schwache Ausschlusskriterien. Doch es gibt auch ETFs, die es besser machen. Bei ihren Ausschlüssen sind sie nicht weniger konsequent als gute nachhaltige Fonds. Die Redaktion stellt Ihnen einige ETFs mit strengen Kriterien vor.

Wie bei nachhaltigen Fonds gilt für Anlegerinnen und Anleger: Allein am Nachhaltigkeitskonzept ist kaum zu erkennen, wie grün ein ETF tatsächlich ist. Denn die Nachhaltigkeitskonzepte klingen in der Werbung oft schön, sind aber tatsächlich meist unpräzise und intransparent.

Auch Nachhaltigkeitsnoten besitzen nur eine sehr begrenzte Aussagekraft. Meist "ESG-Score" genannt, sollen sie Unternehmen in den Kriterien Ökologie (E für Environment), Soziales (S für Social) und verantwortungsvolle Unternehmensführung (G für Governance) bewerten. Doch was eine gute Leistung in den Kategorien ausmacht, ist nicht verbindlich definiert. Und die Bewertungsmethoden der Ratingagenturen sind Berufsgeheimnis, weswegen die Noten verschiedener Anbieter für Privatanlegerinnen und -anleger kaum vergleichbar sind.

Warum Ausschlusskriterien so wichtig sind

Hinzu kommt: Viele ETFs verwenden ein sogenanntes Best-in-Class-Verfahren. Für dieses wird ein bestimmter Prozentsatz an Unternehmen mit der besten Nachhaltigkeitsleistung einer Branche ausgewählt. Was sich Best-in-Class nennt, ist dehnbar, gemeint sein können damit die besten 10 bis hin zu den "besten" 80 Prozent der Unternehmen.


Mancher ETF wirbt zwar mit dem Ausschluss fossiler Energie. Doch Kohle, Öl und Gas werden teils großzügige Toleranzen eingeräumt. / Foto: Pixabay

Vor allem aber: Selbst wenn nur die besten 10 Prozent ausgewählt werden, heißt das nicht viel, wenn Unternehmen aus nicht nachhaltigen Branchen stammen. Auch unter Kohlestromerzeugern, Ölmultis oder Rüstungskonzernen kann man die 10 Prozent mit den besten ESG-Noten auswählen. Hier hilft nur, bestimmte Geschäftsfelder konsequent und von vorneherein auszuschließen – diese Ausschlusskriterien sind gleichzeitig für Anlegerinnen und Anleger der beste Anhaltspunkt, um zu bestimmen, inwiefern ein ETF etwa frei von fossiler Energie ist.

Die Bandbreite bei der Strenge der Ausschlüsse ist enorm: Sie reicht von einem tiefgrünen ETF wie dem UmweltBank ETF - Global SDG Focus, dem ersten ETF mit ECOreporter-Nachhaltigkeitssiegel, bis etwa zu einem ETF des britischen Anbieters LGIM, in dessen Aktienpaket sich sogar Atomwaffenhersteller finden. Es gibt ETFs, die fossile Energie vollständig ausschließen oder sogar spezielle Tabus für Massentierhaltung oder Luftfahrt formulieren. In anderen Portfolios finden sich die größten Ölkonzerne der Welt und Kohlestromerzeuger versammelt.

Nutzen Sie auch unsere Fonds- und ETF-Suche. Dort können Sie die von ECOreporter getesteten Aktien-Fonds/ETFs nach bis zu 24 Ausschlusskriterien filtern und dabei auch angeben, ob Umsatztoleranzen von beispielsweise 5 oder 10 Prozent erlaubt sein sollen.

Hier geht es zum Suchformular.


Im Premium-Bereich hat ECOreporter in einer Tabelle die wichtigsten Ausschlusskriterien der ETFs mit den besten Nachhaltigkeitsnoten im ECOreporter-Test zusammengestellt. Dort können Sie etwa vergleichen, wie groß die Bandbreite bei den Ausschlüssen selbst bei den besseren getesteten ETFs ist.

Die Ausschlusskriterien der nachhaltigsten aktiv gemanagten Fonds finden Sie hier.

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