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Wacker Chemie kürzt Dividende – ist die Aktie trotzdem aussichtsreich?
Der Münchner Spezialchemiekonzern Wacker Chemie will nach einem durchwachsenen Geschäftsjahr 2024 seine Dividende senken. Auch 2025 rechnet das Unternehmen mit großen Herausforderungen, geht allerdings von mehr Umsatz und Gewinn aus.
Wacker hatte bereits Ende Januar gemeldet, dass der Umsatz 2024 wegen gesunkener Preise und geringerer Absatzmengen im Polysilizium-Geschäft um 11 Prozent auf rund 5,7 Milliarden Euro gesunken war (ECOreporter berichtete hier).
Heute bestätigt das Unternehmen die damals noch vorläufigen Umsatzzahlen. Laut der neuen Meldung ging der Nettogewinn im letzten Jahr um etwa 20 Prozent auf 261 Millionen Euro zurück. Bis auf die Polysilizium-Sparte seien alle Konzernumsätze stabil geblieben, das Biotechnologiesegment habe sogar zugelegt.
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„Das Jahr 2024 war für die gesamte Chemieindustrie herausfordernd. In vielen Abnehmerbranchen war die Nachfrage schwach. Insbesondere in der Bau- und Automobilindustrie haben viele Kunden ihre Produktion gedrosselt“, erläutert Wacker-Chef Christian Hartel. „In diesem schwachen Marktumfeld hat sich Wacker gut geschlagen. Trotz Gegenwind erzielten unsere Chemiebereiche Umsätze auf Vorjahresniveau. Einzig im Bereich Polysilicon gab es Licht und Schatten. Unser Geschäft mit Solarsilicium ist vor allem aufgrund bestehender Überkapazitäten in China zurückgegangen. Hier haben zudem Diskussionen um Anti-Dumping-Zölle der USA gegen Solarprodukt-Importe aus Südostasien zu erheblichen Verunsicherungen in den Märkten geführt. Unser Geschäft mit hochreinem Polysilicium für Halbleiteranwendungen hat sich dagegen sehr gut entwickelt. Hier sind wir globaler Marktführer und bauen sowohl unsere Fähigkeiten als auch unsere Kapazitäten weiter aus.“
Hartel geht davon aus, dass das Marktumfeld für sein Unternehmen vorerst weiter herausfordernd bleiben wird, rechnet in diesem Jahr aber wegen deutlich steigender Absatzmengen bei nur noch leicht rückläufigen Preisen mit einem Umsatzanstieg auf 6,1 bis 6,4 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) soll zwischen 700 und 900 Millionen Euro liegen. 2024 betrug das EBITDA 763 Millionen Euro. Bis 2030 will Wacker einen Jahresumsatz von mehr als 10 Milliarden Euro erreichen.
Die Dividendenrendite bleibt hoch
Wegen der Gewinneinbußen im letzten Jahr plant der Konzern, seine Jahresdividende von 3,00 auf 2,50 Euro je Aktie zu senken. Das entspräche beim aktuellen Börsenkurs einer Dividendenrendite von immer noch guten 3,3 Prozent.
Die Wacker-Aktie ist heute mit einem Plus von 0,5 Prozent zum Vortag und einem Kurs von 76,60 Euro in den Tradegate-Handel gestartet (Stand 12.3.2025, 10:29 Uhr). Nach zuvor hohen Gewinnen hat die Aktie seit Mitte 2022 stetig an Wert verloren. Im Jahresvergleich notiert sie 27 Prozent im Minus, auf fünf Jahre gesehen hat sie 46 Prozent gewonnen. Zuletzt deutete sich eine Erholung an, seit Mitte Januar ist der Kurs um 25 Prozent gestiegen.
ECOreporter sieht bei Wacker weiterhin erhöhte Unsicherheiten: Wann sich der Bausektor und die für das Unternehmen ebenfalls wichtige Autobranche erholen, ist noch nicht absehbar, 2025 dürfte der Druck hoch bleiben. Auch in der Solarbranche bleiben die dank Subventionen deutlich günstigeren Wettbewerber aus China ein Problem.
Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie von unter 15 für 2025 ist zwar nicht zu hoch. Zudem liegt die erwartete Dividendenrendite für das Geschäftsjahr 2025 bei attraktiven 3,7 Prozent. ECOreporter schätzt die Wacker-Aktie aber unverändert nur als Investment für risikofreudige Anlegerinnen und Anleger ein.
Wacker Chemie AG: ISIN DE000WCH8881 / WKN WCH888
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