Vulcan Energy soll die Stadt Landau in der Pfalz langfristig mit klimafreundlicher Erdwärme versorgen. / Foto: Pixabay

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Vulcan Energy schließt Wärmeliefervertrag über 35 Jahre ab

Das australische Siliziumunternehmen Vulcan Energy hat in Rheinland-Pfalz einen Wärmeliefervertrag über einen Zeitraum von 35 Jahren abgeschlossen. Die Australier sollen erneuerbare Erdwärme aus verschiedenen geothermischen Produktionsstandorten an die Stadt Landau liefern.

Der Vertrag wurde zwischen der Vulcan-Tochter Natürlich Südpfalz und dem Energieversorger EnergieSüdwest (ESW) unter Mitwirkung der Stadtverwaltung Landau geschlossen. Die Vertragsunterzeichnung folgt laut Vulcan auf die im April wieder aufgenommene Einspeisung von klimaneutraler Wärme aus einem örtlichen Geothermieheizwerk.

Geothermiekraftwerk Insheim produziert bereits Strom und Wärme

Vulcan will im Oberrheingraben, einer etwa 350 Kilometer langen Tiefebene vom Schweizer Jura bei Basel bis zum Südrand des Taunus bei Frankfurt, klimafreundlich Lithium aus dem Thermalwasser ("heiße Sole") fördern. Dafür pumpen Geothermiekraftwerke das Wasser an die Oberfläche, leiten es durch ein Filtersystem und dann zurück in die Erde.

Dabei möchte Vulcan eine vollständige Produktionskette aufbauen, von der Förderung lithiumhaltiger Thermalsole bis zur Produktion von Lithiumhydroxid, das insbesondere für Elektroautobatterien gebraucht wird. Die Erzeugung erneuerbarer Energie und klimaneutraler Wärme in der Region über die Geothermiekraftwerke sind aber ebenfalls Bestandteil der Strategie.

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Den Aufbau der professionellen Lithiumförderung und den Ausbau der Energieproduktion bezeichnet Vulcan als "Lionheart-Projekt". Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (jetzt BMWK) mit bis zu 100 Millionen Euro geförderte Projekt umfasst fünf zusätzliche Bohrstandorte mit bis zu 24 Bohrungen. Aktuell verfügt Vulcan aber erst über ein Geothermiekraftwerk in Insheim und Testanlagen für die Förderung und Produktion.

Die mittels Geothermie gewonnene Erdwärme will Vulcan in erster Linie für den Betrieb seiner Lithiumextraktionsanlage nutzen. Die entstehende überschüssige Energie soll an die ESW verkauft und in das Fernwärmenetz des Energieversorgers eingespeist werden.

Das Kraftwerk in Insheim versorgt laut Unternehmen aktuell rund 6.500 Haushalte mit erneuerbarem Strom. Die Wärmelieferung in Landau läuft derzeit im kleineren Maßstab mit einer Wärmeleistung von rund 2 Megawatt (MW). Die Leistung soll im Rahmen des Lionheart-Projekts schrittweise auf bis zu 300 MW ausgebaut werden – laut Vulcan potenziell genug, um zukünftig alle Haushalte in Landau und weitere Gemeinden in der Region klimaneutral mit Wärme zu versorgen.

Die Vulcan-Aktie gewann in Reaktion auf die Mitteilung am gestrigen Dienstag 6 Prozent an Wert. Im Tradegate-Handel ist die Aktie aktuell 2,5 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 2,06 Euro (Stand: 25.6.2025, 11:27 Uhr). Im Monatsvergleich hat die Aktie 12,3 Prozent eingebüßt, auf Jahressicht gab der Kurs um 13,3 Prozent nach.

Eine Aktie als Wette

Vulcan ist ein spannendes Unternehmen. Nicht alle Pläne liegen in der Zukunft, die Strom- und Wärmeversorgung über die Geothermieanlage in Insheim läuft bereits. Auch die Testanlagen der Australier, sowohl zur Förderung wie zur Weiterverarbeitung des Lithiums, haben ihre Arbeit aufgenommen. Und der Kurs der Aktie schwankt zwar stark, in den letzten fünf Jahren hat er sich aber mehr als versechsfacht.

Dennoch bleibt Vulcan ein spekulatives Investment. Um seine Pläne wirklich umsetzen zu können, wird der Konzern mehr Kraftwerke brauchen. Diese müssen noch gebaut werden, wofür das Unternehmen viel Kapital benötigen wird. Die kommerzielle Produktion von Lithium soll aktuell 2027 starten. Bis dahin stammen die einzigen Einnahmen aus dem Strom- und Wärmeverkauf im vergleichsweise kleinen Maßstab.

Die Aktie von Vulcan zu kaufen, ist absehbar also eine Wette. Aktuell sollten nur Anlegerinnen und Anleger einsteigen, die einen eventuellen Verlust ihres eingesetzten Kapitals verkraften können.

Vulcan Energy Resources: ISIN AU0000066086 / WKN A2PV3A

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