Vulcan Energy hat nahe Landau in Rheinland-Pfalz mit weiteren Bohrungen für Geothermiekraftwerke begonnen. / Foto: Pixabay

  Nachhaltige Aktien

Vulcan Energy startet Bohrungen – Aktie im Plus

Der australische Lithiumförderer Vulcan Energy hat mit Bohrungen für das erste neue Förderloch seines "Lionheart"-Projekts bei Schleidberg nahe Landau in Rheinland-Pfalz begonnen. Es ist der nächste Schritt des Unternehmens auf dem Weg zur kommerziellen Lithiumförderung.

Insgesamt sind 24 neue Förder- und Injektionsbohrungen für Geothermiekraftwerke geplant, um das bestehende Netz von derzeit vier Bohrlöchern auszubauen. Die Bohrarbeiten werden von der 100-prozentigen Vulcan-Tochterfirma Vercana durchgeführt.

Finanzierung soll Ende 2025 stehen

Vulcan will im Oberrheingraben, einer etwa 350 Kilometer langen Tiefebene vom Schweizer Jura bei Basel bis zum Südrand des Taunus bei Frankfurt, klimafreundlich Lithium aus dem Thermalwasser ("heiße Sole") fördern. Dafür pumpen Geothermiekraftwerke das Wasser an die Oberfläche, leiten es durch ein Filtersystem und dann zurück in die Erde.

Das "Lionheart Project" ist Vulcan Energys Bezeichnung für den Aufbau des kommerziellen Betriebs. Dabei soll eine vollständigen Produktionskette entstehen, von der Förderung lithiumhaltiger Thermalsole über die Energiegewinnung bis zur Produktion von Lithiumhydroxid für Batterien.

Mehr über den Geothermie-Sektor erfahren Sie im ECOreporter-Überblick Geothermie-Aktien – hohe Renditen mit Wärme aus der Tiefe? Eine aktuelle Einschätzung zur Vulcan Energy-Aktie lesen Sie im folgenden Premium-Bereich.

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

Bislang besitzt Vulcan ein Geothermiekraftwerk in Insheim sowie zwei Demonstrationsanlagen für die Förderung der Lithium-Sole und deren Weiterverarbeitung. Die kommerzielle Produktionsanlage, die eine Kapazität von etwa 24.000 Tonnen hochreines Lithiumhydroxid-Monohydrat (LHM) pro Jahr erreichen soll, befindet sich derzeit im Aufbau. LHM wird vor allem für die Herstellung von Elektroauto-Batterien benötigt. Die kommerzielle Produktion soll 2027 starten.

Laut Vulcan-Chef Cris Moreno ist der Beginn neuer Bohrungen ein wichtiger Meilenstein zur Etablierung einer nachhaltigen europäischen Lithiumlieferkette. Allerdings handelt es sich bei der Bohrung noch immer um den vorbereitenden Teil – der Hochlauf des Projekts, also weitere Bohrungen und der Aufbau der Infrastruktur, sind immer noch nicht finanziell gesichert.

Vulcan braucht insgesamt etwa 2 Milliarden Euro, um die "Phase eins" seines Projekts umzusetzen. Diese umfasst etwa den Bau einer Lithiumextraktionsanlage im industriellen Maßstab, weitere Bohrungen und eine Pipeline-Infrastruktur. Dafür setzt das Unternehmen neben Krediten auch auf öffentliche Förderung. Die vollständige Finanzierung erwartet Vulcan aktuell bis Ende 2025 zu erreichen.

Aktie bleibt eine Wette

Die Vulcan-Aktie gewann nach der Nachricht über den Beginn der Bohrungen am Montag etwa 4 Prozent, aktuell ist sie im Tradegate-Handel weitere 1,8 Prozent im Plus und kostet 2,40 Euro (Stand: 27.5.2025, 9:39 Uhr). Im Monatsvergleich hat die Aktie 9,8 Prozent eingebüßt, auf Jahressicht gab der Kurs um 16,4 Prozent nach.

Vulcan hat eigenen Angaben zufolge mit einer Reihe von Autoherstellern für die nächsten fünf bis zehn Jahre bereits verbindliche Lithium-Abnahmevereinbarungen zu festen Preisen abgeschlossen. Außerdem verkündete das Unternehmen eine Kooperation mit dem Chemiekonzern BASF und soll Strom und Wärme an örtliche Gemeinden liefern. Die Lieferung von Wärme aus dem einzigen Kraftwerk in Insheim ist aktuell die wichtigste Einnahmequelle des Unternehmens, das noch kaum Umsatz macht und rote Zahlen schreibt.

Vulcan ist zwar ein interessantes Unternehmen, ein Kauf der Aktie bleibt aber absehbar eine Wette. Aktuell sollten nur Anlegerinnen und Anleger einsteigen, die einen eventuellen Verlust ihres eingesetzten Kapitals verkraften können.

Vulcan Energy Resources:  ISIN AU0000066086 / WKN A2PV3A

(Aktuelle Kursdaten zu der Aktie erhalten Sie, wenn Sie auf das Symbol hinter der WKN klicken.)

Verwandte Artikel

26.03.25
 >
25.02.25
 >
11.12.24
 >
21.11.24
 >
04.02.26
 >
Aktuell, seriös und kostenlos: Der ECOreporter-Newsletter. Seit 1999.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x