Wacker Chemie hat im ersten Quartal besser abgeschnitten als erwartet. / Foto: Unternehmen

  Nachhaltige Aktien

Wacker Chemie bleibt vorsichtig - wie läuft die Aktie?

Der Münchner Chemiekonzern Wacker Chemie hat im ersten Quartal 2024 weniger Umsatz und Gewinn erzielt. Obwohl das Unternehmen Zeichen der Besserung sieht, bleibt das Management vorsichtig für die Geschäftsentwicklung 2024, bestätigt aber die Jahresziele.

Der Umsatz ging im letzten Quartal um 15 Prozent zum Vorjahr auf 1,5 Milliarden Euro zurück, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sank um 39 Prozent auf 172 Millionen Euro. Damit schnitt das Unternehmen laut der Nachrichtenagentur dpa-AFX aber besser ab, als von Analysten durchschnittlich erwartet. Der Nettogewinn fiel um rund zwei Drittel auf 48,4 Millionen Euro.

Noch kein Signal für eine nachhaltige Trendwende

Laut dem Wacker-Management gibt es Anzeichen für eine Belebung des Geschäfts. "Die Kunden haben begonnen, ihre Lagerbestände von den zuletzt sehr niedrigen Niveaus wieder aufzufüllen", sagte Konzernchef Christian Hartel. "Ein eindeutiges Signal für eine nachhaltige Trendwende lässt sich daraus aber noch nicht ableiten", ergänzte der Manager.

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Besser lief zum Jahresstart dem Unternehmen zufolge etwa das Geschäft mit Silikonen. Das sind vielfältige Kunststoffe, die etwa in der Elektronikindustrie, bei Textilherstellern, Medizintechnikunternehmen und in der Baubranche eingesetzt werden.

Allerdings seien die Preise für Standard-Silikon weiter niedrig, so Wacker. Zudem hätten sich Lagerbestandsauffüllungen durch Kunden im April nicht in dem Ausmaß fortgesetzt wie noch im ersten Quartal. Rückenwind hätten derweil eine höhere Auslastung der Produktionsanlagen sowie niedrigere Rohstoffkosten geliefert.

Wacker setzt in dem weiterhin schwierigen Umfeld auch auf Sparmaßnahmen. "Wir verfolgen weiter eine restriktive Personalpolitik, verschlanken Prozesse und sparen bei unseren Sachkosten", sagte Hartel.

Für 2024 strebt Wacker weiterhin einen Umsatz von 6 bis 6,5 Milliarden Euro an. Das EBITDA soll 600 bis 800 Millionen Euro erreichen. Beim Umsatz wäre das im besten Fall ein kleines Plus im Jahresvergleich, beim operativen Ergebnis in jedem Fall ein Rückgang.

Die Wacker-Aktie gab nach Veröffentlichung der Zahlen in der vergangenen Woche 4,2 Prozent nach, aktuell ist sie im Xetra-Handel zum Freitag 0,5 Prozent im Plus und kostet 100,45 Euro (Stand: 29.4.2024, 11:32 Uhr). Im Monatsvergleich ist die Aktie 5,4 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 23,3 Prozent an Wert verloren.

Umsatz soll langfristig deutlich steigen

Wacker hat bereits 2023 deutlich weniger Umsatz und Gewinn erzielt und seine Dividende gesenkt. Gleichzeitig hatte das Unternehmen betont, an seinen langfristigen Zielen festzuhalten: Bis 2030 will Wacker den Jahresumsatz auf mehr als 10 Milliarden Euro steigern. Die EBITDA-Marge soll bei über 20 Prozent liegen. Unter anderem soll sich der Umsatz mit Kunden aus der Chipindustrie verdoppeln. Wacker möchte dafür rund 100 Millionen Euro pro Jahr im Halbleitersegment investieren.

Angesichts der unsicheren Perspektiven ist das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie von 22 für 2024 hoch. ECOreporter sieht das Papier als Investment mit erhöhtem Risiko. Die erwartete Dividendenrendite für 2024 liegt auch nach der Kürzung bei guten 2,4 Prozent. Lesen Sie hier, warum Dividenden keine Geschenke sind.

Lesen Sie auch das ECOreporter-Dossier Das sind die besten Solaraktien – wo sich jetzt der Einstieg lohnen kann.

Wacker Chemie AG:  ISIN DE000WCH8881 / WKN WCH888

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