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Nachhaltige Aktien, Fonds / ETF
Von Kindergärten und Schulen in Finnland – Kraft des Geldes Teil 3
Ihr Geld: Ein unbedeutendes Staubkorn im schier unendlichen Universum des Finanzmarktes? Oder der Zellkern für etwas, das Sinn ergibt – ein Stück Krankenhaus, eine Grundlage für ein kleines Unternehmen in einem Schwellenland, ein Kindergarten, ein Teil der Energiewende, eine Stimme mit Einfluss gegen die Regenwaldzerstörung? ECOreporter zeigt Beispiele, wo das möglich wird.
Die nachhaltige, ethische Geldanlage hat Wirkung. Nicht nur auf dem Konto oder im Depot. Sondern auch in der realen Welt, jenseits der Zahlen. Da verändert Geld etwas. Man muss nicht einmal Millionen investieren, damit echte Wirkung entsteht. Denn die Masse kommt durch die Menge der ethisch und nachhaltig Anlegenden zusammen.
Wie Anlegen in Fonds Wirkung schafft
Der grüne Geldmarkt hat in den letzten Jahren bereits Milliarden in sinnvolle Kanäle gelenkt. In dieser ECOreporter-Serie geben Ihnen sechs Menschen konkrete Beispiele dafür, was Geld geleistet hat und weiterhin bewirken kann, wenn die Richtung und das Engagement stimmen. Aus kleinen Beiträgen Großartiges entstehen lassen: So funktioniert es.
Lesen Sie heute im dritten Teil der Serie, wie ein wirklich nachhaltiger Fonds nicht nur Rendite, sondern auch Impact schafft. Und welche regulatorischen Hürden dieser nachhaltigen Wirkung manchmal im Wege stehen.
Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.
Der nachhaltige Vermögensverwalter und Fondsanbieter Murphy&Spitz aus Bonn feiert 2024 sein 25-jähriges Bestehen. Mehrere der vom Unternehmen gemanagten Fonds tragen das anspruchsvolle ECOreporter-Nachhaltigkeitssiegel. Murphy&Spitz-Mitgründer und Vorstand Andrew Murphy erklärt, wie Kapital in Fonds direkt wirkt.
ECOreporter: Herr Murphy, wie erzielen Ihre Fonds nachhaltige Wirkung?
Andrew Murphy: Der Murphy&Spitz Umweltfonds Deutschland und noch mehr der Murphy&Spitz Green Bond Fund (mit Klick auf den jeweiligen Link gelangen Sie zum ECOreporter-Test des Fonds - Anm. d. Red.) nehmen aktiv an Kapitalerhöhungen und Neuemissionen teil. Dabei fließt Geld direkt in Unternehmen aus nachhaltigen Branchen, nachhaltige Projekte werden somit unmittelbar finanziert. Das ist ein großer Impact, um Umwelt und Gesellschaft zu verbessern. Im Kontrast dazu stehen passive Impact-Ansätze anderer Fonds, die lediglich schon bestehende Wertpapiere handeln. Der Hebel, um Einfluss auf Unternehmen zu nehmen, reduziert sich dann auf Engagement, also auf den Dialog mit den handelnden Personen und das Abstimmungsverhalten der Fonds in Versammlungen. Der Einfluss ist jedoch am größten, wenn Unternehmen direkt durch Kapitalmaßnahmen Geld einsammeln.

Andrew Murphy, Mitgründer und Vorstand von Murphy&Spitz. / Foto: Murphy&Spitz
Ein konkretes Beispiel für eine positive Wirkung?
Murphy&Spitz nimmt ja laufend an Kapitalmaßnahmen teil, meistens bei sogenannten Private Placements, also kurzfristigen Kapitalmaßnahmen, die nicht öffentlich sind und sich ausschließlich an qualifizierte Investoren richten. Im August haben wir beispielsweise in finnische Kindergärten und Schulen aus Holz investiert, die bei sinkendem Bedarf auseinandermontiert und woanders wieder aufgebaut werden können. Den größten Impact hat man aktuell definitiv bei Green Bonds und Social Bonds.
Im September haben wir uns an einem Private Placement eines Green Bonds des norwegischen Unternehmens Bonheur beteiligt. Die Platzierung der 950 Millionen Norwegischen Kronen erfolgte innerhalb eines Tages, da muss man das Unternehmen schon eine Weile kennen und bewerten, um schnell handeln zu können. Bonheur finanziert die weitere Entwicklung seiner Wind- und Solarparks auf dem Wasser. Unser Engagement hört aber nicht beim Kauf von Wertpapieren auf. Wir sind mit den meisten unserer Investments in einem laufenden Austausch. Wir machen weit mehr, als uns nur an Abstimmungen bei Haupt- und Gläubigerversammlungen zu beteiligen.
Wie ließe sich mit Fonds mehr nachhaltige Wirkung erzielen?
Im Markt für nachhaltige Geldanlage ist viel Dynamik. Blockiert wird das Ganze durch die unsägliche Regulatorik und den Versuch, nachhaltiges Investment messbar zu machen. Ein Beispiel: Unser Umweltfonds heißt seit 1999 Umweltfonds Deutschland, soll aber den Namen nicht führen dürfen, weil er nicht nur in schnellwachsende Bäume vom Niederrhein investiert, sondern auch in Häuser für Menschen mit Behinderung oder Softwareunternehmen, die den ÖPNV besser steuern. Oder der Murphy&Spitz Green Bond Fund: Er investiert etwa in einen Naturkosthersteller, dessen Anleihe aber nicht als Green Bond klassifiziert wird. Die Regulierung durch die EU-Taxonomie erstickt kleine und mittlere Unternehmen und bevorzugt Großkonzerne – eine fatale Entwicklung. Der Inhalt, also die nachhaltigen Geldanlagen, ist großartig. Aber bei der Verpackung, sprich der Regulatorik, da muss nachgeschärft werden.
Die übrigen Teile unserer Serie "Kraft des Geldes" finden Sie hier:
Teil 1: Festgeld für die Wachkomastation
Teil 2: Die Büffelkuh und die Ärzte
Teil 4: So krempelten private Anlegerinnen und Anleger die Energiebranche um