Vulcan Energy will sein Lithium vor allem an Hersteller von Elektrauto-Batterien verkaufen. / Foto: Pixabay

  Nachhaltige Aktien

Vulcan Energy startet Lithium-Produktion

Das australische Unternehmen Vulcan Energy hat nach dem testweisen Start der Lithium-Förderung nun auch seine Optimierungsanlage zur Lithium-Weiterverarbeitung in Betrieb genommen. Dort stellt der Konzern hochreines Lithiumhydroxidmonohydrat (LHM) her, das beispielsweise für Elektroauto-Batterien benötigt wird.

Sowohl die Lithiumextraktionsanlage (LEOP) zur Förderung als auch die jetzt in Betrieb genommene Lithiumelektrolyseanlage (CLEOP) sind sogenannte Optimierungsanlagen. In den Anlagen sollen das Betriebspersonal geschult, Betriebsabläufe verbessert und Qualitätstests durchgeführt werden. Kunden erhalten zudem die Möglichkeit, das LHM vor dem Start der Produktion im industriellen Maßstab auf seine Qualität zu testen.

Verkauf an Autokonzerne und Batteriehersteller

Das Lithium fördert Vulcan Energy im rheinland-pfälzischen Landau aus Thermalwasser (heiße Sole). Das Wasser wird aus dem Oberrheingraben mit Geothermiekraftwerken an die Oberfläche gepumpt und durch ein Filtersystem geleitet.

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Ausgefiltert wird bei dem Vorgang erst einmal Lithiumchlorid. Dieses muss dann zu Lithiumhydroxid weiterverarbeitet werden. In einer ersten Phase will Vulcan eine Produktion von 24.000 Tonnen LHM pro Jahr erreichen. Laut Unternehmen ist das genug, um Batterien für rund 500.000 Elektroautos herzustellen.

Das erste in der CLEOP produzierte LHM wird Vulcan nach eigener Aussage an die Autobauer Stellantis und Renault, den südkoreanischen Batteriefertiger LG und den belgischen Recyclingkonzern Umicore liefern. Diese wollen zunächst die Qualität testen. Vulcan hat eigenen Angaben zufolge für die nächsten fünf bis zehn Jahre bereits Abnahmevereinbarungen mit einer Reihe von Konzernen zu festen Preisen abgeschlossen.

Das Unternehmen betont, dass bei der Gewinnung und Veredelung der Lithium-Verbindungen keine fossilen Energieträger zum Einsatz kommen. Die Anlagen werden demnach komplett mit grünem Strom betrieben, und auch die Prozesswärme stammt aus umweltfreundlichen Quellen – besonders den Geothermieanlagen, die Vulcan gleichzeitig zur Lithium-Förderung einsetzt. In den Anlagen produzierter Strom und Wärme, die nicht für die Produktion von Vulcan aufgewendet werden, sollen verkauft werden.

Förderung für Wärmeversorgung

Wie Vulcan in dieser Woche zudem mitteilte, hat der Konzern eine Förderzusage über 100 Millionen Euro für ein Projekt zur Wärmeversorgung in Landau erhalten. Das Projekt umfasst demnach die Infrastruktur für die Erzeugung, den Transport und die Bereitstellung von bis zu 255 Megawatt (MW) Erdwärme. Rund 22 Millionen Euro sollen im Jahr 2026 und weitere 78 Millionen Euro 2027 ausgezahlt werden.

Die Vulcan-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 3,7 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 3,77 Euro (Stand: 13.11.2024, 10:56 Uhr). Im Monatsvergleich ist die Aktie 25 Prozent im Plus, im Jahresvergleich hat sie 167,5 Prozent an Wert gewonnen.

Vulcan Energy ist ein Unternehmen mit spannendem Konzept, der Aufbau der Produktion macht beständig Fortschritte. Aktuell bleibt die Aktie aber eine Wette, zuletzt stieg der Verlust des Unternehmens. Experten haben Zweifel geäußert, ob die angestrebten Produktionsmengen realistisch sind – gegen einen entsprechenden Analystenbericht hat sich das Unternehmen schon erfolgreich juristisch gewehrt. Aktuell sollte bei Vulcan nur einsteigen, wer den Verlust seines eingesetzten Kapitals verkraften kann.

Vulcan Energy Resources: ISIN AU0000066086 / WKN A2PV3A

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