Die Vulcan Energy-Aktie leidet unter schlechten Nachrichten aus der Branche. / Foto: imago images

  Nachhaltige Aktien

Vulcan Energy-Aktie bricht um 11 % ein – das ist der Grund

Die Aktie des besonders in Deutschland aktiven australischen Lithiumunternehmens Vulcan Energy ist zum Abschluss der Woche deutlich im Minus. Meldungen aus der Branche überschatten eine eher positive Nachricht des Unternehmens zum Aufbau der Lithiumproduktion.

Vulcan Energy erklärte, den australischen Maschinenbauer JordProxa als Ausrüstungspartner für seine Lithiumproduktion ausgewählt zu haben. JordProxa soll Technologie sowohl für die Förderung, Reinigung als auch Weiterverarbeitung von Lithium in der geplanten Produktionsanlage in Frankfurt liefern.

Technologie für Förderung und Produktion von Lithium

Vulcan will im Oberrheingraben, einer etwa 350 Kilometer langen Tiefebene von der Schweiz bis nach Deutschland, umweltfreundlich Lithium fördern. Geothermiekraftwerke sollen lithiumhaltiges Thermalwasser ("heiße Sole") an die Oberfläche pumpen, durch ein Filtersystem leiten und anschließend zurück in die Erde befördern.

Das so gewonnene Lithiumchlorid will das Unternehmen dann in einer eigenen Anlage in Frankfurt zu hochreinem Lithiumhydroxid (LHM) weiterverarbeiten. LHM wird etwa für die Herstellung von Elektroauto-Batterien benötigt.

Vulcan möchte mit den Werken für die Förderung und Weiterverarbeitung eine Infrastruktur für nachhaltiges Lithium in Europa schaffen. Aktuell betreibt das Unternehmen ein Geothermiekraftwerk im rheinland-pfälzischen Landau sowie bereits zwei Testanlagen für die Förderung und Weiterverarbeitung des Lithiums.

Die Verträge zwischen Vulcan und JordProxa umfassen laut Mitteilung die Konstruktion, Fertigung, Modularisierung und Lieferung der geplanten kommerziellen Anlagen für die Lithiumgewinnung und -verarbeitung. Die Aufträge haben laut Unternehmen einen Wert von 140 Millionen Euro.

Die Unterzeichnung der Verträge ist eine Voraussetzung für die Finanzierung der aktuellen "Phase One" von Vulcan. Diese will das Unternehmen mit zusätzlichen Projekt- und Finanzierungsvereinbarungen im vierten Quartal 2025 abschließen.

Schlechte Nachrichten aus Kanada

Allerdings überschatteten andere Nachrichten aus der Lithiumbranche die Mitteilung von Vulcan. Das kanadische Unternehmen Standard Lithium teilte am Freitag völlig überraschend eine massive Kapitalerhöhung im Umfang von 130 Millionen US-Dollar zu einem stark reduzierten Anteilspreis mit.

Die Aktie des Unternehmens, das in den USA Lithium fördern will, war seit Jahresbeginn um 300 Prozent gestiegen. Nun folgte mit Bekanntgabe der Kapitalmaßnahme der Einbruch, der weitere Wachstumswerte in der Lithiumbranche mit nach unten zog.

Aktuell ist die Vulcan-Aktie im Xetra-Handel 11,1 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 3,47 Euro (Stand: 17.10.2025, 10:11 Uhr). Zuletzt ging es für die Aktie deutlich aufwärts, im Monatsvergleich legte sie 32,3 Prozent zu, auf Jahressicht stieg der Kurs um 17,1 Prozent. Seit dem Start an der Börse Frankfurt 2022 hat die Aktie allerdings 38 Prozent an Wert eingebüßt.

Im September hatte Vulcan die Baugenehmigung für seine Lithium-Verarbeitungsanlage in Frankfurt erhalten. Mehr dazu und wie ECOreporter die Aktie aktuell einschätzt, lesen Sie hier.

Vulcan Energy Resources: ISIN AU0000066086 / WKN A2PV3A

(Aktuelle Kursdaten zu der Aktie erhalten Sie, wenn Sie auf das Symbol hinter der WKN klicken.)

Verwandte Artikel

22.09.25
 >
29.07.25
 >
25.06.25
 >
27.05.25
 >
04.02.26
 >
Aktuell, seriös und kostenlos: Der ECOreporter-Newsletter. Seit 1999.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x