Einfach E-Mail-Adresse eintragen und auf "Abschicken" klicken - willkommen!

Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie
Vulcan Energy kündigt Kapitalerhöhungen und Kreditzusage an
Der australische Lithiumproduzent Vulcan Energy will sich über zwei Kapitalerhöhungen frisches Geld für den Aufbau seiner Geschäftsaktivitäten besorgen. Zudem soll das Unternehmen einen Kredit von der australischen Regierung erhalten. Die Aktie gewinnt.
Vulcan wird im Zuge einer Kapitalerhöhung bei institutionellen Investoren Aktien im Wert von 164 Millionen Australischen Dollar (AUD; 100 Millionen Euro) platzieren, wie das Unternehmen erklärte. Gleichzeitig ist ein Angebot an private Anlegerinnen und Anleger geplant, das bis zu weitere 20 Millionen AUD (12 Millionen Euro) bringen soll.
Der Platzierungspreis liegt bei beiden Angeboten bei 5,85 AUD pro Aktie. Das entspricht einem Abschlag von 11,9 Prozent gegenüber dem Vulcan-Schlusskurs von 6,64 AUD am Dienstag an der australischen Börse ASX.
Vulcan will auch Strom und Wärme liefern
Wie das Unternehmen außerdem meldete, genehmigte die Australische Exportkreditagentur unter Vorbehalt einen Kredit über 120 Millionen Euro für Vulcan. Die Verpflichtung zur Zahlung unterliegt dem Abschluss der finalen Due-Diligence-Prüfung und der Unterzeichnung der rechtlichen Dokumentation, einschließlich eines australischen Exportvertrags. Vulcan erwartet nach eigener Aussage "weitere Zusagen von Finanzierungspartnern in den kommenden Wochen".
Das Geld soll komplett in den weiteren Geschäftsausbau des Unternehmens fließen, von Vulcan als "Lionheart-Projekt" bezeichnet. Im Oberrheingraben, einer etwa 350 Kilometer langen Tiefebene vom Schweizer Jura bei Basel bis zum Südrand des Taunus bei Frankfurt, will Vulcan klimafreundlich Lithium aus dem Thermalwasser ("heiße Sole") fördern.
Dafür pumpen Geothermiekraftwerke das Wasser an die Oberfläche und leiten es durch ein Filtersystem. Das so erhaltene Lithiumchlorid soll dann in einer eigenen Produktionsstätte zu hochreinem Lithiumhydroxid (LHM) weiterverarbeitet werden. Dieses wird beispielsweise für Elektroauto-Batterien benötigt.
Mittlerweile verfügt das Unternehmen bereits über ein Geothermiekraftwerk im rheinland-pfälzischen Landau und zwei Optimierungsanlagen zur Förderung (LEOP) und für die Weiterverarbeitung (CLEOP) des Lithiums. ECOreporter berichtete hier. In den Anlagen sollen das Betriebspersonal geschult, Abläufe verbessert und Qualitätstests durchgeführt werden. Kunden erhalten zudem die Möglichkeit, das Lithiumhydroxid vor dem Start der Produktion im industriellen Maßstab auf seine Qualität zu testen.
Die Mittel aus Krediten und Kapitalerhöhungen sind vor allem für den geplanten Bau eines zweiten Geothermiekraftwerks in Landau sowie die Errichtung einer Lithiumextraktionsanlage (G-LEP) und einer zentralen Lithiumanlage (CLP) vorgesehen. Diese Anlagen sollen Lithium in industriellem Maßstab fördern und weiterverarbeiten.
Eine aktuelle Einschätzung der Vulcan-Aktie finden Sie im Premium-Bereich. Mehr über den Geothermie-Sektor erfahren Sie im ECOreporter-Überblick Geothermie-Aktien – hohe Renditen mit Wärme aus der Tiefe?. Lesen Sie auch unser Dossier Batterien für Elektroautos: Welche Aktien sind jetzt attraktiv?.
Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.
Die angestrebte Produktionskapazität soll zunächst jährlich 24.000 Tonnen hochreines LHM als Endprodukt umfassen und "bei Bedarf erweitert werden". Abnahmevereinbarungen mit den Autobauern Stellantis, Renault, Volkswagen sowie dem Recyclingkonzern Umicore und dem Batteriehersteller LG decken laut Vulcan bereits den größten Teil der Produktion der ersten zehn Jahre des Projekts ab.
Vulcan will nach eigener Aussage "der weltweit erste kohlenstoffneutrale, integrierte Lithium- und Erneuerbare-Energieproduzent werden". Seinen Strombedarf möchte Vulcan mit den eigenen Geothermiekraftwerken decken, überschüssiger Strom und Wärme sollen verkauft werden. Das in Besitz von Vulcan befindliche Kraftwerk Insheim speist demnach bereits seit 2012 grünen Strom in das örtliche Stromnetz der gleichnamigen Gemeinde ein und soll diese ebenso wie die Nachbargemeinde Landau künftig auch mit CO2-neutraler Wärme versorgen.
Aktie bleibt ein spekulatives Investment
Die Vulcan-Aktie schloss am gestrigen Dienstag im Xetra-Handel bei einem Preis von 4,20 Euro und damit 6 Prozent im Plus zum Vortag (Stand: 10.12.2024, 17:35 Uhr). Auf Monatssicht legte der Kurs um 11,2 Prozent zu, im Jahresvergleich hat die Aktie mit einem Plus von 208 Prozent ihren Wert mehr als verdreifacht.
Trotz aller Fortschritte des Unternehmens: Ein Einstieg bei Vulcan bleibt eine Wette. Noch verfügt der Konzern nur über ein einziges Geothermiekraftwerk, alle anderen Projekte befinden sich noch in sehr frühen Phasen, teilweise haben noch nicht einmal Messungen stattgefunden. Auch die Anlagen für eine Lithium-Förderung und -Produktion in industriellem Maßstab müssen noch gebaut werden. Und ob Vulcan seine ehrgeizigen Produktionspläne in den Anlagen dann einhalten kann, muss sich erst noch herausstellen.
Die Pläne von Vulcan bleiben spannend, das Unternehmen hat mit seinen bereits laufenden Optimierungsanlagen auch mehr vorzuweisen als nur Versprechungen. Wer die Aktie kaufen will, muss aber noch immer bereit sein, auf das komplette investierte Geld zu verzichten.
Vulcan Energy Resources: ISIN AU0000066086 / WKN A2PV3A
(Aktuelle Kursdaten zu der Aktie erhalten Sie, wenn Sie auf das Symbol hinter der WKN klicken.)