Die EU will mit der Verordnung über kritische Rohstoffe etwa die Verfügbarkeit von Lithium für E-Auto-Batterien sichern. / Foto: Pixabay

  Nachhaltige Aktien

Vulcan Energy: Lithiumförderer erhält Status als EU-Projekt

Der australische Lithiumproduzent Vulcan Energy hat für sein Förderprogramm "Lionheart" die Einstufung als strategisches EU-Projekt im Rahmen der Verordnung über kritische Rohstoffe (Critical Raw Materials Act, CRMA) der Europäischen Kommission erhalten. Das Unternehmen könnte davon auch finanziell profitieren.

Der CRMA zielt darauf ab, eine nachhaltige Lieferkette für kritische Rohstoffe, einschließlich Lithium, in ganz Europa zu sichern. Dabei gelten Sozial- und Umweltstandards.

Förderung aus EU-Fonds möglich

Vulcan will im Oberrheingraben, einer etwa 350 Kilometer langen Tiefebene vom Schweizer Jura bei Basel bis zum Südrand des Taunus bei Frankfurt, klimafreundlich Lithium aus dem Thermalwasser ("heiße Sole") fördern. Dafür pumpen Geothermiekraftwerke das Wasser an die Oberfläche, leiten es durch ein Filtersystem und dann zurück in die Erde.

Das so erhaltene Lithiumchlorid soll dann in einer eigenen Produktionsstätte zu hochreinem Lithiumhydroxid (LHM) weiterverarbeitet werden. LHM wird beispielsweise für Elektroauto-Batterien benötigt. Mittlerweile verfügt das Unternehmen bereits über ein Geothermiekraftwerk in Landau und zwei Optimierungsanlagen zur Förderung (LEOP) und für die Weiterverarbeitung (CLEOP) des Lithiums. "Lionheart" umfasst die Pläne für den Aufbau der kommerziellen Förderung und Weiterverarbeitung des Lithiums.

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Die Einstufung ermöglicht es Vulcan nach eigenen Angaben, eine Sitzung der CRMA-Finanzierungsuntergruppe zu beantragen. Über diese könnte das Unternehmen etwa Ratschläge erhalten, wie die Finanzierung des Projekts unter Berücksichtigung privater und öffentlicher Finanzierungsquellen abgeschlossen werden kann.

Der Status gewährleistet laut Vulcan auch, dass regionale und nationale Behörden die Möglichkeit haben, Mittel etwa aus dem Europäischen Entwicklungsfonds zur Unterstützung des entsprechenden Projekts zu nutzen. Das Unternehmen machte keine Angaben dazu, in welcher Höhe es sich Fördermittel erhofft.

An der Börse kamen die Nachrichten gut an. Die Vulcan-Akte war gestern im Handel an der Börse Frankfurt 6,9 Prozent im Plus und kostete 2,99 Euro (Stand: 25.3.2025, 16:58 Uhr). Im Monatsvergleich hat sie Aktie 12,6 Prozent zugelegt, auf Jahressicht gewann sie 67 Prozent an Wert.

Vulcan konnte zuletzt Fortschritte vermelden, etwa den Beginn einer Bohrung für mögliche neue Geothermieanlagen und eine Kooperation mit dem Chemiekonzern BASF. Außerdem soll das Unternehmen Strom und Wärme an örtliche Gemeinden liefern. Vulcan hat eigenen Angaben zufolge mit einer Reihe von Autoherstellern für die nächsten fünf bis zehn Jahre bereits verbindliche Lithium-Abnahmevereinbarungen zu festen Preisen abgeschlossen.

Dennoch bleibt die Vulcan-Aktie eine Wette. Trotz aller Fortschritte ist die kommerzielle Lithiumproduktion noch nicht angelaufen. Vulcan verfügt aktuell nur über ein einziges Geothermiekraftwerk, alle anderen Projekte befinden sich noch in sehr frühen Phasen, teilweise haben noch nicht einmal Messungen stattgefunden. Auch die Anlagen für eine Lithium-Förderung und -Produktion in industriellem Maßstab müssen noch gebaut werden. Und ob Vulcan seine ehrgeizigen Produktionspläne einhalten kann, muss sich erst noch herausstellen.

Vulcan Energy ist ein Unternehmen mit spannendem Konzept. Aktuell sollten aber nur Anlegerinnen und Anleger einsteigen, die einen eventuellen Verlust ihres eingesetzten Kapitals verkraften können.

Vulcan Energy Resources:  ISIN AU0000066086 / WKN A2PV3A

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